Aktien Frankfurt: SAP-Kurssturz und Angst vor neuem Lockdown ziehen Dax runter


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Sog sehr hoher Kursverluste des Index-Schwergewichts SAP (SAP SE) hat der Dax (DAX 30) am Montag deutlich verloren. Der deutsche Leitindex stand am Nachmittag 2,69 Prozent tiefer auf 12 305,46 Punkten, während die Titel des Softwarekonzerns nach einem enttäuschenden Ausblick um 20 Prozent in den Keller rauschten. Damit waren die SAP-Aktien der Hauptgrund für das Dax-Minus.

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Der MDAX der 60 mittelgroßen Börsentitel sank um 1,21 Prozent auf 26 949,62 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) sackte um zwei Prozent ab.

Angeschlagen ist die Stimmung auch wegen der stark steigenden Corona-Neuinfektionen in Europa, in den USA und teils auch wieder in China. In Europa fürchten sich die Investoren vor einem zweiten Lockdown. Im Sommer noch undenkbar, werde dies nun zum wahrscheinlichen Szenario, erklärte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets. Anleger fühlten sich zurückversetzt in das Frühjahr.

Wegen der steigenden Infektionszahlen hatte sich im Oktober auch die Stimmung in den deutschen Unternehmen eingetrübt, wie das jüngste Ifo-Geschäftsklima zeigte. Der Rückgang war stärker als von Analysten erwartet.

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Nach Geschäftszahlen und einem eingetrübten mittelfristigen Ausblick verbuchten SAP die höchsten Kursverluste seit Jahrzehnten. Die Corona-Pandemie hat Europas größten Softwarehersteller stärker im Griff als gedacht. Börsianer rechnen nun mit deutlich sinkenden Marktschätzungen für SAP. JPMorgan reagierte mit einer Abstufung auf "Neutral". Zeitweise rutschten die Papiere des wertvollsten deutschen Konzerns unter 100 Euro auf ein Tief seit Anfang April. Zuletzt kosteten sie um die 100 Euro.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer baut sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien mit der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical aus. Die Aktien zogen an der Dax-Spitze um 1,4 Prozent an. Analyst Keyur Parekh von Goldman Sachs wertet den Zukauf als strategisch positiv. Kurz- bis mittelfristig dürften aber Fortschritte bei den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten sowie die Dynamik im Agrarchemiegeschäft die Aktienkursentwicklung diktieren. Unlängst waren die Bayer-Papiere auf den tiefsten Stand seit neun Jahren gefallen.

Der IT-Dienstleister Bechtle verdiente im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Die Aktien dämmten daraufhin ihr Minus auf zweieinhalb Prozent ein. Hingegen sackten im Nebenwerteindex SDAX die Aktien des Branchenkollegen S&T um zehn Prozent ab.

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Der Euro gab nach und kostete am Nachmittag 1,1820 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1856 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) stieg um 0,01 Prozent auf 146,20 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,15 Prozent auf 175,15 Punkte./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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