RWE-Aktionäre drängen neuen RWE-Chef zu rascherem Kohleausstieg
Mehrere RWE-Anteilseigner haben den neuen Vorsitzenden des Essener Energieversorgers, Markus Krebber, zu einem schnelleren Kohleausstieg aufgefordert.
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"Herr Krebber, machen Sie nun Ernst und Tempo", erklärte der ESG-Beauftragte der Union Investment, Henrik Pontzen, anlässlich der virtuellen Hauptversammlung des DAX-Konzerns. "Lassen Sie sich nicht zur Nachhaltigkeit treiben, sondern übernehmen Sie die Führung. Ein einfaches 'Weiter so' reicht nicht."
Die französische Vermögensverwaltung Amundi wies daraufhin, dass 11 Millionen Tonnen der von RWE 2019 geförderten Braunkohle für externe Kunden bestimmt gewesen seien. Auf die Frage, ob der Konzern derartige Verkäufe einzustellen gedenke, erklärte der scheidende RWE-Chef Rolf Martin Schmitz, dass die Brikettierung Ende 2022 im Zuge des Kohleausstiegs aufgegeben werde. Die Veredelung von Braunkohle zu Staub und Koks werde aber weitergeführt, weil es besonders aus der mittelständischen Industrie weiter eine Nachfrage dafür gebe.
Der Anteilseigner DWS begrüßte zwar, dass die Klimaziele mittlerweile als Teil der Vorstandsvergütung vorgesehen seien, übte aber Kritik an der Corporate Governance von RWE. "Ungeachtet der jeweiligen Kompetenz und Qualifikation bleibt die Mandatshäufung bei RWE leider ein regelmäßiges Thema", heißt es in einer Stellungnahme des Vermögensverwalters DWS. Daher könne DWS "die Wiederwahl der Mitglieder aufgrund des Overboardings nicht unterstützen", betonte Senior Research Analyst Corporate Governance, Hendrik Schmidt.
Der Kohle-Kurs stößt auch bei Umweltschützern auf scharfe Kritik. "Noch immer ist RWE einer der größten CO2-Verursacher Europas", erklärte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. "Wenn Krebber das verschärfte EU-Klimaziel befolgen und das Pariser Klimaschutzziel einhalten will, muss er die dreckige Braunkohlesparte bis spätestens 2030 abwickeln."
Nach der Hauptversammlung übernimmt der bisherige Finanzvorstand Markus Krebber die Nachfolge von CEO Schmitz. RWE hatte im Zuge eines Milliarden-Deals die Ökostromgeschäfte des Konkurrenten Eon übernommen und die Tochter Innogy zerlegt. Der Konzern hat seitdem das Geschäft auf Basis Erneuerbarer Energien inklusive Wasserkraft und Biomasse auf rund 11 Gigawatt ausgebaut und will hier auch weiter wachsen. Bis 2040 soll das Unternehmen klimaneutral sein.
Berlin (Dow Jones)
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Bildquellen: Adam Berry/Getty Images
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