AKTIEN IM FOKUS 2: Bei den Airline-Aktien trotzen Billigflieger dem Börsencrash


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(neu: Schlusskurse: Lufthansa nun deutlich im Minus, Billigflieger geben nur etwas nach, Details zur Überprüfung der Landerechte für Airlines im vierten und fünften Absatz)

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FRANKFURT/PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Angesichts des Absturzes der Ölpreise zu Wochenbeginn sind die Aktien der europäischen Fluggesellschaften insgesamt etwas weniger stark unter Druck geraten als der einbrechende Gesamtmarkt. Vor allem die Papiere der Billigflieger schlugen sich recht wacker. Der Branchenindex fiel am Ende um 6,4 Prozent, während der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50), um 8,5 Prozent absackte.

Die drastisch eingeknickten Ölpreise können die Treibstoffkosten der Airlines erheblich drücken. Wegen der eingebrochenen Nachfrage aber bleiben bereits viele Flieger am Boden. Viele Einnahmen bleiben aus, so dass der Kostenvorteil verpuffen könnte.

Zum Wochenauftakt erlebte der Ölmarkt einen Schwarzen Montag: Die Ölpreise stürzten heftig ab. Nach gescheiterten Verhandlungen führender Ölstaaten über eine Drosselung der Fördermenge zur Stabilisierung der Ölpreise gab es zwischenzeitlich den stärksten Einbruch seit fast 30 Jahren. Zudem belastet die Coronavirus-Krise immer mehr. Bis zum frühen Abend büßten Rohöl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA zuletzt jeweils knapp 21 Prozent ein.

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Angesichts zahlreicher Flugabsagen wegen der Covid-19-Krise stellt die EU-Kommission die Slot-Regelungen für Fluggesellschaften infrage. Die Brüsseler Behörde untersucht nach eigenen Angaben alle möglichen Optionen zu den Start- und Landerechten, um auf die Krise zu antworten. Dazu gehöre auch eine Änderung der Gesetzgebung zur Slot-Vergabe, teilte die Kommission auf dpa-Anfrage mit.

Fluggesellschaften müssen ihre Start- und Landerechte an großen Verkehrsflughäfen während eines Flugplans zu 80 Prozent tatsächlich nutzen, um die gleichen Slots in der folgenden Saison zu behalten. Weil die Fluggastzahlen infolge der Coronavirus-Krise deutlich zurückgegangen sind, haben etliche Airlines ihre Flugpläne in den vergangenen Wochen stark zusammengestrichen. Damit laufen sie Gefahr, ihre Start- und Landerechte zu verlieren.

Unter den Einzelwerten profitierten hierzulande die Aktien der Lufthansa nicht nachhaltig von der Entwicklung am Ölmarkt. Sie hatten zunächst anfängliche Verluste von mehr als 8 Prozent wettgemacht und waren sogar kurz ins Plus gedreht, bevor sie wieder unter Druck kamen und mehr als 8 Prozent tiefer aus dem Handel gingen. Seit der Eskalation der Viruskrise an den Finanzmärkten am Rosenmontag vor zwei Wochen haben die Anteilsscheine nun mittlerweile knapp 29 Prozent an Wert eingebüßt.

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Die Lufthansa streicht wegen des heftigen Nachfrageeinbruchs infolge der Corona-Epidemie ihren Flugplan noch weiter zusammen. In den nächsten Wochen will sie die Kapazität um bis zu 50 Prozent reduzieren. Dabei will das Management die weitere Entwicklung der Nachfrage beobachten. Die Maßnahme diene dazu, die finanziellen Folgen des Einbruchs zu verringern.

Die Aktionäre anderer traditioneller Airlines in Europa mussten unterschiedlich starke Einbußen hinnehmen. So fiel der Aktienkurs der IAG (International Consolidated Airlines), der Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, um rund 3 Prozent. Für die Anteilsscheine von Air France-KLM aber ging es um mehr als 9 Prozent nach unten.

Besonders deutlich stachen die relativ geringen Kursverluste der Aktien der Billigflieger ins Auge. So gaben die Anteilsscheine von Ryanair und easyJet jeweils nur um etwa 2 Prozent nach. Bei Ryanair stützten positive Analystenkommentare den Kurs. Der Fachmann Neil Glynn von der Schweizer Bank Credit Suisse kürzte zwar seine Prognosen für die Billigfluggesellschaft, aber die Konsolidierung in der Branche und der Rückenwind von den Treibstoffpreisen dürften die Gewinnerholung in näherer Zukunft wieder antreiben, schätzt er.

Die Analysten von Mainfirst empfehlen die Ryanair-Papiere nun zum Kauf. Sie schraubten zwar trotz des Ölpreiseinbruches ihre Prognose für die Entwicklung der Passagierzahlen von plus 1 auf minus 4 nach unten. Allerdings würden die Virussorgen die Iren weniger stark treffen als andere Wettbewerber, die teilweise Einbrüche von minus 10 Prozent verkraften müssten./la/stw

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