Nagarro-Aktie im Plus: Gewinn im zweiten Quartal gesteigert - Übernahme voraus?
Der IT-Dienstleister Nagarro hat im zweiten Quartal seinen Gewinn gesteigert.
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Der Umsatz lag indessen nahezu auf Vorjahresniveau. Die Prognose für 2026 bestätigte Nagarro SE. An der Börse zeigte sich die Aktie wenig bewegt.
Die im Kleinwerteindex SDAX gelisteten Papiere notiert zeitweise mit einem leichten Plus von 0,26 Prozent bei 78,20 Euro. Damit läuft die Aktie seit dem Übernahmeangebot des indischen Konzerns Persistent im Juni weiter seitwärts. Die Inder bieten 81 Euro je Nagarro-Aktie. Die Offerte hatte die Aktie von nahe ihres Rekordtiefs bei 32,50 Euro auf rund 78 Euro hochgehievt.
Analyst Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies verwies am Freitag auf eine weiterhin enttäuschende Dynamik beim Umsatzwachstum. Anzeichen für eine Nachfragebelebung gebe es nicht. Die Profitabilität von Nagarro habe sich jedoch verbessert und der Ausblick sei bestätigt worden.
Die Erlöse von Nagarro legten im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 Prozent auf 252,4 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte lag das Wachstum bei 2,0 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich aber um fast ein Viertel auf 37,8 Millionen Euro. Die entsprechende operative Marge (Ebitda) stieg von 12,1 auf 15,0 Prozent. Unter dem Strich stieg der Gewinn um etwas mehr als ein Viertel auf 10,6 Millionen Euro. Grund hierfür ist vor allem der Wegfall eines Steueraufwands.
Für das laufende Jahr peilt das Management auf Basis aktueller Wechselkurse weiter einen Erlös von 1,0 bis 1,06 Milliarden Euro an. Davon sollen 14,5 bis 15,5 Prozent als operatives Ergebnis (bereinigte Ebitda-Marge) hängen bleiben. 2025 lag der Umsatz bei 999 Millionen Euro und die operative Marge bei 13,8 Prozent.
Nagarro hatte im Juli Probleme mit der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin. Diese hatte Fehler im Abschlussbericht 2022 festgestellt. Im Wesentlichen gehe es um die Aufzeichnung, Erfassung und geografische Aufschlüsselung von Umsatzerlösen sowie die erstmalige bilanzielle Erfassung von Unternehmenserwerben. Hinzu kämen die Beschreibung des Geschäftsmodells und die Risikoberichterstattung im Lagebericht, teilte das Unternehmen Mitte Juli mit.
Nagarro-Spitze empfiehlt Übernahme durch Persistent
Der IT-Dienstleister Nagarro will sich von dem indischen Konzern Persistent Systems übernehmen lassen. Vorstand und Aufsichtsrat sähen den Angebotspreis von 81 Euro je Aktie als angemessen und fair an, teilte das im SDAX gelistete Unternehmen am Freitag in München mit. Die Offerte bewertet das Aktienkapital von Nagarro insgesamt mit gut einer Milliarde Euro. Wenn genügend Anteilseigner das Angebot annehmen und die zuständigen Behörden zustimmen, soll die Mehrheitsübernahme im vierten Quartal 2026 oder im ersten Quartal 2027 vollzogen werden, hieß es weiter.
Persistent hatte schon Ende Juni mitgeteilt, mindestens gut die Hälfte der Anteile erwerben zu wollen. Rund 20 Prozent hat sich das Unternehmen schon von Nagarros Gründerfamilie gesichert und damit einen großen ersten Schritt gemacht. Der Kurs der Nagarro-Aktie hatte sich nach der damaligen Ankündigung mehr als verdoppelt.
MÜNCHEN (dpa-AFX)
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Bildquellen: nagarro