Aktien Europa: Kurseinbruch in nächster Runde - Massenflucht nach US-Zinssenkung
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PARIS/LONDON/MAILAND (dpa-AFX) - Der Börsencrash wegen des neuerartigen Cornavirus geht am Montag an den europäischen Börsen in die nächste Runde. Mit zuletzt 2382,89 Punkten brach der EuroStoxx (EURO STOXX 50) gegen Mittag nochmals um fast 8 Prozent ein auf ein Tief seit 2012. Das Tief seit der Finanzkrise mit den 2009 erreichten 1765 Zählern rückt damit allmählich näher. Seit dem Februar-Langzeithoch hat er nun schon 38 Prozent an Wert verloren.
Die Kursturbulenzen, an denen an den US-Börsen auch die Futures teilnehmen, erstreckten sich am Montag auf alle europäischen Länderbörsen. Der französische CAC 40 sackte um 8,6 Prozent auf 3762,65 Punkte ab und der Londoner FTSE 100 um 6,2 Prozent auf 5034,31 Punkte. In Italien und Spanien, den beiden am stärksten vom Coronavirus betroffenen Ländern, rutschten die Leitindizes FTSE MIB (FTSE MIB Italien) und Ibex 35 um bis zu 10 Prozent ab.
Dabei konnten auch die Maßnahmen mehrerer globaler Notenbanken die Anleger nicht milder stimmen - ganz im Gegenteil. Am Markt hieß es, eine am Wochenende von der US-Notenbank Fed vorgenommene Notfall-Zinssenkung um einen ganzen Prozentpunkt erhöhe derzeit noch die Sorgen um die Tragweite der laufenden Viruskrise. Von den 50 EuroStoxx-Werten erlitten gut ein Drittel einen Kursrutsch im prozentual zweistelligen Bereich.
Kräftig nach unten ging es im Leitindex der Eurozone vor allem für die Papiere des Flugzeugherstellers Airbus (Airbus SE (ex EADS)), der die vom Virus ausgelöste Krise in der Flugbranche wohl voll zu spüren bekommen wird. Die Airbus-Papiere sackten um 16 Prozent ab, für Fluggesellschaften fielen die Abschläge meist noch etwas heftiger aus: fast 17 Prozent betrugen sie bei Air France-KLM und bei der britisch-spanischen IAG (International Consolidated Airlines) sogar 22 Prozent.
Besonders stark im Krisenstrudel bleiben aber die Aktien des Reisekonzerns TUI. Sie reagierten mit einem erneuten Kurssturz um etwa ein Drittel auf die Nachricht, dass der Reisekonzern wegen der Coronavirus-Pandemie den überwiegenden Teil des Reisegeschäfts unterbricht und nach Staatsgarantien ruft. Laut Analyst Wolfgang Donie von der NordLB bricht für Tui damit vorübergehend nahezu die gesamte Geschäftsgrundlage weg.
Der Reise-Branchenindex Stoxx Europe 600 Travel & Leisure bleibt damit der am größten belastete, am Montag ging es für ihn um mehr als 13 Prozent bergab auf ein Tief seit 2012. Nicht viel besser erging es allerdings auch weiteren konjunkturempfindlichen Branchenindizes, prozentual zweistellig waren die Abschläge am Montag auch in den Sektoren Automobil, Versicherungen, Banken und Bau.
Dem Abwärtsdruck konnte sich kein Sektorindex auch nur annähernd entziehen. Defensive Sektoren wie Telekom, Lebensmittel, Gesundheit und Konsumgüter waren derweil aber noch jene mit den kleinsten Verlusten. Auch hier betrug das Minus im Minimum aber fast 6 Prozent.
Eine positive Einzelaktie war jene des Handelskonzerns Ahold Delhaize (Ahold Delhaize (Ahold)), die als einziger EuroStoxx-Wert mit 1,4 Prozent im Plus lagen. Hier halfen gleich zwei Kaufempfehlungen von Analysten: Sowohl die Experten von Kepler Cheuvreux als auch Jefferies empfehlen die Papiere neuerdings zum Kauf./tih/fba
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