Studie: Familien stehen wegen Inflation zunehmen unter Druck


BERLIN (Dow Jones)--Familien in Deutschland stehen wegen der hohen Inflation zunehmend unter Druck. Nach dem am Montag vom Bundesfamilienministerium veröffentlichten "Familienbarometer" hat sich bei den Familien die eigene wirtschaftliche Lage im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert.

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Nur noch 43 Prozent der befragten Eltern mit minderjährigen Kindern bewerten ihre Lage positiv. Mit 45 Prozent bewerten aber fast die Hälfte ihre Situation aber als teils schlecht, teils gut, weitere 12 Prozent als (eher) schlecht, so das Ergebnis einer Umfrage des Allensbach-Instituts, das die Studie zusammengestellt hat. Die Inflation mache 93 Prozent der Eltern minderjähriger Kinder große Sorgen.

"Vor allem gelingt es Müttern in Paarfamilien, insbesondere aber Alleinerziehenden, häufig nicht, ein existenzsicherndes Einkommen zu erwirtschaften und damit ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern", heißt es in dem Bericht, den das Familienministerium veröffentlicht hat.

Bei kleinen Einkommen bestünde die Gefahr, dass die Familie mit einem Armutsrisiko lebt und so auf längere Frist Einschränkungen für das familiäre und kindliche Wohlergehen entstünden. Die möglichst umfangreiche Erwerbstätigkeit beider Elternteile sei der beste Schutz vor Armutsrisiken, so der Bericht. Ein höheres Armutsrisiko hätten hingegen alleinerziehender Mütter, Familien mit drei und mehr Kindern oder mit Migrationshintergrund.

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Mit Kindersicherung mehr finanzielle Sicherheit schaffen

Nach Ansicht des Familienministeriums macht der Bericht deutlich, dass die von der Bundesregierung geplante Kindergrundsicherung Sicherheit und Stabilität schaffen könne. "Deshalb hat vor allem die Umsetzung der Kindergrundsicherung Priorität für mich. Denn mit der Kindergrundsicherung können wir ein Sicherheitsnetz schaffen", sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus. Mit ihr würden dem Ministerium zufolge Familien in wirtschaftlich prekären Lagen gestärkt und Kinderarmut reduziert.

Innerhalb der Koalition ist die Einführung eine Kindergrundsicherung mit mehr Unterstützung für ärmere Familien allerdings umstritten. Paus fordert, dass die Kindergrundsicherung ab 2024 eingeführt wird und ärmere Kinder mit 12 Milliarden Euro an zusätzlichen staatlichen Mitteln besser gefördert werden. Die FDP sieht zusätzliche Gelder hingegen kritisch.

Laut Umfrage befürwortet eine große Mehrheit der Bevölkerung von 60 Prozent und 75 Prozent der Eltern mit minderjährigen Kindern die Einführung der Kindergrundsicherung.

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Renate Köcher vom Allensbach-Institut betonte, dass die Bekämpfung von Kinderarmut und die Förderung benachteiligter Kinder der Bevölkerung außerordentlich wichtig seien. "Dies ist ein wesentliches Motiv für die breite Unterstützung der Kindergrundsicherung", so Köcher.

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