Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah bröckelt weiter


TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Die gegenseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz einer offiziellen Waffenruhe an. Bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien zwei Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. In dem Gebiet seien Kampfflugzeuge und Drohnen gesichtet worden. Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen. In Bint Dschubail würden Bodentruppen weiterhin mit Maschinengewehren angreifen.

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Die israelische Armee teilte mit, in zwei Fällen sei eine Abwehrrakete auf ein "verdächtiges Flugobjekt" abgefeuert worden, das in der Nähe israelischer Truppen im Südlibanon identifiziert worden sei. Am Montag seien zwei israelische Soldaten beim Angriff einer mit Sprengstoff beladenen Drohne im Südlibanon verletzt worden, einer davon schwer. Mit dem Angriff habe die proiranische Hisbollah gegen die Waffenruhe verstoßen.

Bei dem Einsatz im Südlibanon habe die Armee mehr als 1.000 "Terror-Infrastrukturstätten" zerstört, die von der Hisbollah für Angriffe genutzt worden seien. Dazu gehörten auch mit Sprengfallen versehene Gebäude. Es seien dort auch Hunderte Waffen gefunden worden, darunter Maschinengewehre, Handgranaten, Minen, Panzerabwehrraketen sowie Mörsergranaten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Offizielle Waffenruhe - faktische Kampfhandlungen

Im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel gilt offiziell eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump am 16. April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Die anschließend verlängerte Feuerpause gilt noch gut zwei Wochen. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei.

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Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden nach dortigen offiziellen Angaben allein am Sonntag 14 Menschen getötet, darunter 2 Kinder, und 37 weitere verletzt. Bei einem Hisbollah-Drohnenangriff wurde an dem Tag ein israelischer Soldat getötet.

Bei ersten direkten Gesprächen in Washington zwischen Israel und dem Libanon hat Israel eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, die libanesische Seite einen kompletten Abzug der israelischen Armee von libanesischem Boden./le/DP/nas

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