Commerzbank-Aktie fester: UniCredit-Angaben sollen von Finanzaufsicht geprüft werden
Die Commerzbank will die Angaben der UniCredit über angediente Aktien und Finanzinstrumente prüfen lassen.
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Wie die Bank mitteilte, stellt sie der Finanzaufsicht Bafin die relevanten öffentlich verfügbaren Informationen sowie ihre eigene Analyse und Erkenntnisse zur Verfügung. Sie warnt vor möglicherweise irreführenden UniCredit-Angaben und "spricht sich für eine umfassende Prüfung des Sachverhalts aus, um dem Markt ein vollständiges Bild zu geben."
Die UniCredit hatte am Dienstag mitgeteilt, dass ihr im Rahmen des laufenden Übernahmeangebots 7,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient worden seien. Inklusive der bislang direkt gehaltenen 26,77 Prozent käme die UniCredit damit auf 34,37 Prozent. Außerdem meldete sie Kaufoptionen über weitere 3,2 Prozent und weitere Finanzinstrumente, sogenannte "Cash-Settled Instruments", im Volumen von 13,2 Prozent.
Laut Commerzbank konnten nach den ihr aktuell vorliegenden Informationen "bislang keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Investors identifiziert werden". Die Summe der Annahmen durch Privatanleger entspreche einem Aktienanteil von rund 0,05 Prozent. Das insgesamt angediente Volumen stamme überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Derivate-Gegenparteien der UniCredit seien, so die Commerzbank weiter. Sie wies zudem darauf hin, dass die Aktien angedient wurden, obwohl der Kurs der Commerzbank-Aktie über dem Wert des UniCredit-Angebots liege.
Ferner teilte, die Bank mit, dass direkt gehaltene Aktien, Derivate und angediente Aktien nicht als aggregierte Gesamtposition interpretiert werden sollten. Es handele sich um unterschiedliche Kategorien, die nicht gleichgesetzt werden sollten. In Teilen der Berichterstattung sei von Positionen von über 50 Prozent die Rede gewesen.
Die Angaben der UniCredit seien "ohne ergänzende Erläuterungen irreführend und begründen den Verdacht eines Handelns mit dem Ziel, ihre Position in der Wahrnehmung des Marktes künstlich aufzublähen."
Commerzbank-Chefin: Feindliche Übernahme würde massiv Wert vernichten
Die Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Bettina Orlopp, sieht nach eigenen Worten ein "chaotisches Szenario", sollte das Angebot von UniCredit unter dem von ihr als "feindlich" bezeichneten Ansatz der italienischen Bank angenommen werden. "Die schlechteste aller Optionen ist eine feindliche Übernahme, da diese viel Wert vernichten würde", sagte Orlopp bei einer Veranstaltung von Goldman Sachs in Zürich.
Ein Szenario, in dem UniCredit letztlich einen Anteil von 40 bis 50 Prozent an der Commerzbank halte, wäre für beide Seiten sehr chaotisch, erklärte Orlopp. UniCredit bräuchte eine 75-prozentige Mehrheit, um strukturelle Maßnahmen bei der Commerzbank einzuführen, und das könnte angesichts des Widerstands der Bundesregierung - dem zweitgrößten Anteilseigner der Bank - und anderer Investoren schwer zu erreichen sein, fügte sie hinzu.
Aus Sicht der Commerzbank wäre das wahrscheinlichste Ergebnis des Angebots, dass UniCredit eine Beteiligung von über 30 Prozent erlangt, ohne jedoch die Kontrolle zu übernehmen, sagte Orlopp.
UniCredit teilte diese Woche mit, dass sich Aktionäre, die einen Anteil von 7,6 Prozent an der Commerzbank vertreten, verpflichtet hätten, ihre Anteile anzudienen, wodurch das Unternehmen zusammen mit seinem bestehenden Anteil eine direkte Beteiligung von 34,4 Prozent erlangen würde. Die Commerzbank erklärte später, sie habe die deutsche Finanzaufsicht gebeten, die Angaben von UniCredit zum Umfang der Unterstützung für ihr Übernahmeangebot zu prüfen.
Im XETRA-Handel stieg die Commerzbank-Aktie zum Handelsschluss um 0,71 Prozent auf 36,67 Euro.
DOW JONES
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