Verdi bekräftigt Forderung nach Verbot Subunternehmen in Paketbranche


FRANKFURT (Dow Jones)--Die Gewerkschaft Verdi hat ihre Forderung nach einem Verbot von Subunternehmen in der Paketbranche bekräftigt. Ein neues Gutachten untermaure die Position der Gewerkschaft, ein Verbot sei, "gesetzlich geregelt durch ein Direktanstellungsgebot", die einzige Lösung zur Beseitigung der schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche.

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"Es ist höchste Zeit für ein gesetzliches Verbot von Subunternehmen in der Paketbranche, um prekäre Arbeitsbedingungen, Ausbeutung und illegale Beschäftigung wirksam zu bekämpfen", sagte Andrea Kocsis, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Gutachtens. Ein Direktanstellungsgebot, angelehnt an bereits bestehende Regelungen in der Fleischwirtschaft, werde die gravierenden Missstände in der Branche beseitigen helfen.

Paketdienstleister könnten "nicht mehr zur Profitmaximierung Aufträge an Subunternehmer vergeben, die den enormen Preiskampf auf dem Rücken der Paketzustellerinnen und -zusteller austragen und häufig Lohn- und Sozialdumping betreiben", so Verdi. In Deutschland sind - Stand Februar - laut Verdi-Erhebung bei den rund 300 Paketzustellunternehmen knapp 40.000 Beschäftigte direkt angestellt, hingegen die Mehrheit - etwa 45.500 - sind bei Subunternehmen angestellt.

Jedoch stellt sich nach den Verdi-Zahlen die Situation bei den einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich dar. Stefan Thyroke, ver.di-Bundesfachgruppenleiter Speditionen, Logistik und KEP, sagte, den jüngsten Verdi-Zahlen zufolge sei zum Beispiel bei Fedex und UPS festzustellen, dass die Eigenbeschäftigung "in kleinen Schritten" zurückgeht. UPS und Fedex hatten nach früheren Angaben zu Jahresbeginn 2023 etwa 40 Prozent eigene Zusteller.

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Kocsis sagte, feststellbar sei bei beiden Unternehmen ein "leichter Trend zu mehr Outsourcing als zu Insourcing". Auf der anderen Seite hat die DHL Group den Zahlen zufolge so gut wie keine Zusteller bei Subunternehmen, fast alle Zusteller sind auf der eigenen Payroll. Das Gutachten wurde im Auftrag des Hugo-Sinzheimer-Instituts für Arbeits- und Sozialrecht der Hans-Böckler-Stiftung erstellt.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/cbr

(END) Dow Jones Newswires

September 15, 2023 05:53 ET (09:53 GMT)

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