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Stablecoins und tokenisierte Einlagen werden zum Mainstream: Banken

droht der Verlust von 230 Milliarden US-Dollar an

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Zahlungsverkehrserträgen

Berlin (ots) -

- Stablecoins, tokenisierte Einlagen und digitale Zentralbankwährungen werden

bis 2030 voraussichtlich vier Prozent des weltweiten Zahlungsvolumens

ausmachen

- Fast 60 Prozent der Unternehmen sind offen dafür, Stablecoin-Dienstleistungen

von Nichtbanken zu beziehen

- Tokenisierte Einlagen sind für Banken kurzfristig die wichtigste Priorität, um

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Einlagen und Liquidität zu sichern

- 4 Billionen US-Dollar an Kapital sind in Konten gebunden, die zur Finanzierung

grenzüberschreitender Zahlungsströme genutzt werden

Stablecoins, tokenisierte Einlagen [1] und digitale Zentralbankwährungen werden

zunehmend kommerziell genutzt. Dadurch geraten die traditionellen Ertragsquellen

von Banken im Zahlungsverkehr immer stärker unter Druck. Laut dem World Payments

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Report 2027 des Capgemini Research Institute werden die oben genannten

Instrumente bis 2030 voraussichtlich rund vier Prozent des globalen

Zahlungsvolumens ausmachen. Davon betroffen sind insbesondere margenstarke

Ertragsquellen wie Devisenspreads, Korrespondenzbankgeschäft, Zinserträge aus

Guthaben sowie Transaktionsgebühren.

In den vergangenen drei Jahren lag die Priorität von Banken auf Innovation von

Zahlungsdienstleistungen für Firmenkunden. 60 Prozent der Institute sehen darin

einen strategischen Investitionsschwerpunkt. Dennoch ist nur ein Drittel der

Unternehmenskunden mit seiner Hauptbank zufrieden. Das offenbart eine wachsende

Lücke zwischen den Leistungen von Banken und den Erwartungen der Unternehmen.

Fast drei Viertel (74 Prozent) der Unternehmen beschreiben grenzüberschreitende

Zahlungen als langsam, teuer und wenig vorhersehbar. Der gesamte Prozess einer

Unternehmenszahlung, vom Auslösen der Zahlung über die Überweisung bis hin zur

Bestätigung und Abstimmung, dauert im Schnitt rund 3,5 Tage. Währenddessen haben

mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Unternehmen keinen Zugriff auf

Echtzeitinformationen zum Zahlungsstatus, zu Liquiditätspositionen oder zu

transparenten Preisstrukturen. Eine bessere Vorhersagbarkeit von

Zahlungseingängen, Echtzeittransparenz über den Zahlungsfortschritt sowie ein

stärkerer Schutz vor Betrug zählen zu den Anforderungen, die am häufigsten nicht

erfüllt werden. Dadurch entstehen Unternehmen Kosten in Höhe von

durchschnittlich zwei Prozent des Transaktionswerts für eine übliche

grenzüberschreitende Business-to-Business-Zahlung (B2B).

"Die Zahlungsbranche erlebt derzeit den größten Umbruch seit dem Aufkommen des

digitalen Bankings", erklärt Florian Forst, Global Head of Payment Services bei

Capgemini Invent. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen und die

Transaktionsvolumina von intelligentem Geld werden derzeit so groß, dass Banken

die neuen Instrumente nicht mehr ignorieren können. Sie müssen sich entscheiden,

welche Rolle sie in diesem entstehenden Ökosystem einnehmen wollen - es geht um

Erträge von 230 Milliarden US-Dollar. Einzelne Banken haben diese Entscheidung

bereits getroffen und gestalten heute die Standards und Governance-Strukturen,

die den Markt künftig prägen werden. Wer jetzt handelt, kann dauerhaftes

Vertrauen aufbauen, neue Zahlungsströme erschließen und die Unternehmensguthaben

sichern, die die Grundlage weitergehender Kundenbeziehungen bilden."

Für die 22. Ausgabe der Studie wurden mehr als 1.100 Großunternehmen mit einem

Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar befragt. Durchschnittlich sind

diese Unternehmen in 14 Märkten aktiv, unterhalten elf Bankbeziehungen und

wickeln 34 Prozent ihres B2B-Zahlungsvolumens über grenzüberschreitende

Transaktionen ab. Trotz Fortschritten bei der Zahlungsinfrastruktur bleibt die

operative Fragmentierung die größte Herausforderung für Unternehmenskunden.

"Accelerated Intelligent Money" wird zum Treiber der Transformation

Strukturelle Einschränkungen bestehender B2B-Zahlungsinfrastrukturen, mehr

regulatorische Klarheit und veränderte Marktbedingungen fördern eine

Entwicklung, die die Studie als "Accelerated Intelligent Money" bezeichnet:

Stablecoins, tokenisierte Einlagen und digitale Zentralbankwährungen, durch die

mit Geld weit mehr möglich wird als lediglich der Transfer zwischen Konten.

Durch Zahlungsabwicklungen rund um die Uhr, integrierte Regelwerke und

Echtzeit-Überweisungen ermöglichen diese Instrumente nahtlosere

grenzüberschreitende Zahlungsströme.

Laut der Studie könnte eine breite Einführung dieser Instrumente bis zu vier

Billionen US-Dollar freisetzen, die derzeit in Abwicklungs- und

Liquiditätskonten gebunden sind. Dieses Kapital erwirtschaftet nur geringe

Erträge und kann weder für Kredite, Investitionen noch für andere produktive

Zwecke genutzt werden.

Die Nachfrage von Unternehmen nach dieser neuen Generation von

Zahlungsinstrumenten steigt bereits deutlich an. Banken bleiben dabei der

bevorzugte Anbieter: 71 Prozent der Unternehmen würden tokenisierte Zahlungen

bei gleichen Kosten und gleicher Qualität über eine Bank statt über ein FinTech

abwickeln. Diese Präferenz ist jedoch keineswegs garantiert. Fast 60 Prozent der

Unternehmenskunden wären bereit, Stablecoin-Dienstleistungen von Nichtbanken zu

beziehen, falls ihre Bankpartner nicht mit der Marktentwicklung Schritt halten.

Derzeit laufen bereits 36 Prozent des von Unternehmen abgewickelten

B2B-Zahlungsvolumens über Nichtbanken.

Tokenisierte Einlagen sind wichtigste Priorität für Banken

Mit der fortschreitenden Kommerzialisierung intelligenter Geldformen müssen

Banken ihre strategische Position in diesem Ökosystem finden. Laut der Studie

sehen Führungskräfte in Banken tokenisierte Einlagen als wichtigste kurzfristige

Priorität an, da diese weiterhin in den Bankbilanzen verbleiben und sich in

bestehende regulatorische Rahmenbedingungen integrieren lassen. Derzeit

skalieren jedoch lediglich 21 Prozent der Banken, die als Vorreiter eingestuft

werden, mindestens ein Instrument des "Accelerated Intelligent Money". Die

übrigen 79 Prozent befinden sich noch in der Evaluierungsphase.

Die Vorreiterbanken konzentrieren sich auf konkrete Anwendungsfälle für

Unternehmenskunden, die operative Probleme reduzieren und ihren Mehrwert über

klassische Transaktionsgebühren hinaus monetarisieren. Diese Banken

identifizieren dreimal häufiger als andere Institute neue Ertragsquellen und

erwarten, rückläufige Transaktionserlöse innerhalb von 15 Monaten auszugleichen.

Für den Rest der Branche liegt dieser Zeitraum bei 25 Monaten.

Zudem verfolgen diese Institute deutlich ambitioniertere Strategien: 33 Prozent

der Vorreiterbanken streben eine transformative Marktrolle an und möchten aktiv

mitgestalten, wie das Ökosystem künftig funktioniert. Demgegenüber wollen 40

Prozent der übrigen Banken vor allem reaktiv auf Entwicklungen reagieren.

Da Transaktionen mit intelligentem Geld nach ihrer Ausführung nicht mehr

rückgängig gemacht werden können, legen Vorreiterbanken besonderen Wert auf

Compliance und integrieren entsprechende Prüfungen direkt in die Ausführung,

bevor Gelder bewegt werden. Sie übertreffen andere Banken beim Monitoring

netzwerkübergreifender Transaktionen um den Faktor 1,5 und investieren 1,2-mal

häufiger in KI-gestützte Überwachungssysteme zur Erkennung ungewöhnlicher

Wallet-Aktivitäten. Gleichzeitig implementieren sie häufiger Echtzeitprüfungen

zur Geldwäschebekämpfung und zur Kundenidentifikation direkt in die

Transaktionsabläufe.

Trotz dieser Fortschritte bestehen auch bei den Vorreitern weiterhin

grundlegende Herausforderungen. Nur etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) gibt

an, über die Talente, Kompetenzen und technischen Voraussetzungen zu verfügen,

die für den Aufbau und Betrieb digitaler Vermögenswerte sowie für Tokenisierung,

Smart Contracts und Interoperabilität über verschiedene Finanznetzwerke hinweg

erforderlich sind. Der Erfolg von Banken wird zunehmend davon abhängen, ob sie

diese Kompetenzlücke schließen können.

Methodik

Der World Payments Report 2027 basiert auf zwei primären Forschungsquellen. Für

die Global Corporate Survey, die von Mai bis Juni 2026 in Zusammenarbeit mit INJ

Partners durchgeführt wurde, wurden 1.110 Großunternehmen mit einem Jahresumsatz

von mehr als einer Milliarde US-Dollar in neun Ländern befragt. Die Teilnehmer

verteilten sich zu gleichen Teilen auf die Branchen Versicherung, Fertigung

sowie Logistik und Transport. Im Rahmen der Global Banking Executives Survey,

die im selben Zeitraum durchgeführt wurde, wurden 300 Führungskräfte aus Banken

in neun Märkten befragt: Australien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, den

Niederlanden, Singapur, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien und

den USA. Als Vorreiter ("Leaders") werden Banken eingestuft, die mindestens ein

Instrument des "Accelerated Intelligent Money" aktiv skalieren. Die restlichen

Banken befinden sich dagegen noch in Pilotprojekten, bewerten den Markt oder

verfolgen diese Instrumente derzeit nicht.

[1] Stablecoins sind digitale Währungen, deren Wert an eine traditionelle

Währung gekoppelt ist. Tokenisierte Einlagen hingegen sind klassische

Bankguthaben, die in Form digitaler Token auf einer Blockchain ausgegeben

werden.

Pressekontakt:

Markus Wild

Tel.: + 49 151 1137 4312

E-Mail: mailto:markus.wild@capgemini.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16952/6358060

OTS: Capgemini

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