Widersprüchliche Signale: Trump beharrt auf Iran-Gesprächen trotz Berichten über Verhandlungsstopp
Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran für ein mögliches Rahmenabkommen im Iran-Krieg gehen nach Aussage von US-Präsident Donald Trump weiter.
In "schnellem Tempo" würden die Gespräche fortgeführt, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. "Fake-News-Berichte, wonach die Islamische Republik Iran und die USA vor einigen Tagen die Gespräche eingestellt hätten, sind falsch und irreführend", betonte er dort. "Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute."
Davor hatte der Sender CNBC Trump noch mit den Worten zitiert, dass sich die Gegenseite zu viel Zeit gelassen habe und dass die Verhandlungen anfingen, "sehr langweilig" zu werden. "Wohin sie führen, weiß man nie", schrieb Trump weiter, fügte aber hinzu, er habe dem Iran gesagt: "Es ist an der Zeit, dass ihr auf die eine oder andere Weise einen Deal abschließt. Ihr macht das schon seit 47 Jahren, und das darf nicht länger so weitergehen." Damit spielte Trump auf die Revolution von 1979 an, bei der die Monarchie durch die Islamische Republik ersetzt wurde.
Iranische Medien berichten von Verhandlungsstopp
Trumps optimistischen Aussagen stehen jedoch Berichte aus dem Iran entgegen. Nach Wochen stagnierender Verhandlungen berichten dortige Medien von einem Ende der Gespräche zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Kontakte mehr zwischen Teheran und Washington statt, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht.
Die iranische Agentur Tasnim begründete das Ende der indirekten Verhandlungen mit dem andauernden Krieg Israels im Libanon gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Solange die Kämpfe dort weitergingen, werde es keine Gespräche geben, hieß es. Der iranische Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bekräftigte diese harte Linie auf X: Sollte "die israelische Aggression gegen den Libanon" andauern, werde man "nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten".
Unterdessen hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. An diesem Mittwoch sollen politische Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden.
Trump nennt 'nächste Woche' für mögliche Iran-Einigung
Zuvor hatte der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump berichtet, dass der Präsident die "nächste Woche" als Zeitraum für eine mögliche Einigung auf ein Rahmenabkommen genannt habe, das auch die Öffnung der Straße von Hormus umfassen soll. Trump ergänzte jedoch, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe.
Aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung. Zudem hat Trump in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden.
Seit Wochen ringen die USA und der Iran intensiv um dieses Rahmenabkommen, das unter anderem eine Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe vorsieht. Trotz dieser vereinbarten Feuerpause kam es jedoch zuletzt vereinzelt immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den gemeinsamen Krieg gegen den Iran begonnen.
WASHINGTON (dpa-AFX)
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