ZVEI erhöht 2023 Prognose für Elektro- und Digitalindustrie


HANNOVER/BERLIN (Dow Jones)--Die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie blicken nach dem guten Geschäftszahlen zu Jahresbeginn mit mehr Zuversicht auf das Gesamtjahr 2023 und erwarten nun ein Produktionsplus von 1 bis 2 Prozent. Im Januar hatte der ZVEI Verband der Elektro- und Digitalindustrie noch mit einer schwarzen Null bei der realen Produktion gerechnet. Die Branche profitiere von den Megatrends Elektrifizierung und Digitalisierung, so der Verband.

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Während der ersten beiden Monate des Jahres 2023 zog laut ZVEI die preisbereinigte, reale Produktion um 6 Prozent an, der Auftragsbestand bleibe mit 5,5 Produktionsmonaten weiterhin auf sehr hohem Niveau.

Die beiden starken Anfangsmonate hätten den ZVEI daher bewogen, trotz eines herausfordernden makroökonomischen sowie geopolitischen Umfeldes seine Jahresprognose der realen Produktion von 0 auf nunmehr 1 bis 2 Prozent zu erhöhen.

"Besonders erfreulich ist der anhaltende Beschäftigungsaufbau", sagte ZVEI-Präsident Gunther Kegel auf der Eröffnungspressekonferenz zur Hannover Messe. Erstmals seit einem Vierteljahrhundert weise die Branche allein in Deutschland wieder mehr als 900.000 Beschäftigte aus (knapp 902.000).

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Branche profitiert vom Umbau zur Klimaneutralität

Der Verband führte die anhaltend positive Entwicklung der Branche auf den Umbau zu einer klimaneutralen Industriegesellschaft zurück, wodurch die Nachfrage nach Elektrifizierung und Digitalisierung gestiegen sei. Denn um die Klimaziele zu erreichen, müssten Energie und Ressourcen künftig deutlich effizienter eingesetzt werden.

"Seit zwei Jahren beobachten wir, dass unsere Branche sich dynamischer als das verarbeitende Gewerbe im Durchschnitt entwickelt", betonte Kegel.

Ziel der Branche seien Produktinnovationen, wie etwa die Gleichstromtechnologie, die schnell zur Serienreife geführt werden soll. So benötige etwa eine Versorgung mit Gleichspannung nur halb so viel Kupfer und führe zugleich zu Stromersparnissen bis zu 20 Prozent, so der ZVEI.

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Außerdem soll mit dem geplanten Datenökosystem "Manufacturing-X" (MFX) ein neuer Standard für die vernetzte Industrie 4.0 gesetzt werden, der die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland insgesamt erheblich steigern und der aufkommenden Datenökonomie neue Impulse geben soll.

Denn die standardisierten Formate zum Datenteilen und der Möglichkeit für einen gemeinsamen Datenraum "Made in Europe" sind laut ZVEI der nächste logische Baustein zur Vernetzung der Industrie. Dieses Vorhaben ziele auf Effizienz- und Ressourcensteigerung. Denn dieses System soll es insbesondere Unternehmen kleinerer und mittlerer Größe künftig ermöglichen, ihre Daten zu niedrigen Kosten auszutauschen und darüber hinaus gleichberechtigt mit Dritten zu teilen.

"Die Einfachheit des Datenteilens durch Standards sowie die Chancen für neue Geschäftsmodelle stehen im Fokus", erklärt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, zu dem Vorhaben.

Überbürokratisierung und Regulierungseifer lähmen

Kritisch sieht der ZVEI hingegen die stetige Zunahme staatlicher Intervention ins Wirtschaftsgeschehen, zuletzt in Form des Wettbewerbsdurchsetzungsgesetzes.

"Statt immer neue bürokratische Ungetüme großzuziehen, sollte sich die Bundesregierung auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren und für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sorgen", kritisierte der ZVEI-Präsident das Vorgehen der Politik, die unternehmerische Freiheit durch sich hinschleppende Genehmigungsverfahren und überbordende Dokumentations- und Meldepflichten auszubremsen.

Die Überbürokratisierung und der in Teilen entfesselte Regulierungseifer lähmten und gingen zulasten von Wettbewerb und Innovation.

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