VDP: Rückgang der Immobilienpreise verliert an Dynamik
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Die Preiskorrektur auf dem deutschen Immobilienmarkt hielt nach Angaben des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) auch im zweiten Quartal dieses Jahres an. Allerdings flachte die Abwärtsdynamik demnach im Vergleich zum Vorquartal spürbar ab. Der Immobilienpreisindex des VDP weist nunmehr einen Stand von 182,4 Punkten auf (Basisjahr 2010 = 100 Punkte), dies entspricht einem Rückgang um 1,1 Prozent gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres und um 6,4 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres, wie der Verband mitteilte. Im Vergleich zum direkten Vorquartal büßten die Wohnimmobilienpreise in Deutschland 0,9 Prozent ein.
Die Preise für Gewerbeimmobilien fielen in demselben Zeitraum um 2,0 Prozent, wobei das Minus der Einzelhandelsimmobilienpreise mit 2,5 Prozent etwas höher ausfiel als das der Büroimmobilienpreise mit 1,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal, als das bisherige Preishöchstniveau erreicht worden war, gaben die Wohnimmobilienpreise um 5,4 Prozent nach. Die Abnahme der Preise für Gewerbeimmobilien belief sich im Jahresvergleich auf 10,3 Prozent. Dabei war die rückläufige Entwicklung bei Einzelhandelsimmobilien mit minus 11,7 Prozent erneut ausgeprägter als bei Büroimmobilien mit minus 9,8 Prozent.
"Die Preisrückgänge auf dem deutschen Immobilienmarkt haben sich im zweiten Quartal dieses Jahres fortgesetzt. Die Abwärtsdynamik der Immobilienpreise hat allerdings merklich nachgelassen, was eine Bodenbildung in den nächsten Quartalen möglich erscheinen lässt. Zumindest für Wohnimmobilienpreise zeichnet sich bereits eine Seitwärtsbewegung ab", erklärte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.
Zur leicht negativen Entwicklung der Wohnimmobilienpreise im zweiten Quartal dieses Jahres trugen laut den Angaben sowohl die Preise für selbst genutztes Wohneigentum als auch die für Mehrfamilienhäuser bei - gegenüber dem Anfangsquartal 2023 beliefen sich die Veränderungsraten auf minus 0,4 Prozent respektive minus 1,4 Prozent. Die Entwicklungen im zweiten Quartal hätten damit nur einen unterdurchschnittlichen Einfluss auf die Jahresveränderungsraten von minus 3,8 Prozent bei selbst genutzten Immobilien und minus 6,9 Prozent bei Mehrfamilienhäusern gehabt.
Im Vergleich zu den Vorquartalen beschleunigte sich der Anstieg der Renditen für Mehrfamilienhäuser gemessen am Liegenschaftszinssatzindex auf Jahressicht erneut und betrug 14,2 Prozent nach 10,9 Prozent und 6,0 Prozent in den Vorquartalen. Die Steigerungsrate der Neuvertragsmieten betrug gegenüber dem Vorjahreszeitraum 6,2 Prozent. "Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen hoch", erklärte Tolckmitt. "Da der Immobilienkauf aufgrund der deutlich angestiegenen Zinsen weniger erschwinglich geworden ist, werden Mietwohnungen nun noch stärker nachgefragt als in den Vorjahren. Der Mietanstieg unterstreicht den weiter steigenden Druck auf dem Wohnungsmarkt."