Aktien Frankfurt: Dax gibt nach Rekordhoch etwas nach


Aktien Frankfurt: Dax gibt nach Rekordhoch etwas nach
Werte in diesem Artikel
Indizes

25,408.64 EUR 142.11 EUR 0.56 %

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der DAX hat sich am Montag mäßig beeindruckt von der erneuten Zuspitzung der Lage im Nahen Osten gezeigt. Trotz deutlich steigender Ölpreise sank der deutsche Leitindex um die Mittagszeit lediglich um 0,67 Prozent auf 26.393 Punkte - damit blieb er über der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie. Am Freitag hatte der Dax den Signalen von US-Notenbankchef Kevin Warsh für eine Zinserhöhung mit einem Rekordhoch getrotzt. Für den zu Ende gehenden August steuert er auf ein Plus von 3 Prozent zu.

Werbung

Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montag 0,34 Prozent auf 32.917 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp 0,3 Prozent nach unten. Zum europäischen Handelsende vor dem Wochenende hatten bereits die US-Indizes ins Minus gedreht. Dagegen verzeichneten die asiatischen Börsen am Montag überwiegend knappe Gewinne.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem erwartbaren Ölpreisanstieg, nachdem das US-Militär Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen hatte. Dagegen hätten die Aktien- und Rentenmärkte recht entspannt auf die erneute militärische Eskalation reagiert. "Die Mehrzahl der Anleger erwartet offenbar nicht, dass die Situation erneut großflächig und langfristig eskaliert."

"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank. Mit dem beginnenden September als historisch schwächstem Börsenmonat des Jahres "wird sich noch zeigen müssen, ob sich der Dax auch dann gegen den typischen saisonalen Trend stemmen und einfach weiter steigen kann".

Werbung

Das US-Militär nahm zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal "Axios" sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Sie sollten daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen, hieß es. In Reaktion darauf griff der Iran eigenen Angaben zufolge zwei US-Militärstützpunkte in Jordanien an. Zudem meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate einen Drohnenvorfall über ihren Hoheitsgewässern.

Zu den anstehenden Verbraucherpreisen aus Deutschland erinnerte die Landesbank Helaba daran, dass am vergangenen Freitag die entsprechenden Daten aus Frankreich und Spanien bereits einen erhöhten Preisdruck gezeigt hätten. Die Experten gehen von einer Teuerungsrate von 2,9 Prozent aus, die damit deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent läge. Erste Daten aus den Bundesländern stützten diese Einschätzung. Dies sollte die Währungshüter in ihrem Vorhaben bestärken, kommende Woche den Leitzins anzuheben, was am Markt allerdings schon "fast vollständig eingepreist" sei.

Am deutschen Aktienmarkt standen vor allem zinssensible Werte aus der Immobilien- und Technologiebranche unter Druck. So büßten die Immobilienaktien Aroundtown (Aroundtown SA), TAG Immobilien und Vonovia (Vonovia SE) bis zu 3,7 Prozent ein. Für erstere senkte zudem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel deutlich. Aus dem Tech-Bereich büßten der Softwarekonzern SAP (SAP SE) und der Halbleiterzulieferer Aixtron (AIXTRON SE) 1,3 und 1,6 Prozent ein.

Werbung

Klar kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es nur aus dem Nebenwerte-Index SDAX. Die Aktien von OHB (OHB SE) zogen dank eines Großauftrags um 7,1 Prozent an. Damit führte der Raumfahrtkonzern die Gewinnerliste an - auch im bisherigen Jahresvergleich ist er mit einem Kursplus von 74 Prozent ganz vorn mit dabei.

Hinter OHB reihte sich am Montag Sto (STO SECo) mit einem Kursanstieg von 5 Prozent ein. Der Halbjahresumsatz und mehr noch der operative Gewinn (Ebit) des Farben- und Dämmstoffspezialisten fielen trotz des starken Wettbewerbs und gestiegener Kosten höher als vor einem Jahr aus. Die Prognose für 2026 bestätigte Sto.

Für die Aktien von Bayer ging es gegen den Markt um 0,5 Prozent hoch. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern hatte am Sonntag beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie mitgeteilt, dass sein Herz- und Nierenmedikament Kerendia auch Patienten mit hypertensiver Nephropathie helfen könne. Das ist eine Nierenschädigung, die durch chronischen Bluthochdruck entstehen kann./gl/stk

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

Bildquellen: PhotoSTS / Shutterstock.com

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.