Ravensburger-Chef: 'Es bleibt zunächst alles, wie es ist'


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RAVENSBURG (dpa-AFX) - Für die Ravensburger-Beschäftigten soll sich nach der Übernahme von Steiff vorerst nichts ändern. Das hat Vorstandschef Clemens Maier in einem Schreiben an die Belegschaft des Spielwarenherstellers klargestellt. "Es bleibt zunächst alles, wie es ist", schrieb Maier in einem Intranet-Beitrag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ravensburger hatte am Mittwoch bekanntgegeben, sich mit 60 Prozent an dem Plüschtierhersteller zu beteiligen. Steiff soll weiter eigenständig am Firmensitz in Giengen an der Brenz geführt werden.

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Für die Beschäftigten seien derzeit keine Veränderungen in den Strukturen oder Aufgaben geplant, schrieb der Manager. Durch die Beteiligung entstehe auch keine zusätzliche Arbeitsbelastung. Ob das auch in Zukunft so bleiben wird, ließ Maier allerdings offen: "Mittelfristig werden wir prüfen, ob und wo sich sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben."

Maier: Wir verdienen zu wenig Geld

Zugleich zeichnete Maier die Lage bei Ravensburger intern kritischer als bisher in der Öffentlichkeit bekannt - und lieferte gleich eine Erklärung, wie ein so großer Zukauf zur wirtschaftlichen Lage der Oberschwaben passe. "Wir haben ein Ertragsproblem, kein Liquiditätsproblem", schrieb der 55-Jährige. "Das heißt, wir haben genügend finanzielle Mittel und Rücklagen, verdienen mit unserem Geschäft aber operativ zu wenig Geld. Daran arbeiten wir mit hoher Priorität."

Ein bereits aufgelegtes Restrukturierungsprogramm ist laut Maier ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Ravensburger wieder nachhaltig profitabel zu machen und damit langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich aufzustellen. Man verfolge drei Stoßrichtungen: "Wir wollen unsere Kostenstruktur verbessern, unser Geschäft skalierbarer machen und unser Wachstum stärken."

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Die Beteiligung an Steiff dient demnach dem dritten Ziel. Dadurch solle die Umsatzbasis gestärkt werden. Man habe nach sorgfältiger Abwägung entschieden, diese besondere Chance zu nutzen - und in ein profitables Unternehmen mit einer der renommiertesten und traditionsreichsten Marken der Spielwarenwelt zu investieren. "Möglich ist das, weil Ravensburger in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet hat", schreibt Maier. Der Manager ist der Urenkel von Otto Maier, der den Spieleverlag 1883 gegründet hat.

Umsatz zuletzt rückläufig

Ravensburger hatte für 2025 einen Umsatzrückgang gemeldet - von einem Rekordwert von 790 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 742 Millionen Euro. Das lag vor allem am Abflauen des Hypes um das Sammelkartenspiel "Disney (Walt Disney) Lorcana". Das Kerngeschäft mit Spielen, Puzzles und Büchern legte zwar zu - reichte aber nicht aus, um den Umsatzrückgang aufzufangen. Zum Ergebnis äußert sich Ravensburger traditionell nicht.

Außerdem berichtete Ravensburger von einem steigenden Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Deshalb will der Konzern an Strukturen und Kosten arbeiten. Damit verbunden ist auch ein Stellenabbau im unteren zweistelligen Bereich. Zuletzt waren gut 2.500 Menschen bei dem Konzern beschäftigt, in Ravensburg selbst und einem Werk in Tschechien.

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Zwei Traditionsunternehmen verflechten sich

Ravensburger und Steiff gehören zu den bekanntesten Spielzeugmarken in Deutschland. Von Ravensburger stammen etwa Klassiker wie "Memory", "Das verrückte Labyrinth" und "Scotland Yard". In vielen Kinderzimmern finden sich heute auch das Lernsystem "Tiptoi" und die Kugelbahn "GraviTrax". Zur Gruppe gehören ebenso Marken wie Brio, bekannt für Holzeisenbahnen, und der Spielkartenverlag FX Schmidt. Steiff gilt als Erfinder des Teddybären und steht seit 1880 für hochwertige Plüschtiere - erkennbar am Knopf im Ohr.

Mit dem Verkauf will die Steiff Beteiligungsgesellschaft, die von den Erben der Gründerin Margarete Steiff gehalten wird, nach eigenen Angaben die Weichen für eine langfristige Perspektive des Unternehmens stellen. "Für uns war entscheidend, Steiff in verantwortungsvolle, unternehmerische Hände zu geben, die die Marke, die Werte und Geschichte verstehen und respektieren", teilte Geschäftsführer Frederik Reimann mit. Außerdem erhofft sich das Unternehmen mehr Erfolg auf dem internationalen Markt./jwe/DP/stw

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02.02.26 Walt Disney Kaufen DZ BANK
13.11.25 Walt Disney Overweight JP Morgan Chase & Co.
22.08.25 Walt Disney Kaufen DZ BANK
06.08.25 Walt Disney Buy UBS AG

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