Mehr als 80 000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland


BERLIN (dpa-AFX) - Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben die Behörden in Deutschland die Ankunft von 80 035 Kriegsflüchtlingen festgestellt. Das teilte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Maximilian Kall, am Mittwoch in Berlin mit. Die Bundespolizei habe ihre Kontrollen zwar deutlich verstärkt. Da es an der Grenze zu Polen und Tschechien keine stationären Kontrollen gebe und viele Neuankömmlinge bei Verwandten untergekommen seien, sei die tatsächliche Zahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht gesucht haben, aber noch nicht bekannt. Es ergebe sich allerdings "von Tag zu Tag ein genaueres Bild", weil sich Flüchtlinge mittelfristig um staatliche Hilfe bemühten oder wegen Schulplätzen für die Kinder anfragten.

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Um Engpässe bei der Unterbringung der Geflüchteten, vor allem in Berlin, zu vermeiden, würden inzwischen zusätzliche Züge und Busse eingesetzt, mit denen die Menschen in andere Bundesländer gebracht würden, teilte die Bundesregierung mit. Auch eine kostenlose Weiterreise in ein anderes europäisches Zielland sei möglich. Es gebe große Anstrengungen, die Behörden der Hauptstadt zu entlasten, sagte Kall - auch durch Personal aus den Bundesbehörden.

Die meisten der mehr als zwei Millionen Menschen, die in den vergangenen zwei Wochen aus der Ukraine geflohen sind, halten sich in den Nachbarländern auf. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will am Donnerstag eine Aufnahmeeinrichtung in Polen besuchen. Im Zusammenspiel von Staat, privaten Helfern und Angehörigen der Flüchtlinge funktioniere die Versorgung der Ankommenden in Deutschland gut, sagte der SPD-Innenpolitiker Helge Lindh. Dennoch müsse über eine Entlastung von besonders stark durch Zuzug betroffene Kommunen gesprochen werden, da "einige Kommunen schon am Anschlag" agierten./abc/DP/eas

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