AKTIEN IM FOKUS 2: Anlegerflucht bei Bank- und Versicherungswerten
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(Kommentar zu Hurrikan-Auswirkungen ergänzt, Kurse aktualisiert)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Europäische Bank- und Versicherungsaktien haben am Mittwoch nochmals erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Börsianer verwiesen zur Begründung neben der allgemeinen Marktschwäche auch auf negative Konjunkturdaten, die Meldung milliardenschwerer US-Strafzahlungen einiger Kreditinstitute sowie unternehmensinterne Nachrichten.
Versicherer belastet derweil die Sorge vor Großschäden durch den Hurrikan "Ian", der auf seinem Weg in Richtung des US-Bundesstaats Florida weiter an Kraft zulegt. Laut der Berenberg-Expertin Kathryn Fear liegen die Schätzungen aktuell zwischen 25 und 35 Milliarden US-Dollar. Es gebe aber durchaus auch Szenarien, in denen ein riesiger Hurrikan in der Region Rückversicherer auch gut 60 Milliarden Dollar kosten könnte.
Im Dax sackten Aktien der Deutschen Bank (Deutsche Bank) auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren ab und notierten zuletzt als Dax-Schlusslicht 6,5 Prozent im Minus. Die Titel der Assekuranzen Allianz SE (Allianz), Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) und Hannover Rück verloren bis zu 3 Prozent.
Die Papiere der Commerzbank büßten 4,7 Prozent ein. Eine zusätzliche Risikovorsorge von umgerechnet rund 490 Millionen Euro gegen mögliche Kreditausfälle bei der polnischen Tochter mBank geht zulasten des deutschen Geldhauses. Das operative Ergebnis der Commerzbank wird dadurch im dritten Quartal in entsprechender Höhe belastet. Dennoch hält die Finanzchefin der Bank, Bettina Orlopp, am Ergebnisziel für 2022 fest.
Auch europaweit standen die beiden Branchen zur Wochenmitte am stärksten unter Verkaufsdruck. Der Sektorindex Stoxx Europe 600 Banks sackte als Schlusslicht im Branchentableau um 3,5 Prozent ab, der Stoxx Europe 600 Insurance büßte 3 Prozent ein. Damit verzeichnete das Versicherungssegment den tiefsten Stand seit mehr als anderthalb Jahren. Die Aktien der ING (ING Group) fielen um 3,2 Prozent, jene der Credit Suisse (Credit Suisse (CS)) um 5,4 Prozent und die UBS-Titel (UBS) um 1,9 Prozent.
Insgesamt 16 Unternehmen aus der Finanzbranche werden gut 1,1 Milliarden Dollar (knapp 1,15 Mrd Euro) Strafe zahlen, hatte die US-Börsenaufsicht SEC am Dienstag mitgeteilt. Grund war die ungeregelte Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp. Zu den betroffenen Instituten zählen die Deutsche Bank, Credit Suisse und die UBS.
Zudem erreichte das deutsche Konsumklima wegen schwacher Konjunkturerwartungen und steigender Energiekosten im Oktober ein Rekordtief. "Wir erwarten darum einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund zwei Prozent bis Frühjahr 2023, vor allem getrieben von einem schwächeren privaten Konsum", bemerkte Chefvolkswirt Jörg Zeuner von der Union Investment. Damit verschlechtern sich auch die Aussichten im Kreditgeschäft der Banken.
Dennoch sind Deutschlands Banken und Sparkassen nach Einschätzung der Aufsicht weitgehend krisenfest. "Das Bankensystem zeigt eine zufriedenstellende Resilienz", sagte der für Bankenaufsicht zuständige Vorstand der Deutschen Bundesbank, Joachim Wuermeling. Dennoch sei Vorsicht geboten, es gebe große Unsicherheiten, was die Entwicklung von Konjunktur, Inflation und Zinsen angehe. Die Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nahmen die Ertragslage und Widerstandsfähigkeit von etwa 1300 Instituten unter Stressbedingungen unter die Lupe./edh/ag/zb/tih/stk
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
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