Aktien Europa: Hoffnung auf Fortschritte im Handelsstreit - Autowerte ziehen an
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PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Entspannungszeichen im US-chinesischen Handelskonflikt haben die europäischen Börsen am Montag angetrieben. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone stieg um 1,04 Prozent auf 3661,51 Punkte und erreichte damit das höchste Niveau seit Anfang 2018.
Der CAC 40 klettere um 1,05 Prozent nach oben auf 5822,20 Punkte; seine monatelange Klettertour hat das französische Börsenbarometer bereits auf den höchsten Stand seit Ende 2007 geführt. Für den britischen FTSE 100 ging es um 0,96 Prozent auf 7372,66 Punkte nach oben. Der Schweizer Leitindex SMI war im Handelsverlauf gar auf ein Rekordhoch gesprungen und notierte zuletzt 0,69 Prozent im Plus.
Das geplante Teil-Handelsabkommen zwischen den USA und China steht nach Angaben beider Seiten kurz vor einem Abschluss. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, sagte in Washington, mehrere Kapitel - zu Agrarprodukten, Finanzdienstleistungen und Währungsfragen - seien "praktisch fertig". An anderer Stelle gebe es große Fortschritte.
Auch im Streit der USA mit Ländern diesseits des Atlantiks gab es gute Nachrichten: US-Handelsminister Wilbur Ross bezeichnete Strafzölle auf Autoimporte aus Europa und auch aus Asien als vermeidbar. Sowohl die Gespräche mit einzelnen Unternehmen über ihre Investitionspläne als auch die Verhandlungen mit den Regierungen liefen gut, sagte Ross. Die Hoffnung sei, dass es genügend Fortschritte geben werde, um die Strafzölle zu vermeiden.
Die Aussagen von Ross trieben entsprechend insbesondere die Autowerte europaweit an: Der Branchenindex schnellte um rund 3 Prozent in die Höhe. Händler sprachen von einem ermutigenden Signal, warnten aber zugleich auch davor, dass solche politikstrategischen Aussagen stets mit Vorsicht zu betrachten seien.
Aus Sektorsicht waren auch Bankaktien gefragt. Sie profitieren von einer allgemein besseren Stimmung gegenüber Finanzwerten. Im Falle der UBS stützte zusätzlich ein Leiturteil des französischen Kassationshofs den Kurs. Demnach sollen laut Medienberichten französische Gerichte Bußen wegen Steuerbetrugs auf Basis der tatsächlich hinterzogenen Steuern berechnen und nicht auf Basis der hinterzogenen Vermögen. Die Anteilsscheine der UBS stiegen zuletzt um knapp 3 Prozent.
In London sprangen die Papiere von Ryanair (Boeing) um fast 6 Prozent nach oben. Das Flugverbot für Boeings (Boeing) Mittelstreckenjet 737 Max und die Wirren rund um den Brexit halten Europas größten Billigflieger zwar weiter in Atem. Unternehmenschef Michael O'Leary befürchtet für die kommenden Monate eine weitere Verunsicherung der Verbraucher, weil weiterhin ein Brexit ohne Abkommen im Raum steht. Am Finanzmarkt goutierten die Anleger aber den überraschend hoch ausgefallenen Gewinn im abgelaufenen Quartal./la/mis