MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
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+++++ TAGESTHEMA I +++++
Die US-Notenbank dürfte nach allgemeiner Erwartung die Zinsen in der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 belassen, auch wenn einzelne Fed-Mitglieder angesichts der auf rund 4 Prozent gestiegenen Inflation bereits für Zinserhöhungen plädieren. Die Sitzung dürfte derweil den Auftakt für eine Neuausrichtung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh machen. Als Monetarist dürfte er die Fed auf einen regelgebundenen Ansatz einschwören, die Bilanzsumme reduzieren und auf eine aktive Feinsteuerung der Märkte verzichten. Mögliche Produktivitätsgewinne durch KI dienen ihm vorerst wohl nur als Argument gegen weitere Zinserhöhungen, was für die Kapitalmärkte einen schmerzhaften Gewöhnungsprozess bedeuten könnte.
Die Skepsis gegenüber der bisherigen geldpolitischen Praxis ist bei Warsh fundamentaler Natur. Er betrachtet Inflation als rein monetäres Phänomen, das durch eine übermäßige Geldmengenausweitung befeuert wird. In der Konsequenz bedeutet dies eine scharfe Abkehr von der Ära seiner Vorgänger Ben Bernanke, Janet Yellen und Jerome Powell. Insbesondere das sogenannte Quantitative Easing und die damit einhergehende Vermischung von Geld- und Finanzpolitik dürfte der Vergangenheit angehören. Marktteilnehmer müssen sich darauf einstellen, dass die US-Notenbank künftig auf die gewohnte "Forward Guidance" verzichtet und stattdessen eine maximale Freiheit von Sitzung zu Sitzung anstrebt. Kurze Pressekonferenzen und ein bewusstes Herunterspielen oder gar das Ausbleiben eigener geldpolitischer Projektionen könnten diesen neuen, weniger signalgesteuerten Kommunikationsstil untermauern.
+++++ TAGESTHEMA II +++++
BMW hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, begründet mit einem schwachen Automobilmarkt, intensiverem Wettbewerb in China, Auswirkungen des Nahost-Konflikts und unverändert hohen Energiepreisen. Diese Effekte hätten sich bereits im zweiten Quartal in einem deutlichen Rückgang des Ergebnisses und des Freien Cashflows gegenüber dem Vorjahr ausgewirkt. 2026 erwartet der Konzern nun einen leichten Rückgang der Auslieferungen im Segment Automobile, statt Auslieferungen auf Vorjahresniveau. Die EBIT-Marge im Segment Automobile wird nun bei 1 bis 3 Prozent statt 4 bis 6 Prozent gesehen, die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei 1 bis 5 statt bei 6 bis 10 Prozent. Für das Konzernergebnis vor Steuern wird nun ein deutlicher statt moderater Rückgang erwartet.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
10:00 DE/Bechtle AG, HV
10:00 DE/Scout24 SE, HV
10:00 DE/Sixt SE, HV
11:00 DE/Cancom SE, HV
11:00 DE/Koenig & Bauer AG (KBA), HV
15:00 DE/Auto1 Group SE, Kapitalmarkttag
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Unternehmen Dividende
Befesa 1,00 EUR
FCR-Immobilien 0,35 EUR
Ringmetall 0,10 EUR
Traton 0,93 EUR
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++
- GB
08:00 Verbraucherpreise Mai
PROGNOSE: +0,4% gg Vm/+3,0% gg Vj
zuvor: +0,7% gg Vm/+2,8% gg Vj
Kernverbraucherpreise
PROGNOSE: +0,4% gg Vm/+2,7% gg Vj
zuvor: +0,7% gg Vm/+2,5% gg Vj
Erzeugerpreise Mai
- SE
09:30 Sveriges Riksbank, Ergebnisse des geldpolitischen Rats
- EU
11:00 Verbraucherpreise Mai
Eurozone
PROGNOSE: k.A. /+3,2% gg Vj
vorläufig: +0,1% gg Vm/+3,2% gg Vj
zuvor: +1,0% gg Vm/+3,0% gg Vj
Kernrate (ohne Energie, Nahrung, Alkohol, Tabak)
PROGNOSE: k.A. /+2,5% gg Vj
vorläufig: +0,3% gg Vm/+2,5% gg Vj
zuvor: +0,9% gg Vm/+2,2% gg Vj
- US
14:30 Einzelhandelsumsatz Mai
PROGNOSE: +0,5% gg Vm
zuvor: +0,5% gg Vm
Einzelhandelsumsatz ex Kfz
PROGNOSE: +0,6% gg Vm
zuvor: +0,7% gg Vm
16:00 Lagerbestände April
PROGNOSE: +0,5% gg Vm
zuvor: +0,9% gg Vm
20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung (20:30 PK)
Fed-Funds-Zielsatz
PROGNOSE: 3,50% bis 3,75%
zuvor: 3,50% bis 3,75%
+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++
Aktuell:
Index zuletzt +/- %
DAX Futures 24.839,00 -0,4
E-Mini-Future S&P-500 7.538,50 +0,3
E-Mini-Future Nasdaq-100 30.186,00 +0,6
Topix (Tokio) 4.018,86 +0,7
Hang-Seng (Hongk.) 24.359,82 -0,6
Shanghai-Comp. 4.078,22 -0,3
Dienstag:
zuletzt +/- %
DAX 24.910,41 +0,1
DAX-Future 24.769,00 -0,6
XDAX 24.757,99 -0,6
MDAX 32.586,54 +0,0
TecDAX 3.966,54 -0,8
SDAX 18.423,12 -0,6
Euro-Stoxx-50 6.257,42 +0,5
Stoxx-50 5.320,67 +0,5
Dow-Jones 51.999,67 +0,6
S&P-500 7.511,35 -0,6
Nasdaq Composite 26.376,34 -1,2
+++++ FINANZMÄRKTE +++++
EUROPA
Ausblick: Europas Börsen dürften mit kleinen Abgaben in den Handel am Mittwoch starten. Im Blick steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend. Bis zu dieser dürften sich die Anleger zurückhalten. Es wird erwartet, dass die US-Währungshüter das aktuelle Zinsniveau bestätigen werden. Umso spannender wird der geldpolitische Ausblick. In der Zwischenzeit wird eine Zinserhöhung im laufenden Jahr nicht mehr vollständig eingepreist. Die aktuelle Sitzung wird auch der erste Auftritt des neuen Fed-Präsidenten Kevin Warsh. Insgesamt wird das Börsenumfeld im Handel als freundlich beschrieben, vor allem unterstützt durch den weiter nachgebenden Ölpreis. Am Freitag soll das Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA zur Beilegung des Konflikts unterschrieben werden. Auch danach bleiben die Unsicherheiten hoch, vor allem der Konfikt zwischen Israel und Hisbollah könnte immer wieder für Unruhe sorgen. Das Rahmenabkommen selbst wird wohl knapp ausfallen, wichtige Details wie etwa die Zukunft des iranischen Atomprogramms sollen erst in künftigen Verhandlungen geklärt werden.
Rückblick: Etwas fester - Freude über das Rahmenabkommen, das die USA und der Iran am Freitag unterzeichnen wollen, ebbte zwar ab, die Ölpreise fielen mit der Aussicht auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus aber erneut deutlich, was Inflationssorgen milderte. Mit Blick auf die weitestgehend fehlenden Details des Abkommens bewegten sich die Akteure zwischen Hoffen und Bangen. So ist unter anderem unklar, ob die Passage durch die Straße von Hormus zukünftig mautfrei sein wird oder ob Israel auch Teil der Friedensvereinbarung ist. Für etwas Zurückhaltung sorgte außerdem die am Mittwoch anstehende Zinsentscheidung, verbunden mit Spekulationen einer Neuausrichtung der Fed unter deren neuem Chef Kevin Warsh. Europaweit waren Finanzwerte Tagessieger mit einem Plus ihres Stoxx-Subindex von 1,3 Prozent. Einen schlechten Tag erlebten dagegen Technologieaktien. Hier ging es um 1,5 Prozent nach unten, wobei auch Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben dürften. Die sinkenden Ölpreise sorgten weiter für Auftrieb bei Aktien der Fluggesellschaften und teils auch bei Aktien von Ausrüstern der Luftfahrt wie Rolls-Royce, die um 2,9 Prozent stiegen. Unicredit stiegen mit einem höheren Kursziel durch die Bank of America um 4,2 Prozent. Derweil läuft um Mitternacht die erste Frist für die Annahme des Übernahmeangebots an die Commerzbank-Aktionäre aus. Allerdings schließt sich daran direkt eine verlängerten Angebotsfrist an, die am 3.Juli endet.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Gut behauptet - Laut Händlern machte sich der Einfluss des Großen Verfalltages bremsend bemerkbar. Viele Marktteilnehmer wollten aufgrund ihrer Positionierung den DAX dann nicht über der runden Marke von 25.000 Punkten sehen. DAX-Tagessieger waren Gea mit einem Plus von 5,1 Prozent, nachdem die Aktie von der Deutschen Bank auf "Buy" hochgestuft worden war. Siltronic fielen um 3,8 Prozent auf 94,00 Euro. Der Waferhersteller hat das Grundkapital im Schnellverfahren um 10 Prozent erhöht. Die neuen Aktien wurden zu 91 Euro platziert. Im Handel wurde der Abschlag zwar als groß bezeichnet, allerdings sei ein Stärkezeichen, dass die Aktien so deutlich über dem Platzierungspreis aus dem Handel gingen. Bei den Nebenwerten ragten SFC Energy mit einem Plus von 7,8 Prozent hervor. Treiber war hier, dass der Hersteller von Brennstoffzellen die Energieversorgung von Militärfahrzeugen ausrüstet.
XETRA-NACHBÖRSE
BMW wurden nach einer Prognosesenkung auf Tradegate zuletzt (siehe oben) gut 5 Prozent niedriger gestellt auf knapp unter 64 Euro. Thyssenkrupp reagierten nicht auf die Mitteilung vom Abend, 49 Prozent der Werkstoffhandelssparte tk accelis an die Börse bringen zu wollen.
USA - AKTIEN
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
June 17, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
