Aktien Frankfurt: Anleger bringen jüngste Erholungsgewinne in trockene Tücher


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem erfreulichen Start in die verkürzte Börsenwoche nach Ostern haben die Anleger die jüngsten Kursgewinne zum Kasse machen genutzt. Die Spekulation darüber, dass es die Bundesregierung in der Viruskrise mit der Lockerung der Einschränkungen nicht so eilig hat, ließ den Dax (DAX 30) am Vormittag tiefer ins Minus abrutschen. Zuletzt büßte der Leitindex 1,85 Prozent auf 10 498,64 Punkte ein. Seit dem Tief des Corona-Crashs Mitte März hatte er fast 30 Prozent aufgeholt.

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Der MDAX gab zur Wochenmitte um 1,04 Prozent auf 22 140,56 Zähler nach, während der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) 1,85 Prozent auf 2863,73 Punkte verlor. In Fernost hatten sich die großen Aktienindizes zuvor schon eher kraftlos entwickelt. In New York zeichnen sich aktuell ebenfalls klare Verluste ab, nachdem es dort am Vorabend vor allem an der technologielastigen Nasdaq-Börse deutliche Kursgewinne gegeben hatte.

Laut dem Experten Charlie Lay von der Commerzbank war zuletzt steigender Optimismus, dass sich die Pandemie stabilisiert, das Hauptthema an den Finanzmärkten. Die davon mitgetragene Hoffnung auf baldige Lockerungen erhielt jedoch einen Dämpfer davon, dass der Bund den Ländern offenbar vorschlagen will, die bestehenden Kontaktbeschränkungen für die Bürger noch mindestens bis zum 3. Mai aufrecht zu erhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel will einen Beschlussvorschlag des Bundes am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten diskutieren.

Auch charttechnisch glauben Experten, dass die Luft nach dem jüngsten Anstieg dünner geworden ist. Analyst Andreas Büchler vom Börsenstatistik-Magazin Index Radar etwa wies am Mittwoch darauf hin, dass die Gefahr eines Richtungswechsels wieder steige. Und selbst wenn Lockerungen kommen sollten, könnte der Aktienmarkt vor einer neuen Probe stehen. Laut Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel wird dann die Entwicklung der Infektionszahlen von entscheidender Bedeutung.

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Spannend könnte es im Tagesverlauf werden, wenn in den USA im Zuge der anlaufenden Berichtssaison mit Goldman Sachs, der Bank of America und der Citigroup große Finanzhäuser ihre Bücher für das erste Quartal öffnen. Die Vorgaben dafür sind nicht gerade rosig, denn JPMorgan (JPMorgan ChaseCo) hatte am Vortag keine positive Duftmarke gesetzt. Papiere aus dem Bankensektor gehörten am Mittwoch europaweit zu den größten Verlierern. Jene der Deutschen Bank (Deutsche Bank) büßten mehr als drei Prozent ein.

In Deutschland blieb die Nachrichtenlage auf Unternehmensseite allgemein recht ruhig. Im Dax konnten nur vier Aktien mit defensivem Charakter Gewinne verbuchen: Mit Merck, Vonovia (Vonovia SE (ex Deutsche Annington)), Beiersdorf und Eon (EON SE) kamen die bis zu ein Prozent festeren Aktien aus den Sektoren Gesundheit, Immobilien, Konsumgüter und Versorger.

Ganz hinten tauchten im Dax die zuletzt bevorzugten Aktien aus zyklischen Branchen wie etwa dem Autosektor auf. In der Autoindustrie rechnet Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler in diesem Jahr mit dem vermutlich größten Einbruch seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Papiere von BMW, Daimler, Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) und dem Zulieferer Continental fielen zwischen 3,4 und 5,2 Prozent.

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Adidas (adidas) bewegten sich mit Abgaben von 1,7 Prozent im Mittelfeld. Der Sportartikelkonzern hat in der Krise von der Staatsbank KfW eine milliardenschwere Kreditzusage bekommen - unter der Auflage, dass während der Laufzeit keine Dividende fließen darf. Laut Händlern waren die Gespräche mit der KfW längst "ein offenes Geheimnis".

Im MDax gehörten Kion (KION GROUP) mit einem Minus von 3,6 Prozent zu den schwächeren Aktien. Bei dem Hersteller von Gabelstaplern und Flurfahrzeugen wurde am Markt auf eine gestrichene Kaufempfehlung seitens der Experten von Mainfirst verwiesen. Analyst Daniel Gleim empfindet die Papiere des Konkurrenten Jungheinrich derzeit als attraktiver, auch diese rutschten zuletzt aber mit 1,6 Prozent ins Minus ab.

Im Tagesverlauf folgen aus den USA diverse Konjunkturdaten, die für Anleger von Interesse sein könnten. Darunter befinden sich die Einzelhandelsumsätze im März und ein konjunktureller Frühindikator für die vom Coronavirus so schwer betroffene Region New York. Die auch in den USA zugespitzte Pandemie könnte jeweils tiefe Spuren hinterlassen./tih/fba

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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