Wettbewerb wird schärfer

Angriff auf BYD: EU plant für Chinas Autobauer den nächsten Zollhammer - Aktien von BMW, VW & Co. profitieren


Angriff auf BYD: EU plant für Chinas Autobauer den nächsten Zollhammer - Aktien von BMW, VW & Co. profitieren

Die Europäische Union will angesichts des anziehenden Wettbewerbs mit chinesischen Autobauern laut einem Pressebericht Einfuhrzölle auf Plug-in-Hybride aus der Volksrepublik einführen.

Mit neuen Handelsbarrieren will die Europäische Union offenbar eine Lücke bei den bestehenden Importabgaben schließen. Die EU erhebt bereits seit Mitte 2024 Ausgleichszölle gegen subventionierte chinesische Vollelektro-Autos. Seitdem sind viele chinesische Hersteller dazu übergegangen, statt reiner E-Autos verstärkt Plug-in-Hybride in die EU zu exportieren, um so die bisher verhängten Zölle zu vermeiden und den Europäern einen Marktnachteil zu verschaffen. Im "Handelsblatt" war in diesem Zusammenhang von einem regelrechten Schlupfloch die Rede. Auch die europäische Industrie sieht akuten Handlungsbedarf, da die Chinesen sehr agil reagiert und die offene Flanke schnell ausgenutzt hätten, wie ein Industriemanager betonte. Eine entsprechende Untersuchung sei bereits vorbereitet, sodass die EU-Kommission schnell zusätzliche Ausgleichszölle auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller wie BYD, Chery und SAIC verhängen kann, sobald eine Mehrheit der EU-Staaten zustimmt.

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Skepsis hinsichtlich der langfristigen Wirkung

Ob die neuen Maßnahmen den Vormarsch der Konkurrenz aus Fernost dauerhaft stoppen können, bleibt allerdings fraglich. Der UBS-Experte Patrick Hummel glaubt, dass Abgaben für Plug-in-Modelle das Wachstum der Chinesen in Europa nur moderat beeinträchtigen würden. Aus China stammende Hersteller dürften hierzulande dennoch höhere Margen erzielen als im eigenen Land. Zudem beschleunigten die chinesischen Autobauer derzeit ohnehin ihre Strategie, die Produktion direkt in Europa zu lokalisieren. Dennoch bewertete Hummel die Nachricht über die Vorbereitung der Zölle, die bislang noch nicht Teil der eingeführten Abgaben waren, als leicht positiv für den europäischen Sektor.

Erholungsversuch auf dem deutschen Parkett

An den Aktienmärkten sorgten die Pläne aus Brüssel vor dem Wochenende für ein Aufatmen und beendeten eine zweitägige Verlustserie der deutschen Premium-Hersteller. BMW notierten letztlich auf XETRA mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 59,98 Euro. Auch die Papiere von Mercedes-Benz gewannen hinzu und zeigten sich schlussendlich 1,52 Prozent höher bei 45,28 Euro. Beide Aktien waren zuvor nach einer Gewinnwarnung von BMW, die maßgeblich mit der Krise im China-Geschäft begründet worden war, auf Tiefststände seit 2020 abgesackt.

Dass die Schweizer Großbank UBS das Kursziel BMW von 88 auf 70 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen, hat, hat unterdessen kaum Folgen. Nach der massiven Gewinnwarnung des Autobauers habe er seine Schätzungen für die operative Marge (Ebit) im Kerngeschäft für die Jahre bis 2028 gekürzt, schrieb Patrick Hummel in einer am Freitag vorliegenden Studie. Daraus resultierten seine neuen, um bis zu 44 Prozent gesenkten Prognosen für das Ergebnis je Aktie. Sein Bewertungsmodell gehe von keiner Geschäftsverbesserung in China aus. Aktuell sei die Aktie fair bewertet.

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Die Aktien von Volkswagen müssen am Freitag derweil gesondert betrachtet werden, weil die Titel ex Dividende gehandelt wurden.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: FotograFFF / Shutterstock.com, Robert Way / Shutterstock.com

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