Aktien Frankfurt: Abwärtsdynamik nimmt zu - US-Schuldenstreit und schwacher Ifo


Aktien Frankfurt: Abwärtsdynamik nimmt zu - US-Schuldenstreit und schwacher Ifo
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der anhaltende US-Schuldenstreit hat die Abwärtsdynamik beim Dax (DAX 40) am Mittwoch beschleunigt. Um die Mittagszeit büßte der deutsche Leitindex 1,55 Prozent auf 15 902,97 Punkte ein. Damit steuert er nach dem Rekordhoch von 16 331 Punkten am Freitag auf den dritten schwachen Tag in Folge zu.

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Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen gab zur Wochenmitte um weitere 1,66 Prozent auf 26 934,67 Punkte nach, und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) verlor 1,63 Prozent auf 4271,61 Punkte.

"Angesichts des immer kürzeren Zeitfensters bis zum Tag der potenziellen Zahlungsunfähigkeit werden die Anleger sukzessive nervöser", kommentiert Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners die Lage mit Blick auf die USA. Nach Prognosen des US-Finanzministeriums droht ab Anfang Juni ein Zahlungsausfall der US-Regierung, sollte die Schuldenobergrenze nicht erhöht werden - auch wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, diesen Tag X zu verhindern. Dazu gehört die Priorisierung von Ausgaben, dass also etwa Rentenzahlungen (zeitweise) ausfallen, damit man die Auslandsschulden bedienen kann.

Neben dem US-Schuldenstreit stand das Ifo-Geschäftsklima im Fokus, das sich im Mai erstmals seit einem halben Jahr wieder eingetrübt hatte. Nach Einschätzung von Experten ist der Dämpfer beim wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer kein Ausreißer. Sie wollen eine Rezession in der zweiten Jahreshälfte nicht ausschließen. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer verwies auf andere wichtige Frühindikatoren und die Auftragseingänge, die sich zuletzt alle klar nach unten bewegt haben.

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Am Abend wird noch das Protokoll zur letzten Sitzung der US-Notenbank Fed veröffentlicht. Nachdem Fed-Chef Jerome Powell die Möglichkeit einer Pause im Zinserhöhungszyklus in den Raum gestellt habe, habe der Markt zunächst eine Reihe von Zinssenkungen eingepreist, so die Experten der Landesbank Helaba. Doch "inzwischen sind die Zinserwartungen wieder gestiegen, und Zinserhöhungen im Juni und Juli werden marktseitig nicht mehr ausgeschlossen, wenn auch mit geringen Wahrscheinlichkeiten".

Eine Verkaufsempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs, die zudem das Kursziel auf 15 Euro halbierte, ließ die Titel des Batterieherstellers Varta auf ein Rekordtief absacken. Zuletzt waren sie mit einem Minus von über zehn Prozent auf 16,80 Euro abgeschlagenes Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDAX. Varta kämpfe weiter mit Überkapazitäten für sein wichtigstes Produkt CoinPower (Lithium-Ionen-Knopfzellen und könnte die eigenen Jahresziele verfehlen, erklärte Analyst Philipp Konig.

Der Ticketverkäufer CTS Eventim legte derweil vollständige Zahlen für das erste Quartal vor, die eine deutliche Gewinnsteigerung belegten. Zudem bestätigte CTS Eventim die Jahresziele. Obwohl beides keine Überraschung war, büßten die Aktien als größter MDax-Verlierer 6,3 Prozent ein. In den vergangenen Tagen hatten sie allerdings auch deutlich angezogen.

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Rüstungstitel setzten ihre Korrektur fort. Im Dax sackten Rheinmetall bis in den Bereich der Chart-Unterstützung um 240 Euro ab und verloren damit in zwei Tagen mehr als neun Prozent. Vom Rekord im April bei gut 281 Euro korrigierten sie bereits 15 Prozent. Beim MDax-notierten Branchenkollegen HENSOLDT stand ein weiteres Minus von diesmal drei Prozent zu Buche./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Bildquellen: PhotoSTS / Shutterstock.com

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