Aktien Frankfurt: Verlängerter Lockdown belastet den Dax


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Lockdown-Verlängerung in Deutschland drückt den Anlegern am Dienstag aufs Gemüt. Nach dem robusten Wochenauftakt büßte der Dax (DAX 30) zur Mittagszeit 0,57 Prozent auf 14 574,11 Punkte ein. Der MDAX verlor 0,64 Prozent auf 31 644,39 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx (EURO STOXX 50) um ein halbes Prozent fiel.

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Der seit Monaten andauernde Lockdown in Deutschland wird angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wenig überraschend bis zum 18. April verlängert. Laut dem Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners müssten Börsianer jetzt bestimmen, wie groß die Auswirkungen auf die Unternehmen werden und wie sehr sich die wirtschaftliche Erholung dadurch nach hinten verschiebt.

Für die zuletzt größer gewordene Konjunkturhoffnung wurde dies zum Dämpfer. Laut dem Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets hinterlässt der Lockdown über Ostern "bei allem berechtigten Optimismus einen faden Beigeschmack". Er fürchtet, dass die Luft beim Dax jetzt erst einmal raus sein könnte. Einen erneuten Test des Rekordes von 14 804 Punkten hält er für vorerst unwahrscheinlich.

Bei den Anlegern drehte sich das zuletzt beobachtete Bild, indem sie zyklischen Aktien den Rücken zukehrten und nun vermehrt auf defensive Branchen wie etwa Konsumgüter, Immobilien, Versorger oder Telekommunikation setzten. Kursgewinne zwischen 1,0 und 2,3 Prozent gab es bei Henkel (Henkel vz), RWE, Eon (EON SE), der Deutschen Telekom (Deutsche Telekom) sowie Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen SE) und Vonovia (Vonovia SE (ex Deutsche Annington)).

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Im Autosektor ging es nun wegen Gewinnmitnahmen vor allem bei VW (Volkswagen (VW) vz) deutlich bergab. Nach den jüngsten Kurssprüngen kamen die im Dax notierten Vorzugsaktien des Autobauers nun um 4,9 Prozent zurück. Die zuletzt noch stärker ausgeschlagenen Stammaktien verloren sogar 6,2 Prozent an Wert. Für die Papiere der VW-Beteiligungsholding Porsche ging es nach einem früh erreichten Hoch seit 2008 sogar um sieben Prozent bergab.

Ein großer MDax-Verlierer waren die Aktien der Lufthansa, die nach zuletzt zwei düsteren Tagen nochmals um 4,4 Prozent absackten. Am Markt wird befürchtet, dass geringe Impffortschritte in Europa der Reisebranche wohl noch länger zusetzen werden. Deutschen Auslandsurlaubern soll bei der Rückkehr eine generelle Testpflicht auferlegt werden.

Gefragt waren die als "Corona-Gewinner" geltenden Aktien der Shop Apotheke (Shop Apotheke Europe NV), die im MDax um 4,9 Prozent anzogen. Bei der Online-Apotheke trug auf dem zuletzt gedrückten Kursniveau eine optimistische Ersteinstufung mit "Overweight" durch die Analysten der US-Bank Morgan Stanley zur Erholung bei.

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Ansonsten gab es einige kursrelevante Zahlenvorlagen aus der zweiten Börsenreihe. Unter diesen fiel Nordex positiv auf. Beim Windkraft-Spezialisten führte der überzeugende Ausblick zu einem Anstieg um 4,7 Prozent. Laut dem Goldman-Analysten Ajay Patel waren die gesendeten Signale für 2021 optimistischer als erwartet.

Beim Bausoftware-Anbieter Nemetschek (Nemetschek SE) wertete der Warburg-Experte Andreas Wolf den Ausblick als ermutigend, die Aktien setzten ihren jüngsten Anstieg mit einem Plus von 2,7 Prozent fort. Der Analyst empfahl sie am Dienstag mit einem Kursziel von 64 Euro zum Kauf.

Nach Zahlen schwer getroffen wurde aber im SDAX die Aktie des Personaldienstleisters Amadeus FiRe, die am späten Vormittag um fast neun Prozent absackte. Da half es auch nicht, dass das Unternehmen nach einem schwierigen Corona-Jahr nun auf Besserung hofft./tih/stk

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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