Wette auf Schweizer Franken: Weiterhin stark
Der Franken hat gegenüber dem Euro abermals kräftig verloren. Dieser Trend dürfte nicht von Dauer sein. Eine Chance für mutige Anleger.
von Emmeran Eder, Euro am Sonntag
Verwundert reiben sich viele Anleger die Augen. Trotz der Turbulenzen um die chinesische Währung und Wirtschaft wertete die Krisenvaluta Schweizer Franken zuletzt deutlich gegenüber dem Euro ab - von 1,02 auf 1,096 Franken je Euro. Bei sonstigen Krisen flüchteten Anleger dagegen fast immer in die eidgenössische Währung.
Dieses Mal war es anders. Die so gut wie sichere Genehmigung des dritten Hilfspakets für Griechenland und die Abwendung des Grexit durch die EU haben das Vertrauen in den Euro gestärkt. Überdies ließen gute Wirtschaftszahlen für Deutschland und andere EU-Länder wie Spanien und Irland Investoren wieder vom Franken in den Euro wechseln. Auch, weil umgekehrt die helvetischen Einzelhandelsumsätze im Juni stark einbrachen, was wenig verwundert. Fahren die Schweizer doch lieber ins benachbarte Euro-Ausland, um mit ihren dort wertvollen Franken einzukaufen.
Zudem kam es beim Schweizer Leitindex SMI zu Gewinnmitnahmen, als dieser vor Kurzem das Hoch aus 2008 bei 9.500 Punkten wieder erreichte. Viele Analysten springen nun auf den Trend auf und sehen den Kurs am Jahresende schon wieder bei 1,15 Franken stehen.
Anderer Meinung ist Jens Klatt vom Devisen-Broker FXCM. Er rechnet auf Sicht von zwölf Monaten damit, dass der Franken sich wieder in Richtung Parität bewegt. "Die EZB wird die Abwertung durch die Chinesen als Anreiz sehen, das geldpolitische Gaspedal noch einmal kräftiger durchzutreten, um den Euro international zu schwächen", sagt er. Hinzu komme, dass die Fremdwährungsreserven in der Schweizer Notenbankbilanz im Bereich der Höchststände bei 500 Milliarden Franken lägen, was den Spielraum der SNB stark einschränke. Wegen des heiß gelaufenen eidgenössischen Immobilienmarkts seien auch weitere Zinssenkungen, um den Franken zu schwächen, kaum möglich. Würde das den Häuserboom doch noch weiter anfachen.
In den vergangenen Tagen gab es bereits einen Rücksetzer auf 1,077 Franken je Euro. Der Abwärtstrend könnte sich fortsetzen. Mit dem Short-Mini-Future- Zertifikat (ISIN: DE 000 VT0 38N 6) von Vontobel mit Hebel 7,2 auf das Devisenpaar EUR/CHF setzen Anleger auf einen wieder stärkeren Franken. Die Barriere bei 1,2081 Franken je Euro ist zwölf Prozent entfernt.
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
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