1,6 Millionen Syrer zurückgekehrt - nur wenige aus Deutschland


BERLIN (dpa-AFX) - Seit dem Machtwechsel in Syrien Ende 2024 sind nach UN-Angaben rund 1,6 Millionen Flüchtlinge in das Land zurückgekehrt. Das berichtet die "Welt am Sonntag" mit Verweis auf Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Bis zum 16. April 2026 kehrten demnach aus der Türkei 634.000, aus dem Libanon 621.000 und aus Jordanien 284.000 Syrer in ihr Herkunftsland zurück.

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Deutschland wird dem Zeitungsbericht zufolge in der Aufstellung des UNHCR nicht einzeln genannt, sondern in einer Gruppe "Sonstige Länder" mit insgesamt rund 6.100 Rückkehrern geführt. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) vom Februar sind allein im vergangenen Jahr 3.678 syrische Flüchtlinge aus Deutschland freiwillig in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.

Insgesamt leben mehr als 900.000 Syrer in Deutschland. Seit im Dezember 2024 der langjährige syrische Machthaber Baschar al-Assad durch die Islamistenmiliz HTS gestürzt wurde, ist die Zahl der Syrer, die in der Bundesrepublik Schutz suchen, stark gesunken. HTS-Anführer Ahmed al-Scharaa bemüht sich als Übergangspräsident um eine Annäherung an den Westen.

Bundesregierung setzt auf Rückkehr

Die Bundesregierung hat zuletzt deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht der Schutzgrund für viele der syrischen Flüchtlinge mit dem Ende des Bürgerkriegs entfallen ist. Das Bamf kann den Wegfall von Schutzgründen wie eine veränderte Situation im Heimatland in sogenannten Widerrufsverfahren prüfen.

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Das passiert derzeit bei Syrern aber nicht grundsätzlich, sondern nur nach Verstößen wie unerlaubten Heimreisen oder Straftaten. Für die Widerrufsverfahren sei erforderlich, "dass die Veränderung der Lage im Herkunftsland erheblich ist und nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft stattfindet", zitiert die Zeitung das Bamf. Wann die Lage vor Ort eine Ausweitung der Widerrufsprüfungen zulasse, lasse sich nicht prognostizieren.

In der deutschen Debatte über die Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien hatten sich zuletzt Politiker von SPD, Grünen und Linken dafür ausgesprochen, befristete Heimatbesuche zu ermöglichen, um Perspektiven für eine mögliche Rückkehr auszuloten. Nach geltender Rechtslage riskieren Flüchtlinge den Verlust ihres Schutzstatus, wenn sie in ihr Herkunftsland reisen. Auch über eine Erhöhung der finanziellen Hilfen zur Rückkehr war diskutiert worden. Die Starthilfe beträgt zurzeit etwa maximal 1.000 Euro pro Erwachsenem./kli/DP/zb

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