Aktien Frankfurt: Dax über 13 100 Punkten - Hoffnung auf Handelsabkommen treibt
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) hat am Montag erstmals seit fast eineinhalb Jahren die Hürde von 13 000 Punkten übersprungen und ist weiter über 13 100 Punkte geklettert. Vor allem Aussagen der beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China über den bevorstehenden Abschluss eines Teilabkommens im Handelsstreit trieben an. Laut dem US-Handelsminister könnten außerdem Strafzölle auf Autoimporte aus Europa und Asien vermieden werden. Darüber hinaus fordern nun auch Deutschland und Frankreich China zu fairem Wettbewerb und zum Abbau von Handelsbeschränkungen auf. Ermutigende Stimmungsdaten aus der Industrie der Eurozone vom Oktober stützten die Risikofreude der Anleger zusätzlich.
Bis zum Nachmittag gewann der deutsche Leitindex Dax 1,44 Prozent auf 13 147,09 Punkte und notierte damit so hoch wie zuletzt Mitte Juni 2018. Der MDAX, der Index für mittelgroße Unternehmen, stieg zum Wochenstart um 1,42 Prozent auf 26 924,01 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) rückte um 1,2 Prozent vor.
Die Anleger setzten weiter auf eine unverminderte Fortsetzung des Aufwärtstrends im Dax, der seit Anfang Oktober eingeschlagen worden sei. "Dieser könnte den Dax in den kommenden Tagen und Wochen zunächst bis auf 13 391 Punkte führen", erwartet Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Als Gründe nannte er zum einen, dass sich China und die USA auf das Unterschreiben der ersten Phase eines Handelsabkommens zubewegten. Zum anderen sei seitens der USA Bereitschaft angedeutet worden, auf Strafzölle für importierte Autos aus Europa zu verzichten. "Und gleichzeitig hat die US-Notenbank gerade die Zinsen gesenkt und die Gewinne der Unternehmen sehen ziemlich gut aus", sagte Stanzl.
Favorit unter den Branchen in Europa war denn auch der Automobilsektor mit plus 3,30 Prozent. "Nicht zuletzt die Zuversicht, dass es sehr bald auch wieder in den wichtigen Kernmärkten China und Nordamerika bessere Absatzmöglichkeiten geben kann, beflügelt", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank.
Im Dax beanspruchten die Aktien des Zulieferers Continental den vordersten Platz mit plus 4,0 Prozent. VW (Volkswagen (VW) vz), BMW und Daimler zählten mit Gewinnen zwischen 2,2 und 3,0 Prozent ebenfalls zu den Favoriten. Im MDax zählten Hella mit plus 5,0 Prozent zu den gefragtesten Werten und im SDAX die von LEONI mit plus 10 Prozent.
Vorsichtige Worte von TRATON zum kommenden Jahr bremsten die Papiere der VW-Tochter nur zeitweise aus. Am Nachmittag ging es dann um 2,8 Prozent hoch.
Die Aktien des 2018 von Siemens abgespaltenen Medizintechnikunternehmens Siemens Healthineers erreichten nach vorgelegten Quartalszahlen ein Rekordhoch bei 42,265 Euro. Zuletzt ging es an der MDax-Spitze um 9,6 Prozent auf 42,04 Euro hoch. Die Aktien des Mobilfunknetzbetreibers Telefonica Deutschland stiegen um 1,4 Prozent. Analysten lobten zur Vorlage des Quartalsberichts vor allem die gestiegene Zahl der Vertragskunden im Mobilfunkbereich.
Für die Papiere des Zahlungsdienstleisters Wirecard ging es ebenfalls wieder deutlicher aufwärts. Sie legten im Dax um 3,5 Prozent zu. Wirecard sieht sich nach eigenen Prüfungen vom Vorwurf der Bilanzfälschung in der Wirtschaftszeitung "Financial Times" entlastet, wie Vorstandschef Markus Braun dem "Handelsblatt" (Montagausgabe) sagte. Zudem wurden Details zum Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Euro bekannt gegeben.
Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Freitag auf minus 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) fiel um 0,14 Prozent auf 144,69 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,19 Prozent auf 171,26 Punkte.
Der Euro wurde am frühen Nachmittag zu 1,1155 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1139 Dollar festgesetzt./ck/mis
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---
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