Reichweite von Zeitschriften trotz Corona-Effekten rückläufig
FRANKFURT (dpa-AFX) - Trotz einer gesteigerten Nachfrage im Corona-Frühjahr 2020 ist die Reichweite von gedruckten Zeitschriften und Wochenzeitungen samt E-Papern in Deutschland rückläufig. Nach der am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichten Erhebung der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (Agma) nutzen 54,9 Millionen Leser ab 14 Jahren Magazine und Wochenzeitungen. Das entspreche einem Anteil von 77,7 Prozent der Altersgruppe. Auf Zeitschriftentitel entfallen 53,2 Millionen Leser (75,3 Prozent). Das reichweitenstärkste Segment bleiben die TV-Programmzeitschriften.
Im Juli 2020 hatte die Arbeitsgemeinschaft, die ein Zusammenschluss von Unternehmen aus der Medien- und Werbewirtschaft ist, noch einen Gesamtanteil von 80,1 Prozent für Magazine und Wochenzeitungen ausgewiesen, das entsprach 56,6 Millionen Lesern ab 14 Jahren (Zeitschriften: 54,8 Millionen, 77,6 Prozent). Bei den Berechnungen sind allerdings Schwankungen möglich, weil manche Zeitschriftentitel hinzukommen und andere verschwinden.
Die neuen Zahlen spiegeln den Angaben zufolge Befragungen in zwei Wellen von September 2019 bis August 2020 wider - das heißt, hier spielen bereits Corona-Effekte mit hinein. Laut Agma wurde mehr Nachfrage im März und April 2020 verzeichnet - über das Jahr gerechnet habe sich dieser Effekt aber nicht in den Gesamtzahlen ausgewirkt.
Die Zahlen bilden nicht das Leserinteresse auf Webseiten der Zeitschriften- und Zeitungsmarken ab - es geht um die Sicht auf gedruckte Presseprodukte und E-Paper. Zeitschriften- und Zeitungsverlage hatten im Corona-Jahr 2020 ein gesteigertes Interesse an ihren digitalen Angeboten verzeichnet.
Die Medien- und Werbewirtschaft veröffentlicht die Reichweiten der Zeitschriften und Wochenzeitungen zweimal im Jahr. Für die aktuellen repräsentativen Erhebungen befragte die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse 40 185 Personen ab 14 Jahre in Deutschland. In die Betrachtung flossen 154 Pressetitel ein./rin/DP/fba
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