Aktien Frankfurt Ausblick: Leitindex kommt nach Erholung wieder etwas zurück
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Erholung zu Wochenbeginn scheint dem Dax (DAX 30) am Mittwoch zunächst der Schwung auszugehen. Vom Sturz unter die 13 000 Punkte vor dem Wochenende hatte er sich am Montag und Dienstag um insgesamt 2,3 Prozent erholt. Eine Stunde vor dem Handelsstart signalisierte der X-Dax nun für den deutschen Leitindex wieder ein leichtes Minus von 0,2 Prozent auf 13 259 Punkte. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) wird in ähnlichem Rahmen tiefer erwartet.
Nach einer Mischung aus Schnäppchenjagd und Eindeckungen von Leerverkäufen warteten die Anleger nun erst einmal ab, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Im Fokus der Anleger bleibt die Verbreitung des Coronavirus aus China. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten ist dort wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Chinesische Experten rechnen erst in rund zwei Wochen mit einem Höhepunkt der Infektionswelle.
Nach Einschätzung des Bankhauses Metzler könnte es sich bei der jüngsten Erholung um "eine trügerische Verbesserung des Sentiments" handeln. Sie glauben, die derzeitige Krise werde die chinesische Wirtschaft härter als vor 17 Jahren beim Ausbruch des SARS-Virus treffen. "Da es unseres Erachtens noch viel zu früh für Entwarnung ist, wären wir deshalb äußert vorsichtig, zu schnell wieder in den Risk On-Modus zu verfallen", hieß es am Morgen in einem Kommentar.
Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike stellte seine Aktionäre bereits auf Geschäftseinbußen in China ein, worauf die Aktie am in New York im nachbörslichen Handel unter Druck kam. Es sei mit "erheblichen Auswirkungen" zu rechnen, teilte der Konzern nach US-Börsenschluss mit. adidas könnte davon auch bewegt werden. Vorbörslich zeigten sie sich etwa 0,6 Prozent schwächer.
Derweil nimmt in Deutschland die Saison der Unternehmensberichte weiter Fahrt auf. Die anhaltende Schwäche im Auto- und Maschinenbausektor hat das operative Ergebnis des Technologiekonzerns Siemens auch zum Auftakt des Geschäftsjahres belastet. Händler lobten zwar in ersten Kommentaren den Auftragseingang, für die Aktien ging es in ersten vorbörslichen Reaktionen aber um 1,7 Prozent bergab.
Ferner gab es am Morgen aus dem Dax noch Zahlen von Infineon. Der Chiphersteller ist wie erwartet mit einem schwächeren Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet. Konzernchef Reinhard Ploss sprach von weiter schwierigen Marktbedingungen. Anleger griffen vorbörslich aber dennoch zu, wie der 0,8 Prozent höhere Kurs zeigt.
Darüber hinaus waren es vor allem Analystenkommentare, die vorbörslich die Kurse bewegten. Die Berenberg Bank hat im Chemiesektor BASF und Covestro abgestuft, was die Aktien auf Tradegate mit bis zu 1,2 Prozent belastete. Als Gründe verwies Analyst Sebastian Bray bei BASF auf zu hohe Gewinnerwartungen, bei Covestro auf Gegenwind im Polycarbonat-Geschäft.
Außerdem äußerte sich die US-Bank JPMorgan nicht mehr optimistisch zum Dax-Neuling MTU (MTU Aero Engines), dessen Aktien zuletzt ein Rekordniveau erreicht hatten. Auf einige Zulieferer der zivilen europäischen Luftfahrtindustrie kämen 2020 zahlreiche kurzfristige Herausforderungen zu, schrieb Analyst David Perry und stufte die Aktien auf "Neutral" ab. Sie fielen vorbörslich um etwa 1 Prozent./tih/jha/
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