Was sind die besten Aktien für Anfänger?
Für Einsteiger sind breit gestreute Welt-ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World die beste Wahl. Welt-ETFs verteilen das Anlagerisiko automatisch auf über 1.300 Unternehmen aus mehr als 23 Industrieländern - ohne Analyseaufwand und ab 1 Euro monatlich. Einzelaktien konzentrieren das Risiko dagegen auf ein einzelnes Unternehmen und erfordern laufende Recherche.
Warum Welt-ETFs für Anfänger besonders geeignet sind
Welt-ETFs streuen das Anlagerisiko automatisch auf Hunderte bis Tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Ein einziger ETF auf den MSCI World bildet rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab und deckt damit etwa 85 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung dieser Länder ab (Quelle: MSCI, Stand: Mai 2026). Wer stattdessen eine einzelne Aktie kauft, ist vollständig von der Entwicklung eines einzigen Unternehmens abhängig.
Die wichtigsten Vorteile von Welt-ETFs für Einsteiger:
- Automatische Risikostreuung über Hunderte bis Tausende Unternehmen - der Ausfall eines einzelnen Unternehmens fällt kaum ins Gewicht.
- Sehr geringe Kosten: Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei MSCI-World-ETFs zwischen 0,05 % und 0,20 % pro Jahr - deutlich günstiger als aktiv gemanagte Aktienfonds (Quelle: justETF, Stand: Juni 2026).
- Kein Analysebedarf: Anleger müssen keine Unternehmensbilanzen lesen oder Kursziele schätzen.
- Sparplanfähig ab 1 Euro monatlich bei zahlreichen Online-Brokern (Quelle: justETF, Stand: Juni 2026).
MSCI World oder FTSE All-World: Der Vergleich für Einsteiger
Der MSCI World und der FTSE All-World sind die zwei meistgenutzten Welt-Indizes für Einsteiger. Der MSCI World enthält rund 1.300 Unternehmen ausschließlich aus Industrieländern, der FTSE All-World umfasst mit rund 3.700 Unternehmen zusätzlich Schwellenländer wie China oder Indien (ca. 11 % Anteil). Historisch haben beide Indizes ähnliche Renditen erzielt; der MSCI World ist geringfügig günstiger, der FTSE All-World breiter gestreut (Quelle: justETF, Stand: Juni 2026).
- Anzahl Unternehmen: MSCI World ~1.300 / FTSE All-World ~3.700
- Abgedeckte Länder: MSCI World 23 Industrieländer / FTSE All-World Industrie- + Schwellenländer
- Jährliche Kosten (TER): MSCI World 0,05-0,20 % / FTSE All-World 0,07-0,19 %
- Langfristige Rendite: MSCI World ca. 9,7 % p.a. (1975-2024, Euro) / FTSE All-World historisch ähnlich
- Mindest-Sparrate: beide ab 1 €/Monat
Gut zu wissen: Wer nur einen einzigen ETF besparen und auch Schwellenländer einschließen möchte, ist mit einem FTSE-All-World-ETF gut aufgestellt. Wer etwas günstigere Kosten bevorzugt und Industrieländer als Basis ausreichend findet, wählt einen MSCI-World-ETF.
Historische Rendite: Was Einsteiger realistisch erwarten können
Der MSCI World hat von 1975 bis Ende 2024 auf Eurobasis eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,7 Prozent erzielt (Quelle: Finanztip, Berechnungen auf Basis MSCI-Netto-Index, Stand: 2025). Wer über einen Zeitraum von 20 Jahren regelmäßig per ETF-Sparplan in den MSCI World investiert hat, konnte im Durchschnitt 8,6 % pro Jahr erzielen - im schlechtesten Fall 2,2 %, im besten Fall 15,4 % (Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Renditedreieck MSCI World, Stand: 31.12.2024).
Für eine konservative Planung empfiehlt Finanztip eine angenommene Rendite von 6 % pro Jahr, da historische Renditen keine Garantie für künftige Ergebnisse sind. Ab einer Haltedauer von mehr als 15 Jahren gab es laut Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts im betrachteten Zeitraum seit 1970 keine negativen Jahresrenditen mehr - unabhängig vom Einstiegszeitpunkt.
Wichtige Voraussetzungen vor dem Einstieg
Wer einen ETF-Sparplan starten möchte, benötigt ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker sowie einen ausreichenden finanziellen Puffer. Finanzexperten empfehlen drei bis sechs Monatsgehälter als Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto, bevor in Aktien oder ETFs investiert wird. Ohne diesen Puffer besteht das Risiko, ETF-Anteile in einem Kurstief verkaufen zu müssen.
- ETF-Sparplan auf einen Welt-Index (MSCI World oder FTSE All-World) einrichten - ab 1 Euro monatlich möglich.
- Freistellungsauftrag beim Broker einrichten: Der Sparerpauschbetrag beträgt 2026 unverändert 1.000 Euro pro Person und Jahr (2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Ehepaare) - bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalerträge steuerfrei (Quelle: § 20 Abs. 9 EStG, Stand: 2026).
- Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren einplanen - kurzfristige Kursschwankungen können erheblich sein; wer das Geld in fünf Jahren benötigt, sollte es nicht in Aktien-ETFs anlegen.
- ETF-Typ wählen: Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an und eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau; ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf das Konto aus.
Wie viel Geld brauche ich für den Einstieg in einen ETF-Sparplan?
Ein ETF-Sparplan auf einen Welt-Index ist bei zahlreichen Online-Brokern bereits ab 1 Euro monatlich möglich. Eine größere Einstiegssumme ist nicht erforderlich. Wichtiger als der Startbetrag sind ein langer Anlagehorizont und eine regelmäßige Sparrate, da der Vermögensaufbau vom Zinseszinseffekt über viele Jahre profitiert.
Welche Rendite ist mit einem Welt-ETF realistisch?
Der MSCI World erzielte von 1975 bis 2024 durchschnittlich 9,7 Prozent pro Jahr auf Eurobasis. Für die eigene Planung empfiehlt Finanztip einen konservativen Ansatz von 6 Prozent pro Jahr, da historische Renditen keine Garantie für die Zukunft sind. Entscheidend bleibt ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.
Thesaurierend oder ausschüttend: Welcher ETF eignet sich für den Vermögensaufbau?
Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an und nutzen den Zinseszinseffekt - geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau ohne laufenden Auszahlungsbedarf. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf das Verrechnungskonto aus und eignen sich, wenn regelmäßige Erträge gewünscht sind. Für den reinen Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante meist praktischer.
Wann sollte ich nicht in einen Aktien-ETF investieren?
Aktien-ETFs eignen sich nicht für kurzfristige Ziele. Wer das angelegte Geld innerhalb der nächsten fünf Jahre benötigt, sollte es nicht in Aktien-ETFs investieren, da kurzfristige Kursschwankungen erheblich ausfallen können. Vor dem Einstieg sollte zudem ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto vorhanden sein.
Quellen
- MSCI: MSCI World Index - Zusammensetzung und Länderabdeckung (Stand: Mai 2026).
- Finanztip: MSCI World Index: Kurs, Rendite & Zusammensetzung (Stand: Juni 2026).
- Deutsches Aktieninstitut: Renditedreieck MSCI World - monatlicher ETF-Sparplan (Stand: 31.12.2024).
- justETF: MSCI World-ETFs im Vergleich (Stand: Juni 2026); FTSE All-World-ETFs im Vergleich (Stand: Juni 2026).
- Bundesministerium der Justiz / Einkommensteuergesetz: § 20 Abs. 9 EStG - Sparerpauschbetrag (Stand: 2026).
Dieser Artikel beantwortet folgende Fragen
- Was sind die besten Aktien für Anfänger?
- Warum empfehlen Experten Welt-ETFs für Einsteiger statt Einzelaktien?
- Was ist der Unterschied zwischen MSCI World und FTSE All-World?
- Wie viel Geld brauche ich für den Einstieg in einen ETF-Sparplan?
- Welche Rendite ist mit einem Welt-ETF realistisch?
- Thesaurierend oder ausschüttend: Welcher ETF eignet sich für den Vermögensaufbau?
- Wann sollte ich nicht in einen Aktien-ETF investieren?
- Wie nutze ich den Sparerpauschbetrag beim ETF-Sparen?
Kernfakten dieses Artikels: Für Einsteiger sind breit gestreute Welt-ETFs auf den MSCI World oder FTSE All-World die beste Wahl, weil sie Risikostreuung, niedrige Kosten (TER 0,05-0,20 %) und keinen Analysebedarf verbinden. Der MSCI World erzielte von 1975 bis 2024 durchschnittlich 9,7 Prozent Rendite pro Jahr auf Eurobasis. Ein ETF-Sparplan erfordert einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren und einen Notgroschen vor dem Einstieg.