Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger schnaufen nach starken Börsenwochen durch
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) dürfte am letzten Handelstag einer weiteren starken Börsenwoche kaum verändert starten. Eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsbeginn am Freitag signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,03 Prozent auf 12 12 876 Punkte. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) wird ebenfalls nahezu unverändert erwartet.
Mit 12 914 Punkten war der Dax tags zuvor auf das höchste Niveau seit Juni vergangenen Jahres vorgestoßen. In seiner dritten Gewinnwoche in Folge gewann er bis dato rund 1,9 Prozent. Seit Anfang Oktober, als die jüngste deutliche Aufwärtsbewegung begann, sind es in der Spitze bisher 8,7 Prozent gewesen.
"Viele schauen nun bereits auf die nächste runde Marke von 13 000 Punkten", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Kurzfristig dürfte sie jedoch schwer zu erreichen sein. Aus technischer Sicht ist der Dax bereits überkauft und eine Korrektur überfällig."
Einzelwerte im Dax könnten an diesem Morgen vor allem von Quartalsberichten und Zukunftsaussagen ihrer Wettbewerber bewegt werden. So hob der US-Chipkonzern Intel nach einem starken dritten Quartal seine Prognose für das gesamte Jahr an, was auf die Infineon-Aktie abstrahlen könnte. Am Morgen legte Infineon auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss weiter zu.
Continental (Continental)-Anleger dürften auf den französischen Reifenhersteller Michelin (Michelin (Compagnie Générale d Etablissements Michelin SCPA)) schauen. Dieser hält zwar an seiner Jahresprognose fest, schaut aber inzwischen pessimistischer auf den Auto- und Lkw-Markt insgesamt. Die Conti-Papiere gaben vorbörslich leicht nach.
Dax-Neuling MTU (MTU Aero Engines) legte indes eigene Quartalszahlen vor und bekräftigte seine Jahresziele. Die Anteile des Triebwerksbauers gaben daraufhin auf Tradegate nach. Allerdings waren sie erst Anfang September auf ein Rekordhoch geklettert.
Derweil verlässt Vorstandschef Hans Van Bylen den Konsumgüterkonzern Henkel (Henkel vz). Er gibt Ende Dezember nach rund 35 Jahren im Unternehmen die Führung ab. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel.
Wegen eines für 1&1 Drillisch nachteiligen Schiedsspruches rechnet der Telekomkonzern United Internet im laufenden Jahr für sich und seine Tochter nun mit einem geringeren operativen Ergebnis (Ebitda). Hintergrund ist ein Streit mit Telefonica Deutschland über rückwirkende Preissenkungen für den Zugang von 1&1 zu deren Netz. Beide büßten auf Tradegate vorbörslich kräftig ein.
In den Blick könnte zudem rücken, dass sich Rocket Internet (Rocket Internet SE) am Kabelnetzbetreiber Tele Columbus beteiligt hat und seinen Stimmrechtsanteil innerhalb der nächsten zwölf Monate weiter erhöhen will. Die Investition - aufgebaut wurde ein bisher etwas mehr als zwölfprozentiger Anteil - dient laut der Beteiligungsgesellschaft dem strategischen Ziel, ein weltweites Netzwerk von Tech-Unternehmen auf- und auszubauen. Während die Papiere von Rocket auf Tradegate kaum reagierten, legten die von Tele Columbus deutlich zu.
Zudem könnten Analystenurteile bewegen. So strich die HSBC nach dem Kurssprung der Kion (KION GROUP)-Aktie infolge starker Quartalszahlen am Vortag ihre Kaufempfehlung. Die Commerzbank tat dasselbe bei Siltronic. Dabei wurde ebenfalls auf Kursgewinne verwiesen. Allerdings hieß es noch, dass die besser als befürchtet ausgefallenen Quartalszahlen durch einen etwas vorsichtigeren Ausblick getrübt worden seien. Beide MDax-Aktien zeigten sich auf Tradegate bereits schwächer./ck/mis