Siemens Healthineers sieht Normalisierung des Diagnostik-Geschäfts
FRANKFURT (Dow Jones)--Für das erwartete starke Gewinnwachstum im Geschäftsjahr 2020/21 setzt die Führung von Siemens Healthineers auf eine Normalisierung im Diagnostikgeschäft. Einen Einbruch der Volumina bei Bluttests wie auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr "werden wir so nicht wieder sehen", sagte Finanzvorstand Jochen Schmitz in der Telefonpressekonferenz zur Vorlage der Jahreszahlen. Das zeigten bereits jetzt die Nutzungszahlen der Maschinen.
Im Frühjahr hatten Ärzte und Krankenhäuser weltweit ihre Routineuntersuchungen und Bluttests zurückgefahren, daraufhin war bei zugleich höheren Kosten die Marge der Sparte Diagnostic von 9,1 Prozent auf 1,8 Prozent eingebrochen. Zur Hälfte sei dafür das rückläufige Volumen verantwortlich gewesen, sagte Schmitz. Der Rest sei Folge coronabedingter Mehrkosten für Fracht und die Entwicklung von Covid-19-Tests sowie für Unterauslastung in der Produktion und die Installation weiterer Atellica-Laborplattformen. Daneben gab es negative Wechselkurseffekte.
Für das zum Oktober begonnene neue Geschäftsjahr plant Schmitz nun mit einer Verbesserung der Diagnostics-Marge auf über 5 Prozent. Vornehmlich setzt er dabei auf eine Erholung im Geschäft mit Reagenzien, das mehr als 90 Prozent der Umsätze liefert. 200 bis knapp 400 Millionen Euro Mehrumsatz verspricht sich Schmitz in der Sparte. Rund 100 Millionen Euro Umsatz mit den von Healthineers entwickelten Corona-Antigentests sind in der Prognose enthalten. Hier erwartet das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr eine erheblich steigende Nachfrage.
Überdies kann Siemens Healthineers auch bei bildgebenden Geräten wie Magnetresonanztomographen oder Computertomographen oder Robotern für minimalinvasive chirurgische Eingriffe von Wachstum ausgehen. Der Auftragsbestand zu Beginn des neuen Geschäftsjahres lag mit 19 Milliarden Euro über dem Wert des Vorjahres. Die Book-to-Bill-Ratio im Gerätegeschäft erreichte im abgelaufenen Jahr einen Wert von 1,06. Werte über 1 zeigen wachsende Nachfrage an.
Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com
DJG/rio/jhe
(END) Dow Jones Newswires
November 02, 2020 07:49 ET (12:49 GMT)
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