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Report: Deutsche Firmen verschwinden nach Osteuropa und Asien

Berlin (ots) -

- United Interim Wirtschaftsreport 2026: Immer mehr Unternehmen verlagern ihre

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Produktion ins Ausland

- Führende Interim Manager benennen die Gründe: Ulvi Aydin, Friedhelm Best, Jan

Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart Hilgenstock, Christian

Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich Schmidt, Klaus-Peter

Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker, Dr. Andreas Vieweg.

Eine anhaltende Abwanderungswelle der deutschen Industrie stellt der

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Wirtschaftsreport 2026 fest, den die Management-Community United Interim (

http://www.unitedinterim.com ) herausgegeben hat. "Osteuropa oder Asien ist die

primäre Frage bei vielen Industrieunternehmen, wenn es um

Produktionsverlagerungen geht", sagen die beiden Interim Manager Dr. Sven Mues

und Friedhelm Best. Die beiden haben den Report gemeinsam mit ihren Kollegen

Ulvi Aydin, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart

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Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Ulrich Schmidt,

Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas Vieweg

verfasst. "Dem Report liegt eine Umfrage unter 550 Interim Managern zugrunde",

erläutert Studienleiter Dr. Harald Schönfeld.

Starker Trend zur Verlagerung nach Osteuropa

Beinahe die Hälfte der Befragten (48 Prozent) spricht von einem starken Trend

zur Verlagerung von Fertigungsstätten nach Osteuropa. "Am beliebtesten sind

Polen, Ungarn, Rumänien und Tschechien", weiß Dr. Sven Mues zu berichten, der

regelmäßig mit derartigen Projekten befasst ist. Diese Einschätzung teilen auch

viele seiner 550 Kollegen. Deutlich mehr als ein Drittel (37 Prozent) erwartet

eine weitere Umsiedlungsbewegung von Deutschland nach Rumänien. Beinahe ein

Drittel (32 Prozent; Mehrfachnennungen waren erwünscht) sagt Werksverlagerungen

nach Polen voraus. 29 Prozent sehen Ungarn in einer bevorzugten Position. Ein

Viertel stuft Tschechien als beliebtes Zielland ein.

Dr. Sven Mues nennt die Gründe: "Die Unternehmen profitieren dort von deutlich

geringeren Lohnkosten, niedrigeren regulatorischen Belastungen und einer

insgesamt investitionsfreundlicheren Industriepolitik. Gleichzeitig bieten

Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn und Tschechien gut ausgebaute industrielle

Infrastrukturen, qualifizierte Arbeitskräfte und eine enge Anbindung an die

europäischen Absatzmärkte." Er spricht von einer Kombination aus

Kostenvorteilen, höherer Flexibilität und stabileren Produktionsbedingungen.

Verlagerung nach Asien: China, Indien, Vietnam

Viele Unternehmen zieht es allerdings in die weitere Ferne. An erster Stelle

steht dabei Asien, wissen 40 Prozent der kontaktierten Interim Manager. Als die

wichtigsten Länder für Produktionsverlagerungen stufen sie China (44 Prozent),

Indien (43 Prozent) und Vietnam (35 Prozent) ein. Weniger gefragt sind Singapur

(7 Prozent) und Japan (6 Prozent).

"Die Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Asien bietet deutschen

Unternehmen handfeste Vorteile", erklärt Friedhelm Best, der seit Jahrzehnten

westliche Firmen in Asien aufbaut und betreut. Er zählt auf: deutlich niedrigere

Lohnkosten, je nach Land bis zu 70 Prozent unter deutschem Niveau, geringere

Produktions- und Energiekosten sowie häufig staatliche Förderprogramme und

Steueranreize. Als weiteren Vorteil nennt er die Nähe zu schnell wachsenden

Absatzmärkten - Asien steht für über die Hälfte des globalen

Wirtschaftswachstums - was Transportkosten reduziert und Markteintrittsbarrieren

senkt.

Friedhelm Best weiter: "Gleichzeitig profitieren die Unternehmen von

hochentwickelten industriellen Clustern, etwa in China, Vietnam oder Südkorea,

die eingespielte Lieferketten, spezialisierte Zulieferer und kürzere

Innovationszyklen ermöglichen. Auch Skaleneffekte lassen sich durch große

Produktionsvolumina leichter realisieren. In Summe verbessert die Verlagerung

die Wettbewerbsfähigkeit, erhöht Margen und beschleunigt die Reaktionsfähigkeit

auf globale Nachfrageverschiebungen."

USA: eines der innovativsten Länder

Neben Osteuropa und Asien spielen auch die USA durchaus eine Rolle beim Thema

Werksverlagerungen. 22 Prozent der Interim Manager halten die Vereinigten

Staaten von Amerika für ein lohnendes Zielland für Produktionsstätten. Ulvi

Aydin erläutert: "Völlig losgelöst von der aktuellen US-Politik sind und bleiben

die USA eines der innovativsten Länder der Welt, insbesondere bei der

Digitalisierung und modernen Ausprägungen davon, wie Künstlicher Intelligenz.

Wer dorthin geht, profitiert von diesem Umfeld. Zudem bietet das Land einen

weitgehend einheitlichen Absatzmarkt und nicht zuletzt gibt es interessante

steuerliche Anreize."

"In einer digital getriebenen Welt lohnt sich der Blick in die USA immer, um

technologische Entwicklungen frühzeitig zu entdecken", meint Klaus-Peter

Stöppler. Er verweist exemplarisch auf den Bau- und Immobiliensektor mit

Innovationen wie 3D-Druck von Gebäuden, Drohnen zur Baustellenüberwachung,

automatisiertem Bricklaying, Modular/Prefabricated Construction, Augmented und

Virtual Reality für Planung und Training, Digital Twins und Building Information

Modeling (BIM). "Alle diese Technologien lassen sich auch in Deutschland

nutzen", sagt Klaus-Peter Stöppler.

Abhängigkeiten reduzieren ist am wichtigsten

Unabhängig von konkreten Standorten rät Jane Enny van Lambalgen zum verstärkten

Local Sourcing. Sie sagt: "Unternehmen sollten inter-kontinentale Dependenzen so

weit wie möglich abbauen, um sich vor Lieferengpässen durch Geopolitik, Zöllen

oder ähnlichen kaum vorhersehbaren Entwicklungen zu schützen." Sie empfiehlt

daher allen Industrieunternehmen, ihre Lieferketten regionaler aufzustellen.

Re-Regionalisierungen erfordern enorme strategische Investitionen, stellt

Christian Jung fest. Schätzungen gehen von über zwei Prozent des Jahresumsatzes

aus, die Firmen mit globalen Lieferketten mobilisieren müssen, um

inter-kontinentale Abhängigkeiten abzubauen oder substanziell zu verringern.

"Aber der Schritt lohnt sich", stellt Jan Beutnagel klar, "denn nur dadurch

können sich Unternehmen einigermaßen von geopolitischen Unwägbarkeiten

abkoppeln, egal ob es sich um Zollkonflikte, Sanktionen, Behinderungen der See-

oder Luftwege durch Terroranschläge oder plötzlich ausbrechende kriegerische

Auseinandersetzungen irgendwo auf der Welt handelt." Sein Kollege Ulrich Schmidt

weist auf den schwelenden Konflikt zwischen den USA und China um die Insel

Taiwan hin: "Die nächste oder übernächste kriegerische Auseinandersetzung mit

gravierenden Folgen für den Weltmarkt ist absehbar." Jane Enny van Lambalgen

stellt klar: "Eine Werksverlagerung sollte auf jeden Fall nur dann erfolgen,

wenn dadurch die inter-kontinentalen Abhängigkeiten verringert und nicht etwa

vergrößert werden."

Externer Support bei Produktionsverlagerungen

Unternehmen, die Produktionsverlagerungen ins Ausland vornehmen, greifen dabei

regelmäßig auf externe Hilfe durch Interim Manager zurück. Im Unterschied zu

Beratern liefern sie nicht nur Konzepte ab, sondern steigen als Führungskräfte

auf Zeit selbst ins Tagesgeschäft ein und übernehmen unmittelbare Verantwortung

für den "Umzug" nach Osteuropa, Asien, die USA und wohin es auch immer geht.

Die wichtigsten Aufgaben sind in diesem Zusammenhang laut Studie die

Prozessoptimierung und Implementierung neuer Prozesse, sagen 88 Prozent der

befragten Interim Manager. 87 Prozent (Mehrfachnennungen waren erwünscht) stufen

zudem Restrukturierungs- und Turnaround-Maßnahmen als besonders wichtig ein.

"Bei einer Betriebsverlagerung geht es nicht darum, die Produktionslinie 1:1 an

einem neuen Standort wieder aufzubauen", sagt Christian Jung, "sondern um

Wertschöpfung zum Absatzmarkt zu verlagern - strukturell optimiert, mit lokaler

Kostenstruktur und maximaler Wettbewerbsfähigkeit." Tatsächlich stufen 72

Prozent seiner Kollegen Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen als typische

Aufgabe externer Hilfe ein.

Das Change Management stufen 77 Prozent der Befragten als kritischen Faktor bei

Produktionsverlagerungen ein. Paul Stricker ordnet ein: "Eine Werksschließung in

Deutschland hat nicht nur gravierende Auswirkungen auf die unmittelbar

betroffene Belegschaft, sondern sendet in der Regel Schockwellen durch das

gesamte Unternehmen. Die Gefahr von Lähmung und passivem Widerstand liegt auf

der Hand. Dieser Aspekt muss frühzeitig berücksichtigt und adressiert werden,

damit sich die Verlagerung ins Ausland nicht als Bumerang erweist." So messen

zwei Drittel der Interim Manager dem Stakeholder-Management eine Schlüsselrolle

bei einer Produktionsverlegung zu. Dazu gehören über die Belegschaft

hinausgehend Betriebsrat und Gewerkschaften, Lieferanten und Zulieferer,

Logistik- und Distributionspartner, Investoren und Banken, Behörden, die lokale

Politik und Kommunen sowie die Öffentlichkeit und nicht zuletzt die Kunden. "Es

wird häufig unterschätzt, wie umfassend und tiefgehend die Auswirkungen einer

Werksschließung tatsächlich sind", weiß Dr. Sven Mues aus Erfahrung. Für 67

Prozent seiner Kollegen ist daher Krisenmanagement ein fester Bestandteil jeder

Produktionsverlagerung.

Einen anderen Aspekt betont Friedhelm Best: "Die Mentalität an dem Standort, der

geschlossen wird, lässt sich nicht unverändert auf den neuen Standort

übertragen. Wird beispielsweise ein Werk in Asien aufgebaut, treffen Unternehmen

auf andere Arbeitskulturen, Hierarchieverständnisse, Kommunikationsstile und

Erwartungshaltungen, die tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind.

Was am bisherigen Standort als selbstverständlich gilt - etwa

Eigenverantwortung, direkte Kritik oder flexible Problemlösung - kann in Asien

zu Unverständnis, Zurückhaltung oder Orientierungslosigkeit führen. Erfolgreiche

Produktionsverlagerungen in andere Regionen erfordern daher interkulturelles

Verständnis, angepasste Führungsmodelle und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen,

um Produktivität und Qualität nachhaltig sicherzustellen."

Deutschland bleibt weiterhin attraktiv

Deutschland bleibt weiterhin ein attraktiver Standort, ist nicht einmal ein

Viertel (23 Prozent) der 550 befragten Interim Manager fest überzeugt. "Es kommt

auf die Branche und die Umstände an", meinen 45 Prozent. "Der Weg ins Ausland

ist kein Allheilmittel", erklärt Dr. Andreas Vieweg. Häufig werde das Potenzial

unterschätzt, das sich durch Prozessoptimierungen am heimischen Standort

erzielen ließe. Ulf Camehn ergänzt: "Produktionsverlagerungen können im

Einzelfall richtig sein. Sie dürfen aber nicht zur Flucht vor hausgemachten

Problemen werden. Wer Strategie, Führung, Prozesse, Kundenfokus und finanzielle

Steuerung im Griff hat, kann auch am Standort Deutschland wettbewerbsfähig

bleiben - gerade, weil Deutschland trotz aller Schwächen stabile politische

Verhältnisse, starke industrielle Netzwerke und hohe Umsetzungskompetenz

bietet."

Eckhart Hilgenstock ordnet ein: "Unternehmen sind viel mehr als

Produktionsstätten. Sie sind auch Think Tanks, Ingenieurbüros und

Softwareschmieden, greifen innovative Technologien auf, entwickeln frische

Geschäftsmodelle, finden neue Absatzmärkte, begeistern ihre Kunden mit

Dienstleistungen, sehen Chancen und ergreifen sie. Der Weg ins Ausland ist also

eine neue von sehr vielen Möglichkeiten, die Unternehmen haben, um sich fit für

die Zukunft zu machen." Sein Kollege Roland Streibich stimmt zu: "Bei einem

Restrukturierungs- oder Turnaround-Projekt gibt es viele Aspekte, die zunächst

wichtiger sind als eine Produktionsverlagerung. Das Spektrum reicht von der

Prozessoptimierung über Smart Production bis hin zur vollautomatisierten

Fertigung." Christian Florschütz ist wichtig: "In den meisten Fällen lohnt es

sich, die Kundenfokussierung konsequent zu verbessern, bevor über

Werksverlagerungen nachgedacht wird. Denn viele Unternehmen sind zu einseitig im

Kostensenkungsdenken verfangen statt den Kundennutzen in den Mittelpunkt zu

stellen." Eckhart Hilgenstock hat festgestellt: "Der Weg ins Ausland führt am

besten über das Business Development. Wenn es gelingt, in anderen Regionen neue

Kundengruppen aufzubauen, kann dies die Vorstufe zu einer späteren

Produktionsaufnahme in diesen Regionen sein."

Studienleiter Dr. Harald Schönfeld resümiert: "Produktionsverlagerungen sind

zwar in Mode gekommen, aber keineswegs in allen Fällen sinnvoll." Er verweist

darauf, dass sich mit Tesla ein namhafter Autohersteller für Deutschland als

Europa-Standort entschieden hat. "Das sagt schon etwas über die

Zukunftsfähigkeit von made in Germany aus", meint Dr. Harald Schönfeld.

United Interim ist die führende digitale Plattform und das einzige Ökosystem für

Interim Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie macht

qualitätsgeprüfte Interim Manager sichtbar, ermöglicht ihre professionelle

Selbstvermarktung und bietet Unternehmen sowie Providern einen kostenfreien,

direkten Zugang zu passenden Interim-Lösungen. Als offene Online-Community und

kuratierter Pool erreicht UNITEDINTERIM weit über 12.000 Führungskräfte auf Zeit

in der DACH-Region. Aus diesem Kreis haben einige der erfahrensten und

renommiertesten Interim Manager gemeinsam mit UNITEDINTERIM eine Studie über den

Stand und die Zukunft der deutschen Wirtschaft durchgeführt - darunter Ulvi

Aydin, Friedhelm Best, Jan Beutnagel, Ulf Camehn, Christian Florschütz, Eckhart

Hilgenstock, Christian Jung, Jane Enny van Lambalgen, Dr. Sven Mues, Ulrich

Schmidt, Klaus-Peter Stöppler, Roland Streibich, Paul Stricker und Dr. Andreas

Vieweg. Die Studienleitung liegt bei Dr. Harald Schönfeld und Jürgen Becker,

den Gründern und Geschäftsführern von UNITEDINTERIM. An der Befragung haben über

550 ausgewählte Interim Manager teilgenommen - Vertreter der "Königsklasse" im

Management, die in mehr Unternehmen mehr Herausforderungen meistern als

klassische angestellte Führungskräfte und deshalb über einen besonders breiten

Überblick verfügen. Anders als Berater entwickeln Interim Manager nicht nur

Konzepte, sondern verantworten in einer definierten Zeit im Unternehmen auch

deren Umsetzung.

Pressekontakt:

Weitere Informationen: UNITEDINTERIM, http://www.unitedinterim.com

Presseagentur: euromarcom public relations, mailto:team@euromarcom.de,

http://www.euromarcom.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/178324/6300166

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