Aktien Frankfurt: Anleger sind vorsichtig vor EU-Gipfel und EZB-Beschlüssen


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt herrscht aktuell Vorsicht und Zurückhaltung. "Der Handel an diesem Donnerstag steht klar im Zeichen der zwei Großereignisse EZB-Ratssitzung und EU-Gipfel, die beide großes Überraschungspotenzial bergen", sagte Andreas Lipkow von Comdirect.

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Der Dax (DAX 30) legte bis zur Mittagszeit um 0,15 Prozent auf 13 359,65 Punkte zu, nachdem er zur Wochenmitte ein weiteres Mal erfolglos versucht hatte, die Hürde um 13 460 Punkten zu knacken. Dieser Punktestand war zuletzt Anfang September erreicht worden und stellt das aktuelle Erholungshoch seit der Pandemie dar.

Der MDAX stieg am Donnerstagmittag um 0,16 Prozent auf 29 668,23 Punkte. Dem Index der 60 mittelgroßen Werte war tags zuvor ein rekordhoher Punktestand gelungen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) rückte zuletzt um 0,28 Prozent vor.

In Kürze, so erwarten Ökonomen, wird die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts der zweiten Welle der Corona-Pandemie ihre Geldpolitik noch etwas weiter lockern und dabei an mehreren Stellschrauben drehen. Notenbankchefin Christine Lagarde hatte bereits während der Sitzung im Oktober eine "Rekalibrierung" der Geldpolitik angekündigt.

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Auf dem Gipfel der Europäischen Union (EU) in Brüssel soll nach dem Streit mit Ungarn und Polen das gemeinsame Haushaltspaket und die Corona-Hilfen endgültig auf den Weg gebracht werden. Zudem geht die Brexit-Zitterpartie weiter: Hier haben sich die EU und Großbritannien im Ringen um einen Handelspakt eine letzte Frist gesetzt. Eine Entscheidung soll nun spätestens bis Sonntagabend fallen.

Unter den Einzelwerten standen im Dax nach einer positiven Studie der Societe Generale das BASF-Papier im Blick und legte als Spitzenwert um 2,4 Prozent auf knapp 65 Euro zu. Analyst Peter Clark hatte das Kursziel von 52 auf 74 Euro angehoben und seine Kaufempfehlung bekräftigt. Die derzeit stattfindende Branchenrotation zurück in zyklische Aktien laufe, schrieb er. Dennoch sei BASF in diesem Jahr aber der bislang schwächste vom ihm beobachtete Sektorwert. Clark erwartet zugleich jedoch viel Rückenwind durch Restrukturierungen und auch angesichts der Fokussierung des Managements auf Kosten und Barmittel.

Ansonsten standen vor allem Nebenwerte im Blick. Im MDax war die Aktie von HelloFresh Favorit mit plus 5,3 Prozent. Ein ungebremster Bestellboom in der Corona-Krise veranlasste den Kochboxenversender nun schon zum fünften Mal in diesem Jahr seine Prognosen anzuheben. Auch der Nutzfahrzeugzulieferer JOST Werke hob seine Jahresschätzungen an, was Anleger mit Käufen honorierten. Das Papier nahm im SDAX den ersten Platz ein mit plus 6,6 Prozent.

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Um 2,0 Prozent ging es für Siltronic nach oben. Der Verkauf des Waferherstellers an den taiwanesischen Konkurrenten Globalwafers kommt voran. Die Unternehmen unterschrieben - wie Ende November beschlossen - die Fusionsvereinbarung. Der Großaktionär WACKER CHEMIE sicherte vertraglich zu, seinen knapp 31-prozentigen Anteil an Siltronic abzugeben. Globalwafers kündigte unterdessen an, dass das freiwillige Übernahmeangebot wohl eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent haben werde.

Außerhalb der Dax-Familie setzten die Aktien von Formycon ihre Rekordrally fort, denn das deutsche Biotech-Unternehmen hatte am Vortag starke Nachrichten über bedeutende Entwicklungserfolge in der Verhinderung einer Coronavirus-Infektion durch SARS-Cov2 gemeldet. Zeitweise hatte sich daraufhin der Wert der Aktie mehr als verdoppelt, kam inzwischen nun aber etwas zurück. Von der Rally mitgerissen wurden schließlich auch die Aktien von Heidelberg Pharma. Bei sehr hohen Umsätzen schossen sie um mehr als 20 Prozent auf den höchsten Stand seit März./ck/stk

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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