PC-Markt im Blick

Mit dieser Ankündigung schickt NVIDIA die Aktien von Intel, AMD und QUALCOMM auf Talfahrt


Mit dieser Ankündigung schickt NVIDIA die Aktien von Intel, AMD und QUALCOMM auf Talfahrt

NVIDIA betritt mit dem RTX Spark den PC-Chipmarkt. Für Intel und AMD, die diesen Markt seit Jahrzehnten gemeinsam dominieren, ist das kein Warnsignal mehr, sondern ein direkter Angriff.

• NVIDIA präsentiert Arm-basierten KI-PC-Chip RTX Spark
• Intel, AMD und QUALCOMM geraten vorbörslich unter Druck
• NVIDIA zielt zunächst auf das margenstarke Premiumsegment der KI-PCs

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Auf der Computex 2026 in Taipeh präsentierte NVIDIA-Chef Jensen Huang heute den RTX Spark, einen Superchip für Windows-Notebooks und Desktops, der einen Arm-basierten Grace-CPU mit 20 Kernen und eine Blackwell-GPU mit 6.144 CUDA-Kernen auf einem einzigen Chip vereint. Das Ergebnis: bis zu einem Petaflop KI-Rechenleistung und bis zu 128 Gigabyte einheitlichem Arbeitsspeicher. Geräte von Microsoft, Dell, HP, ASUS, Lenovo und MSI sollen den Chip ab Herbst 2026 tragen. NVIDIA spricht vom effizientesten PC-Chip aller Zeiten und der Markt glaubte der Aussage: Am Montag legte die NVIDIA-Aktie an der NASDAQ 6,25 Prozent auf 224,34 US-Dollar zu.

Ankündigung bringt Kursverluste bei Intel, AMD und QUALCOMM

Die Reaktion bei den bisherigen Platzhirschen fiel entsprechend aus. Intel verlor 4,67 Prozent auf 109,33 US-Dollar und gab damit einen Großteil der jüngsten Gewinne wieder ab. AMD büßte daneben 1,16 Prozent auf 510,13 US-Dollar ein. Auch QUALCOMM, das mit eigenen Arm-Chips bereits seit einigen Quartalen im Windows-Segment aktiv ist, rutschte um 8,78 Prozent auf 228,99 US-Dollar ab. Arm Holdings dagegen profitierte, da die NVIDIA-Architektur auf einer Arm-Lizenz aufbaut, und stieg zuletzt um 15,73 Prozent auf 408,85 US-Dollar.

x86 unter Druck

Der Kern des Angriffsplans ist architektonischer Natur. Intel und AMD haben ihre PC-Dominanz über Jahrzehnte auf der x86-Architektur aufgebaut, einem Prozessordesign, das auf das Jahr 1978 zurückgeht. NVIDIA setzt beim RTX Spark dagegen auf Arm-Architektur, die heute sämtliche Smartphones und die Mac-Produktlinie von Apple antreibt.

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"Dies war eine überdurchschnittlich gute Keynote von Jensen - gespickt mit zahlreichen neuen Ankündigungen, wobei er gleichzeitig seine Rivalen in ihre Schranken wies", schrieb der unabhängige Analyst Richard Windsor, der den Blog "Radio Free Mobile" betreibt, "Barron's" zufolge. "Ganz oben auf dieser Liste steht Intel, dessen x86-Architektur faktisch als obsolet bezeichnet wurde - und zwar sowohl im Rechenzentrum als auch im PC-Bereich; beides sind Intels Kernmärkte."

Müssen Anleger nach dem Rücksetzer nun reagieren?

Für Anleger, die Intel und AMD bereits im Depot halten, relativiert der Jahresverlauf den heutigen Rücksetzer. Intel hat sich im Verlauf des Jahres 2026 mehr als verdreifacht, AMD legte im selben Zeitraum rund 112 Prozent zu, da Investoren auf den wachsenden CPU-Bedarf in KI-Infrastrukturen setzen. Intel erwirtschaftete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 13,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und mehr als eine Milliarde über der eigenen Prognose. Das Datencenter- und KI-Segment wuchs dabei um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden US-Dollar. Der heutige Rückgang trifft damit Aktien, die sich noch immer deutlich über ihrem Niveau vom Jahresanfang befinden. Das Risiko für Intel und AMD liegt weniger darin, dass NVIDIA über Nacht den gesamten PC-Markt übernimmt, sondern darin, dass der Newcomer zunächst das margenstarke Premiumsegment besetzt: KI-optimierte Hochpreislaptops und Desktops, für die Käufer bereit sind, erheblich mehr zu bezahlen.

Ob NVIDIA den Sprung vom GPU-Spezialisten zum vollwertigen PC-Plattformanbieter schafft, dürfte sich im vierten Quartal 2026 zeigen, wenn die ersten RTX Spark-Geräte auf dem Markt erscheinen und Software-Entwickler, Unternehmen sowie Privatanwender entscheiden, ob der Arm-Ökosystemaufbau das x86-Jahrzehnte-Erbe tatsächlich ablösen kann.

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Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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