Airbus und Air France wegen Absturz von 2009 mit 228 Toten schuldig gesprochen
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Von Benjamin Katz
DOW JONES--Siebzehn Jahre nach der schlimmsten Flugzeugkatastrophe in der Geschichte Frankreichs sind Airbus und Air France der fahrlässigen Tötung von 228 Passagieren und Besatzungsmitgliedern schuldig gesprochen worden. Ein Pariser Berufungsgericht verurteilte die beiden Unternehmen am Donnerstag zur Zahlung einer Geldstrafe von jeweils 225.000 Euro für jede Person, die 2009 an Bord von Flug AF447 ums Leben kam. Die Strafe ist die Höchststrafe für fahrlässige Tötung durch Unternehmen in Frankreich. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf rund 120 Millionen Dollar.
Das Gericht stellte sich auf die Seite der Staatsanwaltschaft, die argumentiert hatte, dass Fahrlässigkeit des Flugzeugherstellers und der Fluggesellschaft "unbestreitbar" zu dem Absturz "beigetragen" habe.
Das Urteil ist die jüngste Wendung in einem langjährigen Rechtsstreit, der im März 2011 begann, als Strafanzeige gegen Airbus und Air France erstattet wurde. Nach mehreren Anhörungen und Berufungen fand Ende vergangenen Jahres ein vollständiges Wiederaufnahmeverfahren statt, das zu dem Urteil vom Donnerstag führte.
Air France reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Airbus kündigte an, beim französischen Kassationshof - dem höchsten Gericht des Landes - Berufung einzulegen und berief sich auf frühere Urteile, in denen das Unternehmen freigesprochen wurde.
"Von Anfang an hat Airbus das beständige Ziel verfolgt, die Fakten zu verstehen, die Wahrheit zu suchen, alle notwendigen Lehren zu ziehen und verantwortungsvoll zu handeln, um die Flugsicherheit weiter zu verbessern", teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.
Im Fall von AF447 kam das französische Gericht zu dem Schluss, dass Airbus seit langem wusste, dass ein kritischer Geschwindigkeitssensor des A330-Jets anfällig für Vereisung war, und das davon ausgehende Risiko unterschätzt hatte. Air France wurde für schuldig befunden, weil die Gesellschaft den Piloten keine ausreichende Sicherheitsschulung bot.
Der Airbus A330 befand sich auf dem Weg von Brasilien nach Paris, als das Pitotrohr des Jets, das zur Bestimmung der Fluggeschwindigkeit dient, vereiste. Angesichts wiederholter Strömungsabriss-Warnungen und wild schwankender Geschwindigkeitsanzeigen reagierten die Piloten laut den französischen Unfallermittlern damit, die Nase des Flugzeugs hochzuziehen, was zu einem Geschwindigkeitsabfall und einem Strömungsabriss führte.
Den Piloten gelang es daraufhin nicht, die Kontrolle über das Flugzeug wiederzuerlangen. Die Maschine stürzte in den Atlantik, wobei alle 216 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Es dauerte fast zwei Jahre und erforderte mehrere Suchaktionen, um das Wrack und die Flugdatenschreiber des Flugzeugs zu finden.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
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May 21, 2026 12:46 ET (16:46 GMT)
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| 08.07.26 | Airbus SE Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 05.06.26 | Airbus SE Outperform | RBC Capital Markets |
