Regierung: Frühindikatoren deuten nicht auf nachhaltige Konjunkturbelebung


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Bundesregierung sieht noch keine Anzeichen für eine bevorstehende Konjunkturerholung. "Aktuelle Frühindikatoren deuten noch nicht auf eine nachhaltige konjunkturelle Belebung in den kommenden Monaten hin", erklärte das Wirtschaftsministerium in seinem Monatsbericht und verwies auf Auftragseingänge und Geschäftsklima, aber auch die verhaltende Entwicklung der Weltkonjunktur. Nach der leicht rezessiven Entwicklung im Winterhalbjahr 2022/23 habe die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal stagniert. "Während der private Konsum stabilisierend gewirkt haben dürfte, dämpften die noch schwachen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen Produktion und Exportentwicklung", stellte das Ministerium fest.

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Die Industrieproduktion sei im Juni im Vormonatsvergleich deutlich rückläufig gewesen, wobei insbesondere die Automobilindustrie und das Baugewerbe deutliche Rückgänge aufgewiesen hätten. Die Auftragseingänge seien im Juni zwar kräftig angestiegen, dies sei allerdings vor allem auf volatile Großaufträge zurückzuführen gewesen. "Ohne Großaufträge bleiben die Auftragseingänge abwärtsgerichtet", so die Ökonomen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Das Ifo-Geschäftsklima habe sich im Juli weiter eingetrübt, insbesondere die Erwartungen für die weitere Entwicklung lägen im deutlich negativen Bereich.

Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz hätten sich im Juni zwar gegenüber dem Vormonat wieder verringert, aber im ersten Quartal insgesamt sei es gegenüber dem Vorquartal zu einem Zuwachs um 1,3 Prozent gekommen, betonte das Ministerium. Angesichts rückläufiger Inflationsraten und steigender Tarifabschlüsse könnten vom privaten Konsum in den kommenden Monaten zunehmend Impulse ausgehen. Der Auftrieb der Verbraucherpreise habe sich im Juli weiter vermindert. Am Arbeitsmarkt habe sich die konjunkturelle Schwäche auch im Juli gezeigt, aber der merkliche Rückgang im Vormonat habe sich nicht fortgesetzt. In den kommenden Monaten sei mit einer verminderten Dynamik am Arbeitsmarkt zu rechnen, die Unternehmen planten weniger Neueinstellungen.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/err

(END) Dow Jones Newswires

August 14, 2023 04:49 ET (08:49 GMT)

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