Aktien Frankfurt: Funkstille im Dax - Anleger halten sich zurück
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der jüngsten Kursrally haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch am Mittwoch nicht zu weiteren Käufen hinreißen lassen. Selbst das überraschend gut ausgefallene Ifo-Geschäftsklima konnte dem Dax (DAX 30) kein neues Leben einhauchen. Seit dem Handelsbeginn bewegte sich der deutsche Leitindex mit eher mauen Ausschlägen auf negativem Terrain, gegen Mittag betrug das Minus 0,22 Prozent auf 13 257,97 Punkte.
"Die Jahresendrally ist somit ein wenig ins Stocken geraten", konstatierte Christian Henke vom Broker IG. Noch zum Start in die Vorweihnachtswoche hatte der Dax mit 13 425 Punkten seinen bisherigen Höchststand seit fast zwei Jahren erreicht. Bereits am Dienstag aber hatten die Investoren wieder einen Gang zurückgeschaltet und lieber Gewinne mitgenommen.
Der MDAX, der tags zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte, fiel zuletzt um 0,38 Prozent auf 28 191,19 Zähler zurück. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) konnte dagegen ein dünnes Plus von 0,13 Prozent auf 3750,07 einstreichen.
Letztendlich haben die Teileinigung im Handelsstreit zwischen USA und China und der Wahlsieg der Tories in Großbritannien bislang nur kurz für Feuer an den deutschen Börsen gesorgt. Inzwischen geht mit dem Bekenntnis von Premierminister Boris Johnson, dass eine Verlängerung der Übergangsphase für den Brexit ausgeschlossen sei, ein neues Gespenst unter den Marktteilnehmern um. "Damit könnte es Ende 2020 doch noch zu einem Brexit ohne Vertrag kommen", schrieb Milan Cutkovic von Axitrader. "Die Unsicherheit ist nach dem Sieg von Johnsons Konservativen zwar zurückgegangen, entspannen können sich die Investoren aber nicht."
Positive Signale sendet unterdessen die deutsche Wirtschaft: Dort hellte sich die Stimmung im Dezember spürbar auf. Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima-Index stieg auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr.
Auf Unternehmensseite setzte nach einer enttäuschenden Prognose von Jungheinrich eine regelrechte Flucht aus den Papieren des Gabelstaplerherstellers ein. Der SDAX-Konzern kämpft seit einiger Zeit mit einer Auftragsflaute und rechnet nun wegen der aktuell unsicheren Konjunktur für das kommende Jahr mit einem schwächeren Verlauf als in 2019. Zudem kündigte der Vorstand Sparmaßnahmen an. Der Jungheinrich-Kurs brach bis zum Mittag um fast ein Fünftel ein. Die Papiere des Konkurrenten Kion (KION GROUP) gaben ebenfalls kräftig nach, hier betrug der Kursverlust zuletzt mehr als fünfeinhalb Prozent.
Im Dax standen Papiere des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) (Fresenius Medical Care) nach einer Kurszielsenkung durch die Analysten der Societe Generale mit einem Minus von mehr als einem Prozent auf dem hintersten Index-Platz. Eine gestrichene Kaufempfehlung durch die Analysten der britischen HSBC sorgte für deutlich stärkere Kursausschläge bei WashTec: Die Papiere des Waschanlagen-Herstellers sackten um mehr als sechs Prozent ab. Analyst Richard Schramm begründete sein neues Votum mit dem in seinen Augen nur noch geringen Aufwärtspotenzial der Aktie. Der Konzern müsse nun zeigen, dass er die am Markt erwartete starke Gewinnerholung für die kommenden beiden Jahre auch liefern könne. Die Hoffnungen des Marktes aber seien womöglich zu hoch./tav/fba
--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---
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