Rekord

Vier Milliarden für den Staat - Die größte Erbschaftssteuer in Deutschlands Geschichte


Vier Milliarden für den Staat - Die größte Erbschaftssteuer in Deutschlands Geschichte

Weil familiäre Pläne scheiterten, überwies die Familie des verstorbenen Unternehmers Heinz Hermann Thiele fast vier Milliarden Euro an das Finanzamt. Eine Summe, die in dieser Form noch nie in Deutschland gezahlt wurde.

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Ein Rekord, der nicht geplant war

Die Nachricht kam nüchtern über eine Behörde, sorgte aber bundesweit für Schlagzeilen: Im Frühjahr 2025 bestätigte das Bayerische Landesamt für Steuern, dass eine Erbschaftssteuerzahlung in Höhe von fast vier Milliarden Euro eingegangen sei. Zuständig war das Finanzamt Kaufbeuren, der Erblasser: Heinz Hermann Thiele, Mehrheitsaktionär beim Bremsenhersteller Knorr-Bremse und einer der reichsten Männer Deutschlands. Das Gesamtvermögen, das Thiele hinterließ, soll sich laut Business Insider auf rund 15 Milliarden Euro belaufen haben. Mit der darauf entfallenen Erbschaftssteuer wurde ein Rekord aufgestellt - die bislang höchste bekannte Zahlung, die jemals auf ein Erbe in Deutschland anfiel.

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Eine geplante Stiftung zerbricht an der Familie

Dabei hätte alles anders laufen können. Schon zu Lebzeiten hatte Thiele offenbar vorgesehen, sein Vermögen über eine gemeinnützige Stiftung zu sichern. Ein bewährter Weg für viele Großvermögen, um Steuern zu sparen und gleichzeitig gesellschaftliches Engagement zu zeigen. Doch nach seinem Tod kam es zu Spannungen. Laut anwalt.de konnten sich sein Sohn, seine Witwe und der eingesetzte Testamentsvollstrecker in Bezug auf Testament und private Stiftung nicht einigen.

Die Gründung der Stiftung verzögerte sich - und schließlich verstrich eine gesetzlich relevante Frist. Damit war der Weg für eine steuerfreie Übertragung verbaut. Was als strategisches Nachlassmodell gedacht war, endete mit der vollen Steuerpflicht. Und für das Finanzamt mit einem Geldsegen in Milliardenhöhe.

Was das Steuerrecht erlaubt - und was nicht

In Deutschland ist das Erben grundsätzlich steuerpflichtig, aber das Gesetz lässt Spielraum. Es gibt Freibeträge: 500.000 Euro für Ehepartner, 400.000 Euro für Kinder - und gestaffelte Steuersätze. Theoretisch kann der Satz bis zu 50 Prozent betragen, je nach Höhe und Verwandtschaftsgrad. Doch große Vermögen, vor allem in Form von Unternehmensanteilen, genießen zahlreiche Ausnahmen.

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Wer frühzeitig plant oder Teile des Vermögens in Betriebsstrukturen einbettet, kann die Steuerlast massiv senken. In vielen Fällen bleiben große Erbschaften sogar komplett steuerfrei.

Die Umverteilungswirkung

Obwohl die Erbschaftsteuer in Deutschland formal progressiv gestaltet ist, wirkt sie in der Praxis oft regressiv: Große Vermögen, insbesondere Unternehmensvermögen, profitieren von zahlreichen Ausnahmen und Begünstigungen. Dadurch zahlen sehr vermögende Erben prozentual weniger Steuern auf ihre Erbschaften als Erben kleinerer Vermögen, so Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.. Im Fall Thiele griffen diese Regelungen offenbar nicht, was dem Haushalt des Bundeslandes Bayern zugutekam und damit die Umverteilungswirkung positiv beeinflusste.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Andrey_Popov / shutterstock.com

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16.09.26 Knorr-Bremse Neutral JP Morgan Chase & Co.
11.08.26 Knorr-Bremse Buy Warburg Research
04.08.26 Knorr-Bremse Halten DZ BANK
03.08.26 Knorr-Bremse Buy Goldman Sachs Group Inc.

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