ROUNDUP/Aktien New York: Dow mit Stabilisierungsversuch nach Dreijahrestief
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NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem Ausverkauf vom Vortag haben die US-Aktienmärkte am Dienstag zu einer zaghaften Erholung angesetzt. Der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) fiel zwar im frühen Handel erstmals seit mehr als drei Jahren wieder unter die Marke von 20 000 Zählern, berappelte sich aber wieder. Zuletzt notierte der US-Leitindex 0,84 Prozent höher 20 358,85 Punkten. Am Vortag hatte der Dow mit knapp minus 13 Prozent den größten Tagesverlust seit 1987 verzeichnet.
Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag zuletzt um 2,49 Prozent auf 2445,50 Punkte. Der technologielastige NASDAQ 100 legte um 2,74 Prozent auf 7212,85 Punkte zu.
Laut Analyst Pierre Veyret vom Broker Activtrades ist es ein gutes Zeichen, dass sich die Kurse an den Aktienbörsen nach dem ausgeprägten Kursverfall stabilisieren: "Die Anleger begrüßen die globale Reaktionen der Zentralbanken, erwarten jetzt aber mehr auf der fiskalischen Seite."
Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Boeing im Fokus, die um weitere 19 Prozent einbrachen und kurz zuvor den tiefsten Stand seit dem Jahr 2013 erreichten. Bereits am Montag hatten sie fast 24 Prozent verloren. Seit Beginn des freien Falls vor knapp vier Wochen haben Boeing damit rund 70 Prozent eingebüßt.
Die Coronavirus-Krise belastet besonders stark den weltweiten Flugverkehr und damit die weitere Nachfrage nach Boeing-Fliegern. Derweil nehmen die Produktionsprobleme für den US-Flugzeugbauer laut US-Medien wegen infizierter und unter Quarantäne stehender Mitarbeiter weiter zu. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zudem, dass Boeing bei der US-Regierung auf kurzfristige Finanzhilfen dränge. Der Konzern steht wegen seines nach zwei Abstürzen binnen kurzer Zeit weltweit mit Flugverboten belegten Verkaufsschlagers 737 Max ohnehin schon mit dem Rücken zur Wand.
Bei den Aktien von Amazon ging es um 4,6 Prozent nach oben. Der weltgrößte Online-Händler will einem starken Anstieg der Bestellungen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus mit einer Einstellungsoffensive begegnen. Das Unternehmen hatte am Montagnachmittag (Ortszeit) angekündigt, in den USA 100 000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.
Dagegen steuerten die am Vortag unter die Räder gekommenen Aktien von Fluggesellschaften weitere Verluste an. American Airlines verloren zuletzt 4,3 Prozent, Delta Air Lines 7,7 Prozent und United Airlines 9,4 Prozent. Aufgrund der enormem geschäftlichen Schäden, die die rapide Ausbreitung des Virus hinterlässt, wollen die US-Fluglinien Staatshilfen im Volumen von über 50 Milliarden Dollar beantragen.
Dagegen setzten die Papiere von Clorox ihre steile Aufwärtsbewegung mit einem Gewinn von 16 Prozent fort. Der Hersteller von Desinfektionslösungen profitiert wegen der Viruspandemie derzeit von einer hohen Nachfrage nach seinen Produkten./edh/he