Verteidigungs-ETF

BNP Paribas Europe Defense ETF: Bei diesem Verteidigungs-ETF führen Safran, Airbus und Rolls-Royce


BNP Paribas Europe Defense ETF: Bei diesem Verteidigungs-ETF führen Safran, Airbus und Rolls-Royce

Beim Marktführer WisdomTree stehen ganz andere Namen vorn als in diesem ETF. Denn dieser Fonds legt Anlegern nicht nur Rüstung, sondern auch einen guten Teil der zivilen Luftfahrtbranche mit ins Depot.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Europas Verteidigungsausgaben sollen laut dem Readiness-2030-Plan der EU-Kommission bis zum Ende des Jahrzehnts auf über 800 Milliarden Euro steigen.
  • An der Spitze dieses ETFs stehen mit Safran, Airbus und Rolls-Royce drei Konzerne, die neben ihrem Rüstungsgeschäft auch ein bedeutendes ziviles Luftfahrtgeschäft betreiben.
  • Allein im vergangenen Monat legte der Fonds um 13,5 Prozent zu, getragen von einer Kombination aus anhaltendem Rüstungsboom und einer parallel starken zivilen Luftfahrtbranche.

Europas Aufrüstung: Wo der Kontinent aktuell steht

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Die europäische Verteidigungsindustrie befindet sich mitten in einer historischen Aufrüstungsphase. Die EU-Kommission hat mit ihrem Readiness-2030-Plan das Ziel ausgegeben, die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten bis zum Ende des Jahrzehnts auf über 800 Mrd. Euro zu steigern, während sich die NATO-Staaten auf ein neues Ziel von 5 Prozent der Wirtschaftsleistung für Verteidigung und sicherheitsrelevante Infrastruktur verständigt haben. Bereits 2026 dürften die europäischen NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben um mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern und der Umsatz der gesamten europäischen Verteidigungsindustrie wuchs zuletzt bereits im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Hinter diesem Ausbau steht die wachsende Überzeugung in Europa, sich nicht mehr allein auf die USA als Schutzmacht verlassen zu können, verstärkt durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine.

Der drittgrößte Verteidigungs-ETF, und einer der günstigsten

Der BNP Paribas Easy Bloomberg Europe Defense UCITS ETF Acc bildet den Bloomberg Europe Defense Select Index nach, der über 30 europäische Verteidigungsunternehmen bündelt, die an großen europäischen Börsen notiert sind. Der Index verlangt, dass mindestens 75 Prozent des Fondsvermögens in Unternehmen mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum investiert werden, gewichtet wird nach Marktkapitalisierung, überprüft wird die Zusammensetzung vierteljährlich. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und wurde im Mai 2025 aufgelegt. Unter den größten europäischen Verteidigungs-ETFs ist er der drittgrößte, hinter dem deutlich größeren WisdomTree Europe Defence UCITS ETF sowie dem Amundi Stoxx Europe Defense UCITS ETF, zählt aber gemeinsam mit dem Amundi-Pendant mit Kosten von 0,35 Prozent pro Jahr zu den günstigsten Varianten in diesem Marktsegment. Günstigere Angebote finden sich erst bei ETFs mit einem Fondsvolumen von unter 50 Mio. Euro.

Warum Safran, Airbus und Rolls-Royce hier führen, beim Marktführer aber nicht

Ein Vergleich mit dem größeren WisdomTree Europe Defence UCITS ETF zeigt einen auffälligen Unterschied. Während dort BAE Systems, Thales und Rheinmetall die drei größten Positionen stellen, führen hier Safran, Airbus und Rolls-Royce, während Rheinmetall erst auf Platz vier folgt, Thales auf Platz sechs und BAE Systems sogar erst auf Platz neun. Der Grund dafür liegt darin, dass Safran, Airbus und Rolls-Royce neben ihrem Rüstungsgeschäft allesamt ein sehr bedeutendes ziviles Luftfahrtgeschäft betreiben, das ihre gesamte Marktkapitalisierung deutlich in die Höhe treibt, selbst wenn der reine Verteidigungsanteil ihres Umsatzes geringer ausfällt als bei reinen Rüstungsspezialisten wie BAE Systems oder Thales.

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Da der zugrunde liegende Index nach Marktkapitalisierung gewichtet, geraten diese großen, zivil-militärischen Mischkonzerne hier an die Spitze. Wer diesen Fonds statt den WisdomTree-ETF wählt, setzt zusätzlich zum europäischen Rüstungsboom auch auf die parallele Erholung der zivilen Luftfahrtbranche, also auf volle Auftragsbücher für neue Verkehrsflugzeuge und weltweit steigende Passagierzahlen. Die Potenziale dieses Fonds sind damit breiter gefächert als bei einem reinen Verteidigungs-Play. Beschnitten sind sie dagegen in einem Szenario, in dem zwar die Verteidigungsausgaben weiter steigen, die zivile Luftfahrt aber gleichzeitig unter Druck gerät, etwa durch eine globale Konjunkturschwäche oder stark steigende Treibstoffkosten, in einem solchen Fall würde ein stärker auf reine Rüstungswerte fokussierter Fonds wie der von WisdomTree tendenziell besser abschneiden.

Safran, Airbus und Rolls-Royce: Zivil-militärische Mischkonzerne im Fokus

Größte Position ist mit 14,28 Prozent Safran, ein französischer Triebwerks- und Ausrüstungskonzern, der neben seinem großen zivilen Geschäft über die Exporterfolge seines Kampfjets Rafale direkt vom europäischen Rüstungsboom profitiert. Auf Platz zwei folgt mit 13,25 Prozent Airbus, dessen Verteidigungssparte Airbus Defence and Space Kampfflugzeuge wie den Eurofighter, das Militärtransportflugzeug A400M sowie Satelliten- und Raumfahrttechnik umfasst, während der Konzern gleichzeitig einer der beiden weltgrößten Hersteller von Verkehrsflugzeugen ist. An dritter Stelle steht mit 11,54 Prozent Rolls-Royce aus Großbritannien, das neben zivilen Großtriebwerken auch Antriebe für Kampfjets und Kriegsschiffe liefert sowie die Reaktoren für die Atom-U-Boote der Royal Navy herstellt und über das britisch-italienisch-japanische Kampfjetprogramm GCAP an einem der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte beteiligt ist. Alle drei Positionen vereinen damit Potenziale aus zwei Welten, dem strukturellen Rüstungsboom und der Erholung der zivilen Luftfahrt.

Frankreich und Deutschland vor Großbritannien und den Niederlanden

Bei der Länderverteilung vereinen Frankreich und Deutschland zusammen fast die Hälfte des Fonds, ergänzt um Großbritannien und die Niederlande sogar fast 80 Prozent, wobei die Niederlande vor allem durch den dort juristisch registrierten Airbus-Konzern zustande kommen. Für Anleger, die von der europäischen Aufrüstung profitieren möchten, handelt es sich dabei um eine sehr passende Länderauswahl: Frankreich und Großbritannien zählen zu den traditionell stärksten Rüstungsstandorten Europas mit eigener nuklearer und industrieller Basis, während Deutschland im Zuge der sogenannten Zeitenwende seine Verteidigungsausgaben besonders stark ausweitet.

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Fast ein reiner Industrie-ETF: Ein Diversifikationsvorteil für viele Depots

Aufgrund seiner Strategie ist dieser Fonds praktisch ein reiner Industrie-ETF. Für Anleger, deren Depot bereits stark technologielastig oder US-lastig aufgestellt ist, kann das einen echten Diversifikationsvorteil bieten, da hier weder US-Technologiekonzerne noch klassische Wachstumswerte den Ton angeben. Wer sich für diesen Fonds entscheidet, muss allerdings grundsätzlich von den langfristigen Potenzialen der europäischen Verteidigungsindustrie überzeugt sein, da eine derart enge Branchenkonzentration naturgemäß keine breite wirtschaftliche Streuung bietet.

Warum der Fonds zuletzt so stark zulegte

In den vergangenen zwölf Monaten legte der Fonds um 19,0 Prozent zu, allein im vergangenen Monat um 13,5 Prozent. Sowohl der anhaltende europäische Rüstungsboom mit neuen Auftragsmeldungen und steigenden Verteidigungsbudgets als auch eine parallel robuste Entwicklung der zivilen Luftfahrtbranche, sichtbar unter anderem an starken Geschäftszahlen und vollen Auftragsbüchern bei Safran und Airbus, haben gemeinsam für diesen kräftigen Schub gesorgt.

Hohe Schwankung als Kehrseite der starken Rendite

Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt bei 27,0 Prozent, ein für einen auf eine einzelne Branche konzentrierten ETF hoher, aber angesichts der jüngsten starken Kursbewegungen nachvollziehbarer Wert. Der maximale Verlust im selben Zeitraum liegt bei minus 20,3 Prozent, was ein Hinweis darauf ist, dass auch ein von starken strukturellen Rückenwinden getragener Sektor zwischenzeitlich deutlich zurückfallen kann, etwa wenn sich die Erwartungen an neue Rüstungsaufträge oder die zivile Luftfahrtnachfrage kurzfristig eintrüben oder allgemeine Marktkorrekturen auch diesen Sektor erfassen.

Für welche Strategie sich dieser Verteidigungs-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt auf die europäische Aufrüstung setzen möchten, dabei aber bewusst auch von der parallelen Erholung der zivilen Luftfahrtbranche profitieren wollen, statt eine möglichst reine Rüstungswette einzugehen. Wer stattdessen eine konzentriertere, reinere Verteidigungswette sucht, ist mit einem stärker auf Rüstungs-Pure-Plays ausgerichteten ETF wie dem von WisdomTree besser bedient. Wegen der hohen Branchen- und Länderkonzentration sowie der erhöhten Schwankungsbreite eignet sich dieser Fonds nicht als Grundbaustein, sondern als gezielte Beimischung für Anleger mit langem Anlagehorizont und hoher Risikotoleranz.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Die Konzentration auf einen einzelnen Sektor kann das Risiko im Vergleich zu breit gestreuten Fonds deutlich erhöhen.

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Bildquellen: Gorodenkoff / Shutterstock.com, Ryan Nash Photography / Shutterstock.com

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25.09.26 Airbus SE Hold Jefferies & Company Inc.
09.09.26 Airbus SE Outperform RBC Capital Markets
08.09.26 Airbus SE Buy Deutsche Bank AG
08.09.26 Airbus SE Hold Jefferies & Company Inc.
04.09.26 Airbus SE Hold Jefferies & Company Inc.

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