Deutsche Anleihen: Erneut Kursverluste - Iran-Krieg schürt Inflationsängste


FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat am Dienstag erneut die deutschen Anleihen merklich belastet. Steigende Erdgas- und Ölpreise schürten am Markt Inflationssorgen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,26 Prozent auf 129,20 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf 2,75 Prozent. Noch deutlicher stiegen die Renditen in Frankreich und Italien.

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"Die Marktentwicklung zu Wochenbeginn unterstreicht einmal mehr, dass Bunds und US-Treasuries nicht mehr als sichere Häfen fungieren", kommentierte Christoph Rieger, Rentenexperte bei der Commerzbank. Bereits am Montag waren die Kurse deutlich unter Druck geraten und die Renditen gestiegen. "Die höheren Renditen mögen zwar noch durch steigende Inflationserwartungen aufgrund der höheren Öl- und Gaspreise erklärt werden." Die Marktentwicklung zeige aber, dass hochklassige Staatsanleihen in Krisenzeiten kein geeignetes Absicherungsinstrument gegen einen Abverkauf am Aktienmarkt seien.

Inflationssorgen werden vor allem durch die deutlich gestiegenen Gaspreise geschürt. Der Preis für europäisches Erdgas kletterte auf den höchsten Stand seit über drei Jahren. Grund ist unter anderem der seit Montag andauernde Lieferstopp von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.

Sollte sich der Krieg länger hinziehen, dann könnte sich dies auch auf die Inflation in der Eurozone und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auswirken. Im Februar war die Inflationsrate in der Eurozone überraschend von 1,7 Prozent im Vormonat auf 1,9 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Rate gerechnet./jsl/jha/

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