Aktien Europa: Deutliche Verluste - Zins- und Konjunktursorgen dominieren


Werte in diesem Artikel
Indizes

6,200.70 EUR 25.25 EUR 0.41 %

26,871.60 USD 10.53 USD 0.04 %

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die sich weiter verschlechternden konjunkturellen und geldpolitischen Rahmenbedingungen haben den Anlegern an Europas wichtigsten Aktienmärkten am Mittwoch die Laune verdorben. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) notierte gegen Mittag 1,67 Prozent tiefer bei 3852,43 Punkten. Der französische CAC 40 verlor 1,36 Prozent auf 6554,86 Punkte. In Großbritannien sank der FTSE 100 um 0,53 Prozent auf 7573,04 Punkte.

Werbung

Ausgelöst wurde die eingetrübte Marktstimmung von Lael Brainard, Vorstandsmitglied der US-Notenbank Fed, die eine entschlossene Straffung der US-Geldpolitik signalisierte. Sie kündigte eine "Serie" von Zinserhöhungen an und deutete an, dass eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf dem Tisch liegt. Bereits ab Mai soll zudem mit einer raschen Verringerung der Bilanzsumme begonnen werden. Russlands Invasion in der Ukraine sei ein "seismisches" geopolitisches Risiko und eine menschliche Tragödie, die das Inflationsrisiko nach oben verschiebe, so Brainard. Die Fed sei bereit, diesem Risiko mit "starken Maßnahmen" zu begegnen.

"Bilanzabbau in schnellem Tempo, während gleichzeitig die Zinsen steigen - diese Kombination ist vor allem für die Unternehmen Gift, die ihre Gewinne erst in der Zukunft erwirtschaften", kommentierte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets. Er verwies dabei auf viele Technologiewerte, die am Dienstag an der US-Börse Nasdaq massiv an Wert eingebüßt hatten und auch am Mittwoch in Europa unter Druck standen. Stark verkauft wurden zudem Automobiltitel sowie Papiere aus dem Reise- und Freizeitsektor.

Die Aktien von Zur Rose mussten nach ihrem zeitweise kräftigen Kursanstieg tags zuvor am Mittwoch wieder Federn lassen und fielen um 6,6 Prozent. Die Schweizer Online-Apotheke erwägt eine weitere Kapitalerhöhung. Am 28. April sollen die Aktionäre darüber abstimmen. Damit solle die finanzielle Flexibilität des Unternehmens aufrechterhalten werden.

Werbung

Gegen den allgemeinen Markttrend zeigten sich die Aktien von Novartis mit einem Kursplus von 0,7 Prozent in guter Form. Der Pharmakonzern erhielt von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine beschleunigte Zulassung für den Wirkstoff Alpelisib zur Behandlung von Patienten, die am Großwuchssyndrom leiden mit einer speziellen genetischen Mutation. Zudem wurde bekannt, dass die Novartis-Tochter Sandoz und die österreichische Ares Genetics ihre strategische Zusammenarbeit im Bereich Antibiotikaresistenzen ausbauen./edh/jha/

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.