ETFs und ETNs - Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wann ETNs die bessere Wahl sind
ETFs sowie ETNs sind Exchange Traded Products (ETPs), passiv gemanagte, an der Börse handelbare Wertpapiere. Was der Unterschied ist und wann ETNs ETFs überlegen sind.
Werte in diesem Artikel
• ETFs: Fonds mit Schutz
• ETNs: Exchange Traded Notes inklusive Emittentenrisiko
• ETNs besonders bei exotischen Investments von Vorteil
ETFs: Der Klassiker mit Sondervermögensschutz
ETFs bilden einen Index, eine Branche oder ein Thema ab und bieten einen einfachen und breit gestreuten Zugang zu einem bestimmten Markt. Rechtlich gehören ETFs zu den Fonds nach EU-Recht (UCITS). Das verwaltete Vermögen wird als Sondervermögen von einer Depotbank gehalten, womit Anleger selbst vor der Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft geschützt sind, wie die Deutsche Börse erklärt.
Zwei weitere technische Merkmale zeichnen ETFs aus: Anbieter veröffentlichen täglich die Zusammensetzung des Portfolios. Zudem gibt es einen Creation/Redemption-Mechanismus, der es professionellen Marktteilnehmern erlaubt, jederzeit der Indexzusammensetzung entsprechende Wertpapierkörbe gegen ETF-Anteile zu tauschen und umgekehrt. Für diese Anteile stellen sie ständig Preise, zu denen Anleger kaufen oder verkaufen können, wie die Deutsche Börse ausführt.
ETNs - Flexibilität für exotische Basiswerte
Weil ETNs (Exchange Traded Notes) keine Sondervermögen, sondern Schuldverschreibungen sind, tragen Anleger ein Emittentenrisiko: Bei Insolvenz des Herausgebers wird das investierte Kapital zur Insolvenzmasse gerechnet, was bis zum Totalverlust führen kann. Um dieses Risiko zu begrenzen, können ETNs besichert sein. Unbesicherte Produkte hingegen tragen das volle Ausfallrisiko des Emittenten, so ING und die Deutsche Börse.
Ihr Mehrwert liegt, wie die Deutsche Börse erläutert, in ihrer Reichweite: ETNs bilden Marktindikatoren ab, die sonst für viele Anleger nicht erhältlich wären, vor allem Volatilitäten, Währungspaare oder mehrfach gehebelte Indextracker. Die Börse Stuttgart nennt dabei insbesondere Währungen als typischen Einsatzbereich. Das Fondsrecht lässt bei Fonds nämlich nur einen maximalen Hebel von zwei zu, ETNs unterliegen dieser Einschränkung nicht.
Wann sind ETNs ETFs überlegen?
ETNs können ETFs nicht ersetzen, jedoch bieten sie in bestimmten Situationen Vorteile.
Ein Engagement in die Volatilität am Aktienmarkt beispielsweise war bislang über ETFs nicht möglich, ETNs schließen diese Lücke. Gleiches gilt, so die Deutsche Börse, für direkte Investments in Währungspaare oder stark gehebelte Strategien jenseits des Faktors zwei, die das Fondsrecht für klassische ETFs ausschließt.
Der entscheidende Preis dafür ist das fehlende Sondervermögen und das damit verbundene Emittentenrisiko. Wer gezielt in Nischenmärkte, exotische Basiswerte oder komplexe Strategien investieren möchte und dieses Risiko bewusst trägt, findet in ETNs ein Instrument, das ETFs strukturell nicht bieten können. Wer hingegen breit gestreut und mit maximalem Kapitalschutz investieren will, ist mit ETFs besser bedient.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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