AKTIE IM FOKUS: Freier Fall bei Wirecard geht weiter - BofA sieht kaum noch Wert


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Insidermeldung über einen Aufschub der Banken für eine auslaufende Kreditlinie der im Bilanzskandal versunkenen Wirecard hat die Anleger am Mittwoch nur kurz gefreut. Nach einem solidem Start war die Erholung schnell passé, im freien Fall weiteten die Papiere ihr Minus bis zuletzt auf etwa ein Viertel aus. Im Tief kosteten sie nur noch 11,51 Euro - und damit so wenig wie zuletzt 2011. Das kurze Aufbäumen am Vortag ist damit wieder abgehakt. Es geht die Furcht um, dass Kunden dem Unternehmen nun massenweise den Rücken kehren könnten.

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Bei Wirecard debattieren Anleger weiter darüber, ob die Banken dem Unternehmen jetzt den Geldhahn zudrehen. Die Institute hätten sich entschieden, zunächst die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu prüfen, bevor sie die ausstehende Summe von 1,75 Milliarden Euro zurückfordern, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet. Der Aufschub dürfte aber nur für kurze Zeit gelten, hieß es. Die Frage danach, wie die Banken als Kreditgeber mit der Situation umgehen, gilt als entscheidend für das Überleben des Dax (DAX 30)-Konzerns.

Die Experten der Bank of America bemessen der Aktie des Zahlungsabwicklers derweil kaum noch einen Wert bei. In einer am Mittwoch vorliegenden Studie nahm die US-Bank einen 90-prozentigen Abschlag auf die fundamentale Bewertung der Aktie vor - und stampfte das Kursziel von 14 auf nur noch einen Euro ein. Der massive Kursabschlag spiegele den Verlust von Kunden und Lizenzen, die Streichung bestehender Kreditlinien sowie die generelle Unsicherheit wider, die noch eine Weile fortdauern dürfte.

Fast 90 Prozent beträgt mittlerweile auch der Kurseinbruch bei der Aktie seit vergangenem Donnerstag, als die Aktie noch über 100 Euro gehandelt wurde, dann aber aus den bisherigen Manipulationsvorwürfen ein handfester Bilanzskandal wurde. Dabei musste der Zahlungsabwickler eingestehen, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro laut eigener Aussage "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen"./tih/knd/mis

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26.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
25.06.20 Wirecard Verkaufen Norddeutsche Landesbank (Nord/LB)
22.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH
19.06.20 Wirecard Reduce Oddo BHF
18.06.20 Wirecard Verkaufen Independent Research GmbH

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