Starker Preisschub bei deutschen Importpreisen
Von Andreas Plecko
WIESBADEN (Dow Jones)--Bei den Importpreisen in Deutschland hat es im März vor allem wegen der Energiepreise einen starken Preisschub gegeben, der die Erwartungen von Experten deutlich übertraf. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete, stieg der Index der Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 1,8 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg von 0,9 Prozent prognostiziert.
Im Vergleich zum Vorjahr wurde für März eine Preissteigerung von 6,9 Prozent registriert. Das ist die höchste Rate seit April 2011. Die befragten Ökonomen hatten dagegen einen Anstieg von 6,0 Prozent erwartet. Im Februar hatte der Anstieg erst 1,4 Prozent betragen, im Januar waren die Importpreise sogar um 1,2 Prozent gesunken.
Der Einfuhrpreisindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnissse lag den Angaben zufolge im März um 1,4 Prozent höher als im Vormonat, während sich im Jahresvergleich ein Anstieg um 3,0 Prozent ergab.
Die Importe von Energie waren im März um 56,7 Prozent teurer als Vorjahresmonat. Dieser Anstieg begründet sich durch das außerordentlich niedrige Preisniveau des Vergleichsmonats: Im März 2020 war die Nachfrage aufgrund der Corona-Krise deutlich zurückgegangen, bei einem gleichzeitig starken Angebotsüberhang.
Bei Erdöl wurde eine Preissteigerung von 100,5 Prozent verzeichnet, bei Erdgas von 35,8 Prozent und bei Mineralölerzeugnisse von 36,6 Prozent. Außerdem verteuerte sich elektrischer Strom im Import um 113,6 Prozent.
Die Entwicklung der Importpreise ist ein Indiz für die deutsche Inflation, die Exportpreise lassen Rückschlüsse auf die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu.
Der Index der Ausfuhrpreise lag im März um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr wurde ein Anstieg um 2,2 Prozent registriert.
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April 29, 2021 02:16 ET (06:16 GMT)