ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax beendet triste Woche mit Verlust
FRANKFURT (dpa-AFX) - Tristesse hat am Freitag am deutschen Aktienmarkt geherrscht. Der Dax verlor 1,69 Prozent auf 10 336,09 Punkte und verbuchte auf Wochensicht ein Minus von 2,7 Prozent. Börsianer führten die Verluste unter anderem auf eine sich abzeichnenden Erfolglosigkeit des Medikaments Remdesivir des Pharmakonzerns Gilead Sciences im Einsatz gegen Covid-19 zurück. Die "Financial Times" hatte berichtet, bei der Behandlung von Patienten in China mit dem Mittel habe es keine spürbaren Verbesserungen gegeben.
Daneben begründeten Marktteilnehmer die Vorsicht von Anlegern mit der fortdauernden Ungewissheit, wie sehr die Corona-Krise in den kommenden Quartalen auf die Ergebnisse der Unternehmen durchschlägt. Rund ein Drittel der 30 Dax-Konzerne veröffentlicht in der kommenden Woche Quartalsberichte. Investoren dürften vor allem darauf schauen, ob die Unternehmen angesichts der Corona-Krise überhaupt Aussagen für die kommenden Monate wagen - und wie diese ausfallen. Viel Optimismus ist wohl bei den meisten nicht zu erwarten.
Für den MDAX der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 1,18 Prozent auf 22 240,69 Punkte nach unten.
Die Serie von Konjunkturdaten auf historisch niedrigem Niveau reißen derweil nicht ab. Das Ifo-Geschäftsklima für Deutschland rutschte im April auf ein weiteres Rekordtief. "Schlimmer geht immer, lautet derzeit das Motto, kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Allerdings gewöhne man sich inzwischen an die extremen Einbrüche der Daten.
Am Dax-Ende knickten die Aktien von Lufthansa um 8 Prozent auf 7,18 Euro ein und nähern sich immer mehr dem Rekordtief vom März 2003 bei 6,80 Euro. Die Fluggesellschaft hatte am Vorabend für das erste Quartal einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro vermeldet und kann sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten. Für das laufende zweite Quartal wird ein noch deutlich höherer Verlust erwartet. Vor diesem Hintergrund rissen die negativen Analystenkommentare nicht ab.
Europaweit trennten sich Anleger auch von den als sehr konjunktursensibel geltenden Aktien der Banken. Hierzulande büßten die Papiere der Deutschen Bank (Deutsche Bank) 6,8 Prozent ein und die der Commerzbank 4,1 Prozent. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte den Ausblick für die Kreditwürdigkeit etlicher Banken gesenkt. Der Konjunktureinbruch werde die Finanzinstitute in den kommenden Quartalen schwer in Mitleidenschaft ziehen, lautete die Begründung.
Unter den Favoriten im Nebenwerte-Index SDAX profitierten die Anteilscheine von Drägerwerk mit einem Plus von 4,9 Prozent von einer Kaufempfehlung der Bank Hauck & Aufhäuser. Ein unerwartet hoher Verlust des Stahl- und Röhrenherstellers Salzgitter im ersten Quartal dessen Kurs hingegen um 5,5 Prozent nach unten.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) gab am Freitag um 1,5 Prozent auf 2809,07 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 und der französische CAC 40 verloren jeweils 1,3 Prozent. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) lag zum europäischen Börsenschluss mit mehr als einem Prozent im Plus. Der Eurokurs notierte zuletzt bei 1,0799 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0800 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9259 Euro gekostet.
Am deutschen Anleihemarkt stieg der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) um 0,18 Prozent auf 144,70 Punkte. Die Umlaufrendite fiel im Gegenzug von minus 0,42 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Bund Future notierte am Abend mit plus 0,21 Prozent bei 172,72 Punkten./bek/he
--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---