Aktien Frankfurt: Anleger greifen nach jüngstem Ausverkauf wieder zaghaft zu


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach Panik am Montag und einer ausgeprägten Berg- und Talfahrt am Dienstag versucht der Dax (DAX 30) zur Wochenmitte erneut die Erholung. Das Eingreifen erster Notenbanken in Europa hellte die Stimmung auf. Dennoch herrscht nach wie vor Vorsicht. Der Handel dürfte schwankungsreich bleiben. Die Coronavirus-Krise mit ihren bislang unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft verunsichert stark, zumal europaweit die Zahl der Infizierten stark steigt und das öffentliche Leben zusehends einschränkt ist.

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Für den Dax ging es bis zur Mittagszeit um 1,35 Prozent auf 10 617,10 Punkte nach oben - damit gab der Dax einen Teil der Gewinne vorm Vormittag wieder ab. Zu Wochenbeginn hatte das deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von fast 8 Prozent den größten Verlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 erlebt. Seit Mitte Februar die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Coronavirus an den Finanzmärkten umgeht, summieren sich die Einbußen für den Dax aktuell auf etwas mehr als 20 Prozent.

Der MDAX, in dem sich mittelgroße Unternehmen befinden, rückte am Mittwochmittag um 0,86 Prozent auf 23 099,42 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) gewann 1,5 Prozent.

"Aktuell schlägt die Stunde der europäischen Notenbanken", kommentierte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect. Nachdem in den USA die Notenbank bereits wegen der Virus-Epidemie ihren Leitzins gesenkt hatte, zogen in Europa nun die Briten und Isländer nach. In der Euroregion hoffen die Marktteilnehmer auch auf Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Donnerstag regulär über die Zinsen entscheidet. Die Europäische Union will die Wirtschaft zudem mit 25 Milliarden Euro gegen die schlimmsten Folgen der Virus-Epidemie abstützen.

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Im Dax gaben die Aktien des Sportartikelherstellers adidas als einer der wenigen und zudem als größter Verlierer um weitere knapp 5 Prozent nach. Inzwischen zu rund 210 Euro gehandelt, erreichten sie den tiefsten Stand seit einem Jahr. Nicht nur die vorgelegten Jahreszahlen wurden verhalten aufgenommen. Adidas-Chef Kasper Rorsted äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg außerdem besorgt über die Auswirkungen der Virus-Krise im laufenden und nächsten Jahr. Zur Zahlenvorlage am Morgen war für 2020 zwar weiteres Gewinnwachstum angekündigt worden, allerdings unter Vorbehalt. In China dürfte die Krise allein im ersten Quartal für Adidas zu Umsatzeinbußen von bis zu einer Milliarde Euro führen.

Im MDax war die Puma-Aktie (PUMA SE) mit minus 4,4 Prozent Schlusslicht, nachdem der Adidas-Konkurrent virusbedingt seine Jahresprognose in Frage stellte.

Die schwer gebeutelten Autowerte schlugen unterdessen einen Erholungskurs ein: Daimler, Volkswagen (Volkswagen (VW) vz) und BMW legten zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zu. Auch für die Versorgeraktien Eon (EON SE) und RWE ging es wieder spürbar nach oben mit Gewinnen zwischen 3 und 4 Prozent.

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Knorr-Bremse (Knorr-Bremse) stiegen nach vorgelegter Quartalsbilanz um 6,2 Prozent und machten damit zumindest die Verluste der vergangenen zwei Handelstage wieder mehr als wett. Zwar sieht auch der Bremsenspezialist aus dem MDax wegen der Coronavirus-Krise verhalten auf 2020. Händler und Analysten hoben indes vor allem den Auftragseingang positiv hervor sowie die etwas besser als erwartete operative Ertragskraft im abgelaufenen Jahr.

Die Anteilsscheine von Hannover Rück schwankten wie auch die von LANXESS zwischen Gewinnen und Verlusten. Zuletzt ging es für die Anteilsscheine des weltweit drittgrößten Rückversicherers um 0,6 Prozent hoch. Goldman-Sachs-Analyst Sami Taipalus sprach zwar von robusten Gewinnen, dennoch kämpfe das Unternehmen offenbar mit einer negativen Entwicklung im US-Haftpflichtgeschäft.

Zu den Zahlen von Lanxess hieß es von Analysten, dass das operative Ergebnis (Ebitda) des Spezialchemiekonzerns im vierten Quartal etwas besser als erwartet ausgefallen sei. JPMorgan-Analyst Chetan Udeshi monierte zugleich aber den "deutlich geringeren freien Barmittelfluss". Das tags zuvor überraschend angekündigte Aktienrückkaufprogramm lobte er. Zuletzt gewannen die Papiere 3,4 Prozent./ck/zb

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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