WOCHENAUSBLICK: Pulverfass Naher Osten dämpft Risikofreude der Dax-Anleger


WOCHENAUSBLICK: Pulverfass Naher Osten dämpft Risikofreude der Dax-Anleger
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der schwierigen Lage im Nahen Osten mit dem Krieg zwischen der Hamas und Israel dürften die Anleger auch in der neuen Woche vorsichtig am deutschen Aktienmarkt agieren. Von einer Jahresendrally kann derzeit keine Rede sein: Der Dax (DAX 40) ist schwach und rutschte zuletzt wieder unter die runde Marke von 15 000 Punkten.

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"Solange der Krieg im Nahen Osten tobt und die Gefahr des Eingriffes weiterer Staaten nicht ausgeschlossen werden kann, werden sich Investoren mit Aktien nicht die Finger verbrennen wollen", schrieb der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.

Da nutzt es derzeit auch wenig, dass beim Blick in den Kalender die gegenwärtige Jahreszeit eher für Aktien-Engagements spricht. Unter saisonalen Aspekten sei die Zeitspanne Oktober bis Dezember die beste Zeit des Jahres - der Oktober selbst sei bisweilen aber noch schwierig gewesen, schreibt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Geopolitische Risiken dämpften das Erholungspotenzial.

Akzente dürfte in der neuen Woche die Berichtssaison setzen, die in den USA und in Europa Fahrt aufnimmt. Aus dem Dax berichten am Mittwoch die Deutsche Bank, der Konsumgüterhersteller Beiersdorf, der Aromenproduzent Symrise und die Porsche AG (Porsche) über das dritte Quartal. Am Donnerstag sind Mercedes-Benz (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)) und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) an der Reihe und am Freitag der Kunststoffkonzern Covestro und der Triebwerksbauer MTU (MTU Aero Engines).

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In den USA richtet sich mit den Quartalszahlen von Microsoft und der Google-Mutter Alphabet (Alphabet C (ex Google)) am Dienstag, dem Facebook-Konzern Meta (Meta Platforms (ex Facebook)) zur Wochenmitte sowie Amazon und Intel am Donnerstag die Aufmerksamkeit vor allem auf den Technologiesektor. Er hat in diesem Jahr bislang gegenüber den Standardwerten deutlich die Nase vorn, kann sich seit Mitte des Monats der Gesamtmarktschwäche aber auch nicht entziehen.

Wichtigster Konjunkturtermin ist am Donnerstag die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach der im September erfolgten zehnten Anhebung nacheinander, womit der Leitzins aktuell bei 4,5 Prozent liegt, rechnen Marktteilnehmer nun überwiegend mit einer Zinspause. "Die EZB dürfte auf Basis des jüngsten Inflationsrückgangs in der Eurozone keine weitere Leitzinsanhebung mehr beschließen", sagt etwa Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Er erwartet, dass die Notenbank angesichts der zunehmenden Unsicherheit - gerade in Sachen Energiepreise infolge des Nahostkonflikts - die Bedeutung der eingehenden Wirtschaftsdaten betonen wird, die zunehmend für eine Rezession sprächen.

Besser sieht es für die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten aus. Sie dürfte im dritten Quartal kräftig gewachsen sein, prognostiziert Christoph Weil von der Commerzbank. Bekannt gegeben wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) am Donnerstag. "In den USA gibt es im Gegensatz zum Euroraum bisher keine Hinweise auf einen Abschwung, so der Commerzbank-Volkswirt. Er erwartet allerdings weiterhin, dass die massiven Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed an der Wirtschaft nicht spurlos vorbeigehen und sie im nächsten Jahr stärker dämpfen werden.

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Konjunkturseitig ebenfalls auf Interesse dürfte das Verbrauchervertrauen in der Eurozone stoßen, das am Montag veröffentlicht wird. Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor und der Industrie sowohl in Europa als auch in den USA stehen am Dienstag auf der Agenda. In Deutschland folgt am Mittwoch mit dem Ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer./ajx/ag/tih

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

Bildquellen: Maksim Kabakou / Shutterstock.com

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