Aktien Frankfurt: Vereinbarte Waffenruhe im Iran-Krieg lässt Dax kräftig steigen


Aktien Frankfurt: Vereinbarte Waffenruhe im Iran-Krieg lässt Dax kräftig steigen
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran hat bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung gesorgt - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran hatte eine sofortige Waffenruhe vermittelt.

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Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni war zeitweise unter 92 US-Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen gefallen.

Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Rohöl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.

Hierzulande schnellte der DAX um 4,5 Prozent auf 23.960 Punkte in die Höhe und erreichte das Niveau von Anfang März. Damit überwand der Leitindex seine exponentielle 200-Tage-Durchschnittslinie. Diese Linie ist ein viel beachtetes technisches Trendbarometer für die langfristige Entwicklung.

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Der MDAX mit den mittelgroßen deutschen Werten zog um 5,2 Prozent auf 30.213 Zähler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EuroStoxx 50) stieg um 4,6 Prozent.

In Asien ging es am stärksten an solchen Börsen nach oben, die zuvor am meisten unter dem Ölpreisanstieg gelitten hatten. So gehörten die Leitindizes in Japan (Nikkei 225) und Südkorea mit Gewinnen von gut fünf und fast sieben Prozent zu den Spitzenreitern. Die US-Börsen dürften mit deutlichen Aufschlägen in den Handel starten.

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

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Marktstratege Matthew Ryan vom britischen Fintech-Unternehmen Ebury ergänzte: "Der Fokus richtet sich nun auf die bevorstehenden, entscheidenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran." Die zentrale Frage werde sein, ob diese zu einem dauerhaften Frieden führen oder ob der Waffenstillstand nur einen Aufschub des Problems darstellt.

Am deutschen Aktienmarkt waren die Papiere solcher Unternehmen gefragt, die stark von der Konjunktur abhängen. So gewannen im Dax die Titel des Finanzhauses Commerzbank, des Energietechnikkonzerns Siemens Energy und des Chipherstellers Infineon jeweils rund zehn Prozent.

Im Nebenwerte-Index SDAX hatten die Anteilsscheine des Stahlkonzerns Salzgitter mit einem Plus von 16 Prozent die Nase vorn. Sie haben gleichwohl ihre Verluste seit Kriegsbeginn Ende Februar noch nicht aufgeholt.

Aktien von Redcare Pharmacy (Redcare Pharmacy (ex Shop Apotheke)) stiegen nach der Vorlage von Geschäftszahlen an der MDax-Spitze um gut 13 Prozent. Der Experte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sprach von einem insgesamt "konstruktiven Start" ins Jahr für die Online-Apotheke./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

Bildquellen: Sebastian Kaulitzki / Shutterstock.com

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