Aktien Frankfurt: Anleger üben sich zum Wochenschluss in Zurückhaltung


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Unter den Anlegern am deutschen Aktienmarkt hat sich am Freitag eine trübe Stimmung ausgebreitet. Der Dax (DAX 30) geriet nach seinem Vortagespuls wieder unter Druck und sackte unter die viel beachtete Marke von 14 000 Punkten. Der hiesige Leitindex stand am Mittag 0,55 Prozent tiefer bei 13 963,75 Punkten. Auf Wochensicht steuert das Börsenbarometer damit auf ein Minus von knapp 1 Prozent zu.

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Nach dem Rekordhoch des Dax zum Wochenbeginn hat der Aufwärtsdrang zuletzt bereits etwas an Schwung verloren. Die Unsicherheiten hinsichtlich der konjunkturellen Folgen der Pandemie mit neuen Varianten des Coronavirus sowie die Sorgen vor einer anziehenden Inflation und damit einhergehenden steigenden Zinsen haben die Investoren jüngst vorsichtiger agieren lassen. Vor dem Wochenende habe damit der Risikoappetit der Anleger abgenommen, schrieb Pierre Veyret, technischer Analyst beim Broker ActivTrades.

Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Marktes kommentierte: "Es fehlen einfach frische Impulse und damit auch trotz neuer Rekordkurse die Überzeugung der Anleger, weiter in den Aktienmarkt einzusteigen". Allerdings könnte jeder Fortschritt auf dem Weg zum 1,9 Billionen Dollar schweren US-Konjunkturpaket der Börse neuen Schwung verleihen.

Stanzl zufolge müssen die Investoren derzeit abwägen zwischen den hohen Bewertungen am Aktienmarkt einerseits und den durchaus glänzenden Fundamentaldaten andererseits, die durch starke Quartalszahlen noch einmal bei vielen Unternehmen bestätigt worden seien. Die Ergebnisse der Berichtssaison hätten selbst die größten Optimisten überrascht. Das ermögliche den Investoren grundsätzlich, ihre gute Laune zu beizubehalten.

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Der Index der mittelgroßen Werte MDAX gab am Freitag um 0,13 Prozent auf 32 504,30 Punkte nach. Beim Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) notierte minimal im Minus.

Europaweit führte eine Hunderte Millionen britische Pfund schwere Kapitalerhöhung des britischen Billigfliegers Jet2 den Anlegern erneut die vom Coronavirus ausgehenden Risiken für die Flugbranche vor Augen. "Die Aussagen des Unternehmens deuten darauf hin, dass Jet2 ohne die Kapitalerhöhung die eigenen Cash-Bestände aufgezehrt haben könnte, wenn bis September der Flugbetrieb nicht wieder aufgenommen wird", schrieb der Experte Gerald Khoo vom Analysehaus Liberum. Das wecke branchenweit einmal mehr die Sorge um die Bilanzen der Unternehmen angesichts der näher rückenden, wichtigen Sommersaison.

Hierzulande büßten die Aktien der Lufthansa mehr als zwei Prozent ein. Für die Papiere des Triebwerkherstellers MTU (MTU Aero Engines) ging es um gut ein Prozent nach unten.

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Unter den größten Gewinnern im MDax stiegen die Anteilsscheine von Scout24 um fast drei Prozent. Analystin Lisa Yang von der US-Investmentbank Goldman Sachs riet zum Kauf der Aktien, nachdem sie bislang eine neutrale Positionierung empfohlen hatte. Seit Anfang Oktober sei der Kurs des Online-Portalbetreibers hinter dem marktbreiten Index Stoxx 600 (Stoxx Europe 600) zurückgeblieben, nun biete sich Anlegern "ein attraktiver Punkt zum Einstieg". Die Trends auf den Endmärkten verbesserten sich und damit voraussichtlich auch die durchschnittlichen Umsätze je Nutzer.

Favorit im MDax waren die Papiere von Aixtron (AIXTRON SE), die um rund vier Prozent in die Höhe schnellten. Der Hersteller von Anlagen zur Fertigung von Verbindungshalbleitern und Nanomaterialien zählt zu den Profiteuren sogenannter Megatrends wie Digitalisierung, Elektromobilität und des verstärkten Einsatzes von Sensortechnik. Große Halbleiterproduzenten hatten jüngst hohe Investitionen angekündigt angesichts einer zunehmenden Verknappung von Chips./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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